Von der Leyen, Krause, Lürssen und weitere Personen
© Bundeswehr/Marcus Mohr
KategorieRüstung

Korvetten-Neubau: Ein guter Tag für die Marine

Von der Leyen mit ausgeschnittener Korvette

Die erste Platte Schiffsstahl wird zu einer kiloschweren Silhouette des Schiffs verarbeitet.

© Bundeswehr/Kim Brakensiek

Am 7. Februar haben Bundeswehr und Lürssen Werft offiziell den Bau der ersten der neuen fünf Korvetten der Klasse 130 für die Deutsche Marine begonnen.

„Heute ist ein guter Tag für die Marine“ – so Bundesministerin der Verteidigung Ursula von der Leyen, Minuten bevor sie symbolisch den Bau der neuen Korvette „Köln“ begann. Das Schiff wird die erste der fünf neuen Schwestern der „Braunschweig“-Klasse. Fünf Schiffe vom Typ K 130 gibt es bereits, noch einmal so viele werden zur deutschen Flotte hinzukommen. Diese Ergänzungsbeschaffung eines bereits in Dienst gestellten Kriegsschifftyps soll bis voraussichtlich 2026 abgeschlossen sein.

Mit einem kleinen Festakt hat jetzt die Verteidigungsministerin den Weg dahin begonnen. In der Lürssen Werft in Lemwerder bei Bremen ließ von der Leyen die erste Platte Schiffsstahl der künftigen Korvette „Köln“ verarbeiten: Sie startete die automatische Plasmaschneidemaschine mit einem Knopfdruck nach einer kurzen Ansprache. Das erste Ergebnis: eine kiloschwere Silhouette des Schiffs.

Die Bundeswehr kann schnelle, einwandfreie Großprojekte

Von der Leyen und Krause sehen sich Modell an

Die Lürssen Werft hat bereits Erfahrungen mit dem Bau der Korvetten.

© Bundeswehr/Kim Brakensiek

Der Vorlauf dieses Baubeginns war für Bundeswehrverhältnisse ein deutlich kurzer. In ihren kurzen Ansprachen dankten sowohl von der Leyen wie auch der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Andreas Krause, zunächst einmal ausdrücklich für die Unterstützung aus dem Bundestag, gerade aus dem Haushaltsausschuss. „Ein tolles Zeichen für die Marine“, so Krause.

Auch lobten Ministerin und Inspekteur das Projektteam im Verteidigungsministerium, im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr) sowie in der Marine selbst. „Nach nur elf Monaten stand der Vertrag inklusive der sogenannten 25-Millionen-Vorlage für unser Parlament“, sagte von der Leyen. Im September 2017 hatte das BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr den Auftrag an eine Arbeitsgemeinschaft aus der Lürssen Werft, der ThyssenKrupp Marine Systems und der German Naval Yards vergeben. Das habe gezeigt: „Die Bundeswehr kann Großprojekte schnell und einwandfrei umsetzen. Das tut gut, wenn es auch mal so ausgeht.“

Die nächste „Köln“ fährt 2022 wieder

Lürssen, von der Leyen und Krause drücken Buzzer

Mit dem symbolischen Knopfdruck beginnt der Bau der ersten Korvette.

© Bundeswehr/Kim Brakensiek

Aus der gleichen Platte wie der Korvettenumriss entstanden anschließend die ersten realen Bauteile. Deren Schnittmuster hatte die Werft zuvor in detaillierten 3D-Modellen konstruiert. Spanten, Schotts und andere Teile werden ab nun in Lürssens Fertigungshallen zur Bugsektion der „Köln“ verschweißt werden.

Nächste Meilensteine sind die Kiellegung im April dieses Jahres, die Fertigstellung von Vor- und Hinterschiff in einem Jahr, die erste Werftprobefahrt im August 2022. Die Bundeswehr rechnet mit einer Auslieferung der „Köln“ an die Marine dann im November des gleichen Jahres. „Ich freue mich, dass mit dem heutigen Tag die ‚Trendwende Material‘ bei der Marine angekommen ist“, meinte Marineinspekteur Krause.

Drei Werften, vier Standorte, ein Produkt

Brennbeginn Korvette

Brennstart: Die ersten Stahlplatten werden geschnitten.

© Bundeswehr/Kim Brakensiek

Von der Leyen wies allerdings auch noch auf die erleichternden Umstände des Projekts hin: „Es ist uns zugutegekommen, dass sich die Korvetten der ‚Braunschweig‘-Klasse schon enorm bewährt haben. Die Truppe ist hochzufrieden“, so die Ministerin. „Das Zweite, was geholfen hat, ist, dass wir auf eine bestehende Arbeitsgemeinschaft mit einer eingespielten Werftkooperation zurückgreifen konnten.“

In der Praxis bedeutet das zum Beispiel, dass die drei beteiligten Werftunternehmen auf ein gemeinsames 3D-Modell der neuen Schiffe zurückgreifen können, das Lürssen schon für die ersten fünf Korvetten entwickelt hatte. In Echtzeit können die drei Produktionsstandorte Lemwerder, Kiel und Wolgast darauf zugreifen und so passgenau ganze Sektionen, Vor- beziehungsweise Hinterschiffe, für die Endmontage in Hamburg liefern.

Mehr Schiffe tragen mehr deutsche Verantwortung

Korvette in See

Seit 2008 sind bereits fünf baugleiche Korvetten in Dienst gestellt.

© Bundeswehr/ Stephan Niemann

„Wir investieren das alles in das eine große Ziel: eine einsatzbereite Truppe zu haben“, erläuterte von der Leyen den Hintergrund des 2,5-Milliarden-Euro-Auftrags. „Dass wir, wenn wir gerufen werden, kommen können und die volle Breite unserer Fähigkeiten einsetzen können.“ Vier Korvetten solle die Marine künftig im höchsten Bereitschaftsgrad für die Landes- und Bündnisverteidigung halten können. Krause bestätigte: „Mit dem Zulauf der fünf neuen Korvetten werden sich die Handlungsmöglichkeiten Deutschlands im maritimen Raum deutlich erweitern.“ Von der Leyen und Krause bezogen das ausdrücklich vor allem auf die Region Ostsee.

Der Marineinspekteur wandte sich auch noch einmal an anwesende Soldatinnen und Soldaten des 1. Korvettengeschwaders aus Rostock-Warnemünde. Die neuen Korvetten bedeuteten für sie auch eine große Verpflichtung: In der jetzt beginnenden Bauphase obliege es ihnen, ihre Organisation und ihren Stützpunkt zeitgerecht fit zu machen für die Aufnahme der neuen Besatzungen und Schiffe. „Hier gibt es viel zu synchronisieren: Personalaufwuchs, Unterkünfte, Ausbildungseinrichtungen und vieles anderes“, so Krause. „Das wird in den nächsten Jahren viel Arbeit von Ihnen erfordern.“ Eine Aufgabe aber auch für alle beteiligten Stellen innerhalb und außerhalb der Marine.

Damit hatte der Admiral zum Schluss aufgegriffen, was die Ministerin für die gesamte Bundeswehr gefordert hatte: „Wachstum braucht ganz viel Kraft, ganz viel Veränderungswillen. Wachsen heißt, wir müssen schneller, gründlicher und anspruchsvoller arbeiten.“

von Marcus Mohr

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