Porträt vom Generalinspekteur Eberhard Zorn
© Bundeswehr/Sebastian Wilke
KategorieTagesbefehl

Generalinspekteur würdigt 160 Jahre deutsch-japanische Zusammenarbeit

General Zorn sieht nach 160 Jahren bewegter gemeinsamer Geschichte Deutschland und Japan Seite an Seite „für Frieden, Freiheit und Sicherheit“ einstehen. Der Besuch der Fregatte Bayern in Tokio unterstreiche die militärische Bedeutung und Leistungsfähigkeit der Partnerschaft beider Länder im Indo-Pazifik, so der Generalinspekteur im Tagesbefehl.

Soldatinnen und Soldaten, Reservistinnen und Reservisten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!

In diesem Jahr feiern wir 160 Jahre deutsch-japanische Beziehungen. Ausgehend von der Unterzeichnung des preußisch-japanischen Freundschafts- und Handelsvertrags im Jahre 1861 blicken wir auf eine bewegte Geschichte zurück, die nach der Zäsur von 1945 in unseren beiden Ländern zum Aufbau demokratischer und pluralistischer Strukturen führte. Heute stehen Deutschland und Japan gemeinsam ein für Frieden, Freiheit und Sicherheit, zu der ohne Frage auch der ungehinderte Zugang zur Hohen See und die Freiheit der internationalen Handelswege gehören.

Der Besuch der Fregatte „Bayern“ in Tokio vom 5. bis 10. November 2021 war der erste Hafenbesuch eines Schiffs der Deutschen Marine in Japan seit 19 Jahren und hat die deutsch-japanische Wertepartnerschaft im Jubiläumsjahr auch militärisch unterstrichen. Gemeinsam mit der japanischen Marine und weiteren Verbündeten hat die Fregatte „Bayern“ Übungen durchgeführt und wird sich in dieser Woche auch an der Überwachung der Sanktionen gegen Nordkorea beteiligen. Zudem hat die Besatzung in einer bewegenden Zeremonie gemeinsam mit vielen internationalen hochrangigen Gästen, Zeitzeugen und Schulkindern auf dem Friedhof von Yokohama der Seeleute der „Uckermark“ sowie der zivilen Opfer dieser Katastrophe aus dem Jahre 1942 gedacht.

Die Präsenz- und Ausbildungsfahrt der Fregatte „Bayern“ ist der bislang sichtbarste Ausdruck der Umsetzung der Leitlinien zum Indo-Pazifik. Darin hat die Bundesregierung im Herbst 2020 u.a. eine Festigung der strategischen Partnerschaften und eine erhöhte außen- und sicherheitspolitische Präsenz in der Region vorgesehen. Die EUEuropäische Union hat in diesem Jahr basierend auf einem sehr ähnlichen Ansatz ebenfalls eine Indo-Pazifik-Strategie verabschiedet, die es nun gemeinsam umzusetzen gilt.

Die Entsendung der Fregatte „Bayern“ ist vor diesem Hintergrund keine militärische Drohgebärde, sie zeigt deutsche Präsenz in der Region. Dabei ist die Fregatte „Bayern“ viel mehr als „nur ein Schiff“. Davon durfte ich mich unlängst in Japan selbst überzeugen. Sie ist Zeichen deutscher Handlungs- und militärischer Leistungsfähigkeit, sie trägt in unterschiedlichen Vorhaben zur Sicherheit der internationalen Seewege bei und ist zugleich ein wirksames diplomatisches Instrument zur Festigung unserer Wertepartnerschaften im Indo-Pazifik.

Die lange Reise der „Bayern“ vom Roten Meer über Australien, momentan Japan, bis zur Heimkehr im Februar 2022 fällt in eine Zeit, die von tektonischen Verschiebungen der internationalen Ordnung geprägt ist. Die Herausforderungen des Klimawandels, Großmachtstreben autokratischer Regime, die Entwicklung der Weltwirtschaft und somit auch unseres Wohlstands inmitten der immer noch anhaltenden Corona-Pandemie- alle diese Handlungsstränge führen mehr oder weniger direkt in den Indo-Pazifik.

Ich kann Sie daher alle nur ermutigen, sich mit dieser hochkomplexen Region näher zu befassen. Sie wird uns weiter beschäftigen, sowohl mit Blick auf das internationale Krisenmanagement als auch im Kontext der Landes- und Bündnisverteidigung. Als Ausgangspunkt empfehle ich die sehr gelungene Onlineausstellung zum 160. Jahrestag der deutsch-japanischen Beziehungen, die die deutsche Botschaft und der Militärattachéstab in Tokio u.a. auch mit Unterstützung des ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr organisiert haben. Die Ausstellung ist frei zugänglich, auch für die Ausbildungseinrichtungen der Bundeswehr.  Ich fordere alle in der Politischen Bildung Verantwortlichen auf, diesen Themenkomplex bis Ende Februar 2022 mit ihren jeweiligen Zielgruppen zu behandeln.

Mein Besuch in Japan hat mir die Tragweite der Leitlinien zum Indo-Pazifik und die militärische Relevanz dieser Region erneut eindrucksvoll vor Augen geführt. Die Fregatte „Bayern“ ist eine exzellente Botschafterin unseres Landes und ich danke der Besatzung für ihre ausgezeichnete Arbeit. Wir werden das Engagement im Indo-Pazifik auch in der Zukunft fortführen und gemeinsam mit unseren Wertepartnern für Frieden, Freiheit und eine regelbasierte multilaterale Weltordnung einstehen.

Eberhard Zorn
General

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