Transatlantische Sicherheit stärken: Pistorius in den USA
Vom 15. bis 18. September 2026 reist der Minister in die Vereinigten Staaten. Er trifft seinen US-Amtskollegen und den UN-Generalsekretär.
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Verteidigungsminister Boris Pistorius und sein US-amerikanischer Amtskollege Pete Hegseth beabsichtigen eine engere Zusammenarbeit ihrer Rüstungsindustrien. Das sagte Pistorius nach einem Gespräch mit Hegseth in der US-Hauptstadt Washington, D. C. Beide unterzeichneten ein Statement of Intent dazu.
Deutschland und die USA wollen im Rüstungsbereich noch enger zusammenarbeiten. Das sagte Pistorius auf seiner Reise in Washington, D. C. In der US-Hauptstadt hatte er zuvor seinen Amtskollegen Hegseth zu einem Gespräch im Pentagon getroffen.
Die Kooperationen sollen beiden Ländern ermöglichen, die Innovationskraft der Industrien noch stärker und schneller ausschöpfen zu können. Das sagte Pistorius vor Pressevertretern in Washington, D. C. Er und Hegseth haben ein Statement of Intent (Absichtserklärung) dazu unterzeichnet. Es sieht unter anderem vor, dass Rüstungsgüter in Deutschland produziert werden können, falls die Produktionskapazitäten in den USA wegen hoher Nachfrage nicht ausreichen.
Pistorius betonte die leistungsfähige industrielle Basis deutscher Unternehmen. Fachkräfte seien hervorragend ausgebildet, Deutschland biete technologische Spitzenkompetenz. Das zeigten beispielsweise erfolgreiche Start-ups in der Raumfahrt- oder Drohnenbranche. Zudem habe die deutsche Industrie bei Projekten wie dem Bau von Rumpfteilen für F-35A-Kampfjets (Rheinmetall) oder PAC-2-Raketen (MBDA) bewiesen, Produktionskapazitäten schnell aufbauen zu können.
Die engere Zusammenarbeit bringe Deutschland große Vorteile, betonte der Verteidigungsminister: mehr und schnellere Produktion, aufgefüllte Bestände oder bessere Lieferketten. Das mache die deutschen Streitkräfte insgesamt leistungsfähiger und einsatzbereiter.
Für die wachsende Bundeswehr seien die USA wichtiger Partner beim Aufbau von Fähigkeiten. Deutschland wiederum schaffe Arbeitsplätze in den USA. Zudem verbessere das gemeinsame Vorhaben die Interoperabilität, also die Möglichkeit des Zusammenwirkens der Streitkräfte, und damit die Verteidigungsfähigkeit der NATO.
| Zu gemeinsamen Projekten der USA und Deutschlands bei Verteidigung und Rüstung gehören unter anderem die US-amerikanischen Seefernaufklärungsflugzeuge Poseidon P-8A. Sie werden bereits seit mehreren Monaten an Deutschland geliefert. 2027 kommt mit dem CH-47 der erste schwere Transporthubschrauber der Luftwaffe dazu. Am Freitag soll Pistorius in Texas den ersten F-35A-Kampfjet offiziell in Empfang nehmen – laut Minister „der modernste Kampfjet mit deutschem Hoheitsabzeichen“. |
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Beim Treffen im Pentagon besprach Pistorius mit Hegseth auch den Kauf von Typhon-Abschussrampen und Tomahawk-Marschflugkörpern. Dieser wurde bereits beim NATO-Gipfel in Ankara Anfang Juli politisch zugesagt. Mit dem Letter of Request von Anfang September, dem Kaufantrag für die Startsysteme, hat das aufwendige Verfahren eine weitere Hürde genommen.
Mit Typhon und Tomahawk erhalte die Bundeswehr die Fähigkeit Deep Precision Strike (DPS) – also die Möglichkeit, weit entfernte, gegnerische Ziele genau zu treffen. Das sei zudem in der europäischen Rüstungszusammenarbeit wichtig – die Pistorius ebenfalls stärken wolle: „Wir arbeiten parallel auch im Bereich der DPS-Systeme weiter an europäischen Lösungen“, zum Beispiel mit britischen Partnern beim European Long-Range Strike Approach (ELSA) sowie mit der Ukraine.
Bei einem Pressestatement mitten in der US-Hauptstadt Washington, D. C. steht Verteidigungsminister Boris Pistorius den Journalistinnen und Journalisten Rede und Antwort zur deutschen Verteidigungspolitik
Pistorius informierte sich bei seinen Gesprächen im Pentagon auch über die laufende Überprüfung zur US-Truppenstärke in Europa (Force Posture Review). Man sei sich einig, dass es angesichts der Bedrohungen, die im Wesentlichen von Russland ausgingen, verhindert werden müsse, das gefährliche Fähigkeitslücken entstehen. Eine von Pistorius angedachte Road Map sehe vor, von den USA abgezogene Fähigkeiten zu kompensieren.
Pistorius betonte zudem die Anerkennung der USA zu den wachsenden Investitionen der Bundesrepublik im Verteidigungsbereich: „Für mich war wichtig, dass die Rolle Deutschland in der NATO, in Europa, von den USA sehr deutlich wahrgenommen wird. Sowohl was unsere Verteidigungsausgaben angeht als auch das Tempo, in dem wir wachsen in der Bundeswehr: personell, materiell – und vor allem in der Führungsrolle, die wir dabei einnehmen in Europa.“ Es gehe nicht um deutsche Alleingänge, sondern um die Verantwortung, der sich die Bundesrepublik als größte Volkswirtschaft in Europa und als größter NATO-Partner stelle. „Ich habe eine klare Botschaft“, so Pistorius. „Die NATO muss europäischer werden, um transatlantisch zu bleiben.“
| Deutschland hat seinen Verteidigungshaushalt erhöht: 2026 umfasst er mehr als 108 Milliarden Euro. Bis 2029 soll das Fünf-Prozent-Ziel erreicht sein. |
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Bei seinem Besuch in Washington, D. C. traf Pistorius auch Vertreterinnen und Vertreter von US-Rüstungsunternehmen zu Gesprächen. Vor seiner Weiterreise am Mittwoch (Ortszeit) sind außerdem Treffen mit Senatoren sowie Abgeordneten des US-Kongresses geplant.
Im Anschluss reist Pistorius weiter nach New York, unter anderem zu Gesprächen mit UN-Generalsekretär António Guterres. Am Freitag endet die USA-Reise des Ministers mit der offiziellen Übergabe des neuen F-35A-Kampfjets für die Bundeswehr in Texas.
von Redaktion der Bundeswehr