Ein Raketenabwehrsystem vom Typ Iris-T SLM steht auf dem Firmengelände von Diehl Defence
© picture alliance/dpa/Christoph Schmidt
KategorieAktuelles

Beschaffung: IRIS-T SLM Infra Red Imaging System Tail Surface Launched Medium Range, Einstieg in Arrow und weitere Wechselladersysteme

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat in seiner Sitzung vom 14. Juni 2023 grünes Licht für drei Rüstungsvorhaben der Bundeswehr gegeben. Beschafft werden das bodengebundene Luftverteidigungssystem IRIS-T SLM Infra Red Imaging System Tail Surface Launched Medium Range, erste Anteile des Waffensystems Arrow sowie weitere Wechselladersysteme.

Große Rüstungsinvestitionen bedürfen in Deutschland der parlamentarischen Befassung – Rüstungsprojekte, die ein Investitionsvolumen von 25 Millionen Euro überschreiten, sind dem Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages zur Billigung vorzulegen.

Beschaffung des Luftverteidigungssystems IRIS-T SLM Infra Red Imaging System Tail Surface Launched Medium Range 

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat unter anderem der Beschaffung von sechs Feuereinheiten des bodengebundenen Luftverteidigungssystems IRIS-T SLM Infra Red Imaging System Tail Surface Launched Medium Range (Infra Red Imaging System – Tail/Thrust Vector Controlled, Surface Launched Medium Range) zuzüglich zugehöriger Lenkflugkörper und weiterer kleinerer Maßnahmen, zum Beispiel für Qualifikation und Zertifizierung, für insgesamt bis zu 950 Millionen Euro aus Mitteln des Sondervermögens der Bundeswehr zugestimmt. Die Lieferung der Systeme beginnt bereits 2024. Dann wird IRIS-T im sogenannten Nahbereichsschutz der bodengebundenen Luftverteidigung eingesetzt.

Eine Feuereinheit des Waffensystems IRIS-T SLM Infra Red Imaging System Tail Surface Launched Medium Range besteht aus dem Gefechtsstand, einem Radargerät und mehreren Startgeräten zum Verschießen der Lenkflugkörper. Weitere Fahrzeuge beziehungsweise Geräte dienen der Wartung und Beladung.

IRIS-T wird gegen Bedrohungen aus der Luft wie zum Beispiel Drohnen, Flugzeuge, Hubschrauber oder Marschflugkörper eingesetzt. In der Ukraine bewährt sich das System derzeit unter realen Gefechtsbedingungen. Deutschland hat das System an die Ukraine geliefert, damit Bevölkerung und Infrastruktur wirksam vor russischen Luftangriffen geschützt werden können. Die Bundeswehr bildet in Deutschland ukrainische Soldaten an dem System aus.

Einstieg in Beschaffung des Waffensystems Arrow

In der Sitzung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages ging es außerdem um den Einstieg in die Beschaffung des Waffensystems Arrow, inklusive Munition in Form von Lenkflugkörpern Arrow 3. Hierzu soll eine vorvertragliche Vereinbarung (Letter of Commitment) mit der israelischen Regierung geschlossen werden. Diese operationelle Anfangsbefähigung für die Bundeswehr wird nach derzeitiger Planung Ende 2025 erreicht sein. Mit der Beschaffung des Waffensystems Arrow wird schnellstmöglich die Fähigkeitslücke bei der territorialen Flugkörperabwehr geschlossen.

Bis Ende 2023 wird eine vorvertragliche Regierungsvereinbarung mit der israelischen Regierung geschlossen. Um die angestrebte Anfangsbefähigung bis zum vierten Quartal 2025 zu erreichen, muss die israelische Regierung in Vorleistung gehen und zeitnah den Aufbau der Fertigung und die Produktion beauftragen. Das kann den Beschaffungsprozess um sechs Monate beschleunigen.

Arrow: Schutzschirm vor anfliegenden Raketen

Das israelische Waffensystem Arrow besteht aus einem Führungsgefechtsstand, Radargeräten, Startgeräten und Lenkflugkörpern. Es kann rundum ballistische Flugkörper erfassen und abfangen. Mit dem Lenkflugkörper Arrow 3 werden weitreichende feindliche Flugkörper außerhalb der Erdatmosphäre durch einen direkten Treffer (Hit-to-Kill) zerstört. Die USA sind als Kooperationspartner an der Entwicklung des Waffensystems Arrow mit Israel beteiligt. Das System wird einen Beitrag zum Schutz der Bevölkerung und kritischer Infrastruktur in Deutschland leisten und die Luftverteidigungsfähigkeiten der NATONorth Atlantic Treaty Organization stärken. 

Beschaffung weiterer Wechselladersysteme  

Zudem können 164 geschützte und 203 ungeschützte Wechselladersysteme der Zuladungsklasse 15 Tonnen sowie 1.634 Wechselladerpritschen mit Zubehör aus einem bereits bestehenden Rahmenvertrag beschafft werden. Der Gesamtfinanzbedarf beläuft sich auf rund 317,2 Millionen Euro. Die Lieferung der Wechselladersysteme soll spätestens im November 2023 erfolgen, die der Wechselladerpritschen in den Jahren 2023 bis 2025.

Wechselladersystem sorgt für Flexibilität

Hinter den Wechselladersystemen verbergen sich hochmobile, geländegängige Radfahrzeuge. Sie bestehen jeweils aus einem Lastkraftwagen der Zuladungsklasse 15 Tonnen mit Wechselladereinrichtung und einer Wechselladerpritsche. Das ermöglicht den Transport von Versorgungsgütern ohne weitere Umschlagmittel wie Kräne oder Gabelstapler.

Durch den stärkeren Fokus auf die Landes- und Bündnisverteidigung steigt auch der Bedarf an geschützter und ungeschützter Mobilität. Die Wechselladersysteme sind sowohl für die Landes- und Bündnisverteidigung als auch für weltweite Einsätze im Rahmen der Konfliktverhütung geeignet.

von Lara Finke

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