Tauber spricht vor Publikum
© BAKSBundesakademie für Sicherheitspolitik/Sommerfeld
KategorieCybersicherheit

„Innovation Days 2019“ zum Krisenvorsorgeinformationssystem

Der Parlamentarische Staatssekretär im BMVgBundesministerium der Verteidigung, Dr. Peter Tauber, hat in Berlin die „Innovation Days 2019“ für das ressortübergreifende Krisenvorsorgeinformationssystem des Bundes (KVInfoSys) eröffnet.

Wichtiger Baustein für die digitale Bundeswehr

Tauber spricht vor Publikum

Vernetzter Informationsaustausch – laut Tauber eine wichtige Grundlage für die digitale Bundeswehr.

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Tauber nannte das System einen wichtigen Baustein für die digitale Bundeswehr. „Der Vernetzte Ansatz ist hier genau der Richtige“, betonte Tauber. Wie beim Radiohören gehe es darum, dass gemeinsam die richtigen Informationen geteilt würden.

Dreitägiges Expertentreffen

Das dreitägige Expertentreffen mit diversen Workshops, zu dessen Auftakt der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Eberhard Zorn, mit dabei war, fand in der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKSBundesakademie für Sicherheitspolitik) in Berlin statt. Insgesamt wurde diese Veranstaltung von den 231 Teilnehmenden als „outstanding“ bewertet. Der Vizepräsident der BAKSBundesakademie für Sicherheitspolitik, Wolfgang Rudischhauser, sagte: „Wenn es um den Vernetzten Ansatz geht, dann ist die BAKSBundesakademie für Sicherheitspolitik als Tagungsort genau richtig.“

Motto: „Gemeinsam Zukunft gestalten“

Havenith am Rednerpult

Führte gekonnt durch die Veranstaltung: Armin Havenith.

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Die Veranstaltung, die von Oberst i.G.im Generalstabsdienst im Einsatzführungskommando der Bundeswehr, Armin Havenith, moderiert wurde, stand unter dem Motto: „Gemeinsam Zukunft gestalten“. Das ressortübergreifende Krisenvorsorgeinformationssystem des Bundes ist das digitale Rückgrat des vernetzten Nationalen Risiko- und Krisenmanagements der Bundesregierung. Das ITInformationstechnik-System wird vom Bundeskanzleramt, dem Bundesministerium der Verteidigung, dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, dem Auswärtigen Amt sowie dem Bundesnachrichtendienst genutzt. So in insgesamt 63 Dienststellen und an 53 Standorten für gemeinsame und ressortübergreifende Aufgaben der Krisenvorsorge weltweit.

Einsatzführungskommando in ministeriellem Auftrag

Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr vertritt im ministeriellen Auftrag seit 2016 die Nutzerinteressen aller beteiligten Ressorts. An die Adresse des Befehlshabers des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Erich Pfeffer, der bei der Veranstaltung zugegen war, sagte Tauber: Er sei sehr stolz darauf, dass die Bundeswehr federführend an diesem Projekt mit dem Einsatzführungskommando der Bundeswehr vertreten sei.

Positive Nachricht nach draußen kommunizieren

Tauber sagte weiter: „Es ist eine gute Nachricht, dass wir das ressortübergreifende Krisenvorsorgeinformationssystem haben und neuentwickeln.“ Eine positive Nachricht, die nach draußen kommuniziert werden sollte. „Wir sollten es sagen, wenn wir etwas gut gemacht haben“, so Tauber. Es werde alles dafür getan, dass Deutschland auf der Höhe der Zeit sei, wenn es um den Schutz seiner Bürgerinnen und Bürger im Ausland gehe. „Wir tragen alle gemeinsam Verantwortung dafür“, unterstrich der Staatssekretär im BMVgBundesministerium der Verteidigung.

Ein Meilenstein ist erreicht

Die Entwicklung dieses Informationssystems hin zu einem gemeinsamen und ressortübergreifenden Informationsraum nähert sich mittlerweile einem entscheidenden Meilenstein, erklärte Kapitänleutnant Marco Hellgrewe, Bevollmächtigter Vertreter sowie Nutzervertreter der beteiligten Ressorts. Dieser Stand der Dinge wurde während der „KVInfoSysBund Innovation Days 2019“ allen beteiligten Ressorts, Ämtern, Organisationsbereichen und Dienststellen vorgestellt.

Feedback und gemeinsame Abstimmung

Im Verlauf der Veranstaltung wurde in Lagen und Workshops ein direktes Feedback der Teilnehmer aller Ressorts eingeholt – ganz im Sinne des „agile prototyping“.  So diente das Treffen auch zur gemeinsamen Abstimmung. „Wir haben in kürzester Zeit viel erreicht“, sagte Hellgrewe. So konnte in nur einem Jahr der Anforderungskatalog der Ressorts an das System erstellt werden. Hellgrewe wies in diesem Kontext auch auf die gute Zusammenarbeit mit der BWI hin.

Soldaten und Zivilisten am Tisch

Einbindung aller durch aktives Mitwirken: In Workshops äußerten die Teilnehmer sämtlicher Ressorts ihr direktes Feedback.

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Weiterentwicklung des Systems

Die Weiterentwicklung des Krisenvorsorgeinformationssystems des Bundes sieht vor, dass aus einer statischen eine dynamische Datenbank entstehen soll. Informationen werden laufend an sich rasch ändernde Krisenlagen angepasst. Die Krisenmanager, Entscheider und Spezialkommandos am Ort des Geschehens sollen durch dieses System – wie in einem gemeinsamen Chat – laufend mit top-aktuellen Daten informiert werden. Durch die Kooperation aller Bedarfsträger, Nutzer und Bedienenden wird der ressortübergreifende Charakter der Zusammenarbeit intensiv gelebt.

Ruanda und „Operation Libelle“

Stabsfeldwebel Sven Irrgang, ITInformationstechnik-Feldwebel KVInfoSys und rechte Hand des Bevollmächtigten Vertreters des Krisenvorsorgeinformationssystems des Bundes, richtete den Blick zurück auf die historischen Impulse, die zur Initiative für ein derartiges Krisenvorsorgeinformationssystems geführt hatten. Er verwies auf den Völkermord in Ruanda im Jahre 1994, als dort 7 Mitarbeiter der Deutschen Welle eingeschlossen waren, und in Amtshilfe von belgischen Fallschirmjägern evakuiert werden mussten. Weiter auf die „Operation Libelle“ 1997 auf dem Balkan. Aus diesen speziellen Erfahrungen heraus sei die Initiative für die Entwicklung eigener, ressortübergreifender Strukturen und Fähigkeiten zum Krisenmanagement der Bundesregierung nachhaltig intensiviert worden.

Gruppenfoto

Seite an Seite: Die Teilnehmer des Expertentreffens.

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Erfahrungsbericht aus erster Hand

Dass es auf diesem Weg bereits Erfolge gibt, machte Johannes Lehne deutlich, ehemaliger deutscher Botschafter im Südsudan. Er berichtete bei den „Innovation Days 2019“ als Zeitzeuge. Er wurde 2016 mit Hilfe von vier Transall der Bundeswehr aus dem Südsudan evakuiert. Lehne erzählte hautnah über seine Evakuierung am 14.07.2016 um 18:05 aus dem dortigen Krisengebiet. Als Quintessenz aus seinen Erfahrungen sagte er: Er begrüße es sehr, dass der Entwicklungsprozess des Krisenvorsorgeinformationssystems des Bundes intensiv vorangetrieben werde. „Ich kann Sie nur darin bestärken, weiter zu machen“, sagte Lehne.

Ein Stück gelebte Ressortzusammenarbeit

Hartmann am Rednerpult

Gemeinsam in die gleiche Richtung arbeiten: Frank Hartmann betonte die ressortübergreifende Kooperation.

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Der Krisenbeauftragte des Auswärtigen Amts, Frank Hartmann, würdigte das Krisenvorsorgeinformationssystems des Bundes als ein Stück gelebter Ressortzusammenarbeit. „Wir ziehen alle gemeinsam an einem Strang.“ Der Ministerialdirigent aus dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, Reinhard Peters, stellte heraus, dass die Diplomaten und zivilen Helfer im Ausland einen sicheren Rahmen für ihre Arbeit benötigten. Das Krisenvorsorgeinformationssystem des Bundes sei eine wesentliche Voraussetzung dafür.

Dicke Bretter bohren lohnt sich

Der Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes, Brigadegeneral Michael Baumann, nannte das Krisenvorsorgeinformationssystem des Bundes ein sehr ambitioniertes Projekt. Es ermögliche, vorhandene Expertise vielseitig zu nutzen. Es gehe um das Teilen von Informationen. Oberst i.G.im Generalstabsdienst im Einsatzführungskommando der Bundeswehr Thomas Mundstein ergänzte, ressortübergreifende Zusammenarbeit komme dem Bohren dicker Bretter gleich. „Aber es lohnt sich.“

von Jörg Fleischer

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