Boris Pistorius spricht mit einem Soldaten auf der Fregatte Baden-Württemberg.
© Bundeswehr/Tom Twardy
KategorieEngagement Indo-Pazifik

Pistorius betont Relevanz freier Seewege bei Übung vor Hawaii

Rim of the Pacific (RimpacRim of the Pacific) ist die weltweit größte maritime Übung: Rund 25.000 Teilnehmende aus 29 Nationen trainieren in der Indo-Pazifik-Region unter dem Motto „Partner: integriert und vorbereitet“. Damit wird ein Zeichen für freie See- und Handelswege gesetzt, betonte Verteidigungsminister Pistorius bei seinem Besuch auf Hawaii – der ersten Station seiner Indo-Pazifik-Reise.

U-Boot-Jagd und Luftbetankung

Deutschland beteiligt sich mit der Fregatte „Baden-Württemberg“ und dem Einsatzgruppenversorger „Frankfurt am Main“ sowie Teilen der Luftwaffe an der maritimen Übung RimpacRim of the Pacific, bei der Anrainerstaaten des Indo-Pazifiks und ihre Partner zusammenkommen. Die Übung unter Führung der USA dient dazu, die Zusammenarbeit bei maritimen militärischen Operationen im freien und offenen Indo-Pazifik zu stärken und zu verbessern.

Im Mai stachen die deutschen Besatzungen in See. Mehrere Wochen übten sie mit zahlreichen Partnern in den Gewässern vor Hawaii. Zu den vielfältigen Übungsszenarien gehörten unter anderem die U-Boot-Jagd und maritime Sicherheitsoperationen. Die Fläche, auf der sich die Schiffe und Boote bewegten, ist mit 540.000 Quadratkilometern etwa so groß wie Frankreich. Der Minister machte sich an Land und auf der Fregatte ein Bild von dem Geschehen.

Pistorius verbrachte einen Tag an Bord der „Baden-Württemberg“ und erhielt so Eindrücke von der multinationalen Übung aus erster Hand von den Soldatinnen und Soldaten. Er erlebte den Alltag und eine Nacht an Bord des Schiffes, ließ sich die Szenarien und Abläufe erläutern und tauschte sich mit der Besatzung aus.

Militärpolitische Reise Südostasien IPD24

Verteidigungsminister Boris Pistorius im Gespräch mit Besatzungsmitgliedern der Fregatte „Baden-Württemberg“. Während seiner Indo-Pazifik-Reise besuchte der Minister die Übung RimpacRim of the Pacific vor Hawaii und verbrachte eine Nacht an Bord der Fregatte.

© Bundeswehr/Tom Twardy

Dank und Respekt für die Besatzungen

„Mein Dank geht an die erstklassigen Besatzungen der Fregatte und des Einsatzgruppenversorgers“, sagte der Minister nach seiner Mitfahrt auf der Fregatte. Er bedankte sich für die herzliche Aufnahme auf dem Schiff und betonte: „Ich kann den Mannschaften nur den allergrößten Respekt zollen für das, was sie hier geleistet haben.“ Er sei stolz auf die Truppe. 

Auch die Luftwaffe ist vertreten: Mit drei Eurofighter-Kampfjets und zwei A-400 M-Transportflugzeugen begleitet sie die Übung RimpacRim of the Pacific und trainiert mit den Partnern beispielsweise das Betanken in der Luft. Die Planungen für das Indo-Pacific Deployment 2025 laufen bereits: Das Heer soll im kommenden Jahr Teil der Übung Talisman Sabre in Australien sein. Die endgültige Entscheidung dazu steht allerdings noch aus. An dieser Übung haben die deutschen Landstreitkräfte 2023 schon einmal teilgenommen. 

Während RimpacRim of the Pacific trainieren die teilnehmenden Streitkräfte ein breites Spektrum an Fähigkeiten – von der Katastrophenhilfe bis zu maritimen Sicherheitsoperationen, von der Seekontrolle bis zu komplexen Kriegsführungsmaßnahmen. Der Trainingsplan umfasst amphibische Operationen, Schießübungen, Raketen-, U-Boot-Abwehr- und Luftabwehrübungen sowie medizinische Einsätze, humanitäre Hilfe, Katastrophenhilfe, Bekämpfung von Piraterie, Minenräumung, Kampfmittelbeseitigung sowie Tauch- und Bergungsoperationen.
Die Übung RimpacRim of the Pacific existiert seit 1971. Seither nehmen immer mehr Nationen teil. Mittlerweile kommen insgesamt 29 Nationen alle zwei Jahre zu der gemeinsamen Übung zusammen. Dieses Jahr trainierten rund 40 seegehende Einheiten wie U-Boote und Versorgungsträger sowie rund 150 Luftfahrzeuge wie Hubschrauber und Seefernaufklärer. 
Die 29 Nationen sind: Australien, Belgien, Brasilien, Brunei, Chile, Dänemark, Deutschland, Ecuador, Frankreich, Indien, Indonesien, Israel, Italien, Japan, Kanada, Kolumbien, Malaysia, Mexiko, Niederlande, Neuseeland, Peru, Philippinen, Singapur, Sri Lanka, Südkorea, Thailand, Tonga, Vereinigtes Königreich und die Vereinigten Staaten von Amerika. 
 

„Es zählt die Stärke des Rechts“

Deutschland engagiere sich im eigenen und im europäischen Interesse in der Indo-Pazifik-Region. „Auch für uns und Europa insgesamt ist es von großer Bedeutung, dass die Region im Indo-Pazifik stabil ist. Und dass auch im Indo-Pazifik die regelbasierte internationale Ordnung gilt – und eingehalten und geschützt wird. Deutschland ist – wie andere Handelsnationen auch – abhängig von freien und sicheren Seewegen. Deutschland ist abhängig davon, dass internationale Handelsbeziehungen aufrechterhalten bleiben und gesichert werden können. Alle profitieren davon“, so der Minister. 

Es zählt die Stärke des Rechts und nicht das Recht des Stärkeren. Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, diese Sicherheit zu gewährleisten und an der Seite derer zu stehen, die – wie wir auch – die regelbasierte internationale Ordnung nicht nur anerkennen, sondern auch bereit sind, sie zu schützen.
Verteidigungsminister Boris Pistorius bei seinem Besuch der multinationalen Übung RimpacRim of the Pacific im Indo-Pazifik

Deutsche Schiffe werden sich auch dieses Jahr wieder an der Durchsetzung der Sanktionen gegen Nordkorea beteiligen. Das sei ein kleiner, aber auch ein wichtiger Beitrag, um zu zeigen: „Das geht uns alle an. Denn gerade Nordkorea rückt in den Blickpunkt durch seine Unterstützung Russlands im Krieg gegen die Ukraine, beim Unterlaufen von Sanktionen gegen Russland“, so der Minister.

Ein weiterer Grund für die Beteiligung am Indo-Pacific Deployment: das Unterstützen und Stärken der Partner im Indo-Pazifik. Deswegen treffe der Verteidigungsminister auf seiner Indo-Pazifik-Reise Partner aus der Region. Seine Reise sei ein Werben für Stabilität und Frieden. 

Mit Blick auf China, einen der indo-pazifischen Anrainer, sagte Pistorius: „Allen Akteuren in der Region muss ihre Verantwortung für die Stabilität im Indo-Pazifik klar sein. Gemeinsam müssen wir Eskalationen verhindern.“ Für Deutschland heiße das, Abhängigkeiten von China zu verringern. „Wir werben daher aktiv um bestehende und neue Partner in der Region.“ Aber genauso wichtig sei, dass viele Herausforderungen in der Region genauso wie weltweit nicht ohne China gelöst werden könnten. „Wir werden mit China also auch weiter zusammenarbeiten, wo es angebracht ist“, so der Minister. Das bedeutet: „Mit China im Dialog bleiben, aber trotzdem klar positionieren, wo wir stehen.“ 

Nächste Stationen: Südkorea und die Philippinen

Noch bevor es für den Minister an Bord der Fregatte ging, sprach er mit Admiral Samuel Paparo über das Lagebild im Westpazifik. Paparo ist der Kommandeur des Indo-Pacific Commands (INDOPACOM) der Vereinigten Staaten von Amerika, er behält in dieser Funktion mehr als 50 Prozent der Erde im Blick – rund 300.000 Soldatinnen und Soldaten aus 38 Nationen und 14 Zeitzonen.

Zudem besuchte Pistorius die Ruhestätte der USS Arizona und legte an ihrem Denkmal einen Kranz für die 1.177 Besatzungsmitglieder nieder, die am 7. Dezember 1941 beim Angriff auf den US-Flottenstützpunkt Pearl Harbor ihr Leben verloren. 

Von Hawaii geht es für den Minister weiter nach Südkorea und von dort auf die Philippinen. „Wir wollen unsere sicherheits- und verteidigungspolitischen Beziehungen intensivieren. Und wir wollen unsere Kooperationen ausbauen.“ 

von Amina Vieth

Für einen freien und offenen Indo-Pazifik: Pistorius besucht Partnerstaaten

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