Boris Pistorius und Andris Sprūds geben ein Statement, hinter ihnen steht ein Kampfflugzeug vom Typ Eurpfighter.
© Bundeswehr/Jana Neumann
KategorieNATO-Ostflanke

Lettland und Litauen: Pistorius trifft Amtskollegen und besucht Eurofighter

Die Stärkung der Ostflanke einerseits und die weitere Unterstützung der Ukraine andererseits seien die derzeit wichtigsten Ziele, erklärten Verteidigungsminister Boris Pistorius und sein lettischer Amtskollege Andris Sprūds auf der Lielvārde Air Base.

Seite an Seite für die Sicherheit des Bündnisgebietes: Deutschland und die baltischen Staaten stehen geschlossen zusammen an der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Ostflanke. Das machten Verteidigungsminister Boris Pistorius und sein lettischer Amtskollege Andris Sprūds unmissverständlich klar. „Wir müssen noch schneller werden bei der Abschreckung Russlands und der Verteidigung des NATONorth Atlantic Treaty Organization-Bündnisgebietes“, unterstrich Verteidigungsminister Boris Pistorius in seiner auf Englisch gehaltenen Rede in Lettland.

Als Ausdruck der exzellenten Zusammenarbeit und wachsenden Sicherheitskooperation zwischen Deutschland und Lettland werde Deutschland ab September einen Militärattaché nach Riga entsenden, fuhr Pistorius fort. Lettland entsendet ab Oktober Personal an das Regional Maritime Headquarter in Rostock.

„Deutschland wird das Air Policing im Baltikum fortsetzen“

Der Militärflugplatz Lielvārde war das erste Ziel der Baltikumsreise des deutschen Verteidigungsministers. „Heute hatte ich die Gelegenheit, zu sehen, wie professionell und enthusiastisch unsere Luftwaffencrews zusammenarbeiten“, sagte Pistorius. 

Seit rund drei Monaten starten dort, südöstlich der lettischen Hauptstadt Riga, die Eurofighter des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 zum verstärkten NATONorth Atlantic Treaty Organization Baltic Air Policing. Zwei der Jets stehen jederzeit bereit, nach einer Alarmierung innerhalb von 15 Minuten bewaffnet aufzusteigen, um unbekannte Luftfahrzeuge zu identifizieren und gegebenenfalls zu begleiten. Die Alarmrotten fangen regelmäßig russische Militärmaschinen ab. Das deutsche Engagement beim verstärkten Air Policing wird in Lettland sehr geschätzt.

Nach einem Gespräch mit dem Kontingentführer, Oberstleutnant Swen Jacob, nahm der Verteidigungsminister die Gelegenheit war, sich mit den Eurofightercrews und dem Kontingent auszutauschen und ihnen für ihr hohes Engagement zu danken.

Die Mission NATONorth Atlantic Treaty Organization Baltic Air Policing gewährleistet seit 2004 als kollektive und defensive Maßnahme den Schutz des baltischen Luftraumes. Estland, Lettland und Litauen besitzen keine eigenen Kampfjets. Deshalb hat die NATONorth Atlantic Treaty Organization den Schutz des baltischen Luftraumes übernommen. Neben den Kräften in Lielvārde umfasst das deutsche Engagement auch den mobilen Luftverteidigungsgefechtsstand (DCRD, Deployable Control and Reporting Centre), der in Ämari/Estland stationiert ist. Die Gesamtstärke des deutschen Kontingentes beträgt dabei etwa 320 Personen. 

Auch auf der Ostsee arbeiten Deutschland und Lettland eng zusammen, so beispielsweise bei maritimen Übungen mit der lettischen Marine sowie den internationalen Manövern Open Spirit und Northern Coasts.

Boris Pistorius steht vor einem Mikrofon und lächelt.
Zwischen uns und unseren Ländern ist alles auf einem guten Weg.
Verteidigungsminister Boris Pistorius Bundeswehr/Jana Neumann

Weiterflug nach Litauen

Von Lielvārde flog Boris Pistorius am am Nachmittag weiter ins litauische Palanga, wo der Verteidigungsminister seine Amtskollegen Laurynas Kasčiūnas aus Litauen und erneut Andris Sprūds aus Lettland traf. Bereits in der vergangenen Woche hatte Pistorius seinen litauischen Kollegen Kasčiūnas zu dessen Antrittsbesuch im Bendlerblock empfangen.

Die drei Verteidigungsminister sowie ein Undersecretary Estlands werden sich über die weitere Unterstützung der Ukraine, das deutsche Engagement an der Ostflanke der NATONorth Atlantic Treaty Organization, die Brigade Litauen, die gemeinsame Zusammenarbeit, Rüstungskooperationen sowie die Entwicklung der EUEuropäische Union Battle Group 2025 und die Vorbereitung auf den NATONorth Atlantic Treaty Organization-Gipfel im Juli in Washington austauschen.

Treffen an neuralgischem Punkt

Palanga liegt nur rund 80 Kilometer entfernt von der russischen Exklave Kaliningrad mit Russlands Ostseeflotte sowie Luft- und Raketentruppen. Diese Exklave liegt mitten im NATONorth Atlantic Treaty Organization-Gebiet und hat eine besondere strategische und militärische Bedeutung. Zwischen russischem Gebiet und Belarus gibt es an der polnisch-litauischen Grenze nur eine rund 65 Kilometer kurze Landverbindung. Einerseits ist sie der einzige Korridor, durch den Nachschub aus dem NATONorth Atlantic Treaty Organization-Bündnisgebiet kommen kann. Andererseits würde sie im Fall einer russischen Besetzung das Gebiet nicht nur symbolisch, sondern auch tatsächlich und geografisch in einen westlichen und einen östlichen Block trennen. Im Verteidigungsfall müsste die NATONorth Atlantic Treaty Organization diese Landverbindung schützen. 

von Barbara Gantenbein

Mehr zum Thema

Inhalte teilen via

Anfang Footer Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

Auf dieser Website nutzen wir Cookies und vergleichbare Funktionen zur Verarbeitung von Endgeräteinformationen und (anonymisierten) personenbezogenen Daten. Die Verarbeitung dient der Einbindung von Inhalten, externen Diensten und Elementen Dritter, der eigenverantwortlichen statistischen Analyse/Messung, der Einbindung sozialer Medien sowie der IT-Sicherheit. Je nach Funktion werden dabei Daten an Dritte weitergegeben und von diesen verarbeitet (Details siehe Datenschutzerklärung Punkt 4.c). Bei der Einbindung von sozialen Medien und interaktiver Elemente werden Daten auch durch die Anbieter (z.B. google) außerhalb des Rechtsraums der Europäischen Union gespeichert, dadurch kann trotz sorgfältiger Auswahl kein dem europäischen Datenschutzniveau gleichwertiges Schutzniveau sichergestellt werden. Sämtliche Einwilligungen sind freiwillig, für die Nutzung unserer Website nicht erforderlich und können jederzeit über den Link „Datenschutzeinstellungen anpassen“ in der Fußzeile unten widerrufen oder individuell eingestellt werden.

  • Logo Bundesministerium der Verteidigung

    Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

    Detaillierte Informationen zum Datenschutz finden Sie unter Datenschutzerklärung