Vom Boden aus startet eine Rakete, die Abschussvorrichtung ist durch die Rauchentwicklung nicht genau erkennbar.
© Bundeswehr/Torsten Kraatz
Kategorie25-Millionen-Euro-Vorlagen

Entwicklung eines Luftverteidigungssystems für Landoperationen

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat die finanziellen Mittel zur Produktion von Prototypen eines Flugabwehrsystems für den Nah- und Nächstbereichsschutz bewilligt. Damit ist der Weg frei für die Entwicklung eines neuen Systems auf der Basis des Radpanzers Boxer.

Um die bestehenden Fähigkeitslücken in der bodengebundenen Luftverteidigung zu schließen, kann mit der Entwicklung eines Systems zum Schutz eines Truppenverbandes gegen Angriffe aus der Luft sowie zur Drohnenerkennung und -abwehr begonnen werden. 

Kernelemente eines solchen Netzwerkes für den Nah- und Nächstbereichsschutz werden voraussichtlich ein Gefechtsstand, Feuerleitpanzer, Radargeräte und Flugabwehrraketenpanzer sein. Zur Flugabwehr sollen die Komponenten auf der Basis des GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer installiert werden. Als Lenkflugkörper sollen IRIS-T SLSInfra Red Imaging System–Tail/Thrust Vector-Controlled, Surface Launched Short Range zum Einsatz kommen, die Boden-Luft-Variante der IRIS-T.

Der Haushaltsausschuss hat für die Entwicklung eines Erstexemplars der wichtigsten Komponenten 1,23 Milliarden Euro bewilligt. Die Investition wird zunächst aus dem Sondervermögen Bundeswehr finanziert.  Danach wird das Projekt im regulären Verteidigungsetat weitergeführt. Ein Prototyp des Systems soll nach Plan im Jahr 2028 zur Verfügung stehen.

Bis zur Auflösung der Heeresflugabwehrtruppe war der Flugabwehrkanonenpanzer Gepard eines der Hauptwaffensysteme, um die Panzer- und Panzergrenadiertruppe zu begleiten und vor angreifenden Flugzeugen und Hubschraubern im niedrigen Höhenbereich zu schützen. Er war bis zum Jahr 2010 im Einsatz. Erfahrungen aus dem Abwehrkampf der Ukraine gegen die russische Aggression bekräftigen, wie wichtig mobile und geschützte Flugabwehrsysteme für die Landes- und Bündnisverteidigung sind: Ausrangierte Gepard-Panzer wurden wieder in Betrieb genommen und an die Ukraine geliefert, um dort Flugziele zu bekämpfen. 

Mit dem Waffensystem Roland verfügte die Bundeswehr schon einmal über einen Flugabwehrraketenpanzer zur Bekämpfung tieffliegender Luftfahrzeuge. Er wurde bereits 2005 aus der Nutzung genommen.

von Florian Manthey

Mehr zum Thema

Inhalte teilen via

Anfang Footer Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

Auf dieser Website nutzen wir Cookies und vergleichbare Funktionen zur Verarbeitung von Endgeräteinformationen und (anonymisierten) personenbezogenen Daten. Die Verarbeitung dient der Einbindung von Inhalten, externen Diensten und Elementen Dritter, der eigenverantwortlichen statistischen Analyse/Messung, der Einbindung sozialer Medien sowie der IT-Sicherheit. Je nach Funktion werden dabei Daten an Dritte weitergegeben und von diesen verarbeitet (Details siehe Datenschutzerklärung Punkt 4.c). Bei der Einbindung von sozialen Medien und interaktiver Elemente werden Daten auch durch die Anbieter (z.B. google) außerhalb des Rechtsraums der Europäischen Union gespeichert, dadurch kann trotz sorgfältiger Auswahl kein dem europäischen Datenschutzniveau gleichwertiges Schutzniveau sichergestellt werden. Sämtliche Einwilligungen sind freiwillig, für die Nutzung unserer Website nicht erforderlich und können jederzeit über den Link „Datenschutzeinstellungen anpassen“ in der Fußzeile unten widerrufen oder individuell eingestellt werden.

  • Logo Bundesministerium der Verteidigung

    Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

    Detaillierte Informationen zum Datenschutz finden Sie unter Datenschutzerklärung