enhanced Air Policing South
Zur Sicherung des südöstlichen Luftraums des NATONorth Atlantic Treaty Organization-Bündnisgebiets zeigt die Bundeswehr an der rumänischen Schwarzmeerküste Präsenz.
Verteidigungsminister Boris Pistorius hat am 28. Januar 2026 seinen rumänischen Amtskollegen Radu-Dinel Miruță im Berliner Bendlerblock empfangen. Die beiden Minister erörterten die sicherheitspolitische Lage in der Schwarzmeerregion und den Ausbau der militärischen Zusammenarbeit. Dazu wurde eine Absichtserklärung unterzeichnet.
Radu-Dinel Miruță ist seit Dezember vergangenen Jahres rumänischer Verteidigungsminister. Boris Pistorius hat ihn in Berlin mit militärischen Ehren empfangen. Pistorius und Miruță haben neben der Unterstützung der Ukraine – so wie Deutschland hat auch Rumänien PATRIOT-Luftverteidigungssysteme abgegeben – vor allem über die gemeinsamen Vorhaben beim Ausbau der Militärkooperation gesprochen. Die sicherheitspolitische und militärische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Rumänien wurde in den letzten Jahren weiter ausgebaut, insbesondere infolge der veränderten Sicherheitslage an der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Ostflanke. Bereits zuvor existierte eine vertrauensvolle Kooperation bei der Teilnahme an Einsätzen unter NATONorth Atlantic Treaty Organization- oder EUEuropäische Union-Führung – zum Beispiel beim KFORKosovo Force-Einsatz.
Ein aktueller Schwerpunkt der Zusammenarbeit ist die Beteiligung der deutschen Luftwaffe bei der Mission Enhanced Air Policing South zur Sicherung des südöstlichen Luftraums der NATONorth Atlantic Treaty Organization. Seit August 2025 sind erneut deutsche Eurofighter auf dem rumänischen Militärflugplatz Mihail Kogălniceanu stationiert. Die deutschen Soldatinnen und Soldaten würden sich vor Ort sehr wohl fühlen, sagte Pistorius. Zum vierten Mal bereits zeigt die Luftwaffe mit ihren Kampfjets an der rumänischen Schwarzmeerküste Präsenz. „Unsere Flugzeuge werden fast jeden Tag alarmiert – häufig sogar mehrmals täglich“, so Pistorius. Miruță lobte die Professionalität der in Rumänien stationierten deutschen Soldatinnen und Soldaten und die gute Zusammenarbeit.
Wir lernen voneinander und wir schätzen die Kooperation mit den rumänischen Streitkräften und dem rumänischen Verteidigungsministerium sehr.
Zudem ist Rumänien Gastgeberland für deutsche Soldatinnen und Soldaten bei NATONorth Atlantic Treaty Organization-Manövern; zuletzt bei Swift Response, der größten Luftlandeübung der NATONorth Atlantic Treaty Organization seit dem Kalten Krieg. Außerdem wollen Deutschland und Rumänien ihre Zusammenarbeit bei der Rüstung vertiefen. Ein entsprechender Aktionsplan wurde im vergangenen Jahr unterzeichnet. Zunächst geht es dabei um den Aufbau von Kapazitäten zur Munitionsproduktion in Rumänien. Miruță kündigte an, dass bereits in diesem Jahr die Produktion starten würde.
Pistorius und Miruță unterzeichneten in Berlin eine gemeinsame Absichtserklärung zur weiteren Intensivierung der militärischen Zusammenarbeit. Auf der Grundlage der Absichtserklärung solle zum Beispiel geprüft werden, wie die Kooperation vertieft werden könne, insbesondere im Bereich der Luftverteidigung, so Pistorius. Im Rahmen der European Sky Shield Initiative ESSIEuropean Sky Shield Initiative gibt es zwischen Deutschland und Rumänien bereits eine Kooperation, der sich auch über 20 andere Länder angeschlossen haben, um die europäische Luftverteidigung zu stärken. Die entsprechenden Systeme sollen gemeinsam beschafft werden. Rumänien gehörte zu den ersten Partnern, die sich der Initiative angeschlossen haben. Miruță unterstrich bei dem Treffen ebenfalls den Mehrwert gemeinsamer Rüstungsvorhaben. Einerseits profitieren die Staaten von gemeinsamen Projekten und andererseits würde damit auch die NATONorth Atlantic Treaty Organization gestärkt.
„Unsere Kooperation soll sich ausweiten auf die Nutzung von EUEuropäische Union-Instrumenten für Fähigkeitsentwicklung und Beschaffung“, so Minister Pistorius. Hierbei kann Rumänien auf neue EUEuropäische Union-Finanzierungsmöglichkeiten wie SAFESecurity Action for Europe (Security Action for Europe) zurückzugreifen. Mit SAFESecurity Action for Europe werden Mitgliedstaaten, die bereit sind, in die industrielle Produktion im Verteidigungsbereich durch gemeinsame Beschaffung zu investieren, finanziell unterstützt. Fähigkeitslücken werden so gemeinsam schneller und effizienter geschlossen.
von Florian Manthey