Die Hand einer Soldatin hält einem Stift über ein Tablet, das auf einem Tisch liegt
© Bundeswehr/Markus Dittrich
KategorieDigitalisierung

Datenstrategie der Bundeswehr: Es geht ums digitale Ganze

Mit der Datenstrategie des Geschäftsbereiches des Verteidigungsministeriums werden ambitionierte Ziele verfolgt: Ein übergreifendendes Datenmanagement soll die Verfügbarkeit und die Nutzbarkeit der Daten steigern. Auch Datenanalyseprogramme in Streitkräften und Verwaltung sollen auf diese Weise genutzt werden können.

Weg von den unzähligen Insellösungen, hin zu einem bundeswehrgemeinsamen Umgang mit Daten: Das ist die Essenz der Datenstrategie des Geschäftsbereiches des Bundesverteidigungsministeriums. Sie wurde Anfang Oktober von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer gebilligt. Das Ministerium nimmt damit erneut eine Vorreiterrolle ein. Als erstes Ressort setzt das Verteidigungsministerium die Vorgaben der Datenstrategie der Bundesregierung um.

Informationen als strategische Ressource

Die Idee hinter der Datenstrategie ist klar. In digitalen Gesellschaften werden Daten und daraus gewonnene Informationen immer wichtiger. Sie sind eine strategische Ressource, die Nutzer bei Entscheidungen unterstützt und letztlich auch zu mehr Durchschlagskraft auf dem Gefechtsfeld führt.

Daten sind der Rohstoff ökonomischer, ökologischer, sozialer und technologischer Entwicklungen. Sie sind Voraussetzung und Ressource für durchgängige, ITInformationstechnik-gestützte sowie automatisierte Prozesse.
Datenstrategie des Bundesministeriums der Verteidigung

Die Organisationsbereiche der Bundeswehr arbeiten mit einer kaum mehr überschaubaren Menge an Daten. Sie sind Voraussetzung zur Bewältigung der jeweiligen Aufgaben, können aber mangels eines einheitlichen Datenmanagements nur selten für andere, darüber hinausgehende Zwecke genutzt werden.

Das soll sich mit der Datenstrategie ändern. Die Daten im gesamten Geschäftsbereich des Ministeriums sollen durch standardisierte und transparente Verfahren so aufbereitet werden, dass sie miteinander kombiniert werden können. Durch die durchgängige Einordnung, Kontextualisierung und Verknüpfung werden sie zu Informationen, aus denen mit der richtigen Idee – und zukünftig auch mit der Hilfe künstlicher Intelligenz –  ein digitaler Mehrwert erzeugt werden kann. Das Stichwort hierzu heißt Big Data Analytics.

Standardisierte Datenpflege

Ein standardisiertes Datenmanagement im Geschäftsbereich des Bundesverteidigungsministeriums wird bisher nur in jenen Bereichen betrieben, die mit den Standard-Anwendungs-Software-Produkt-Familien (SASPFStandard-Anwendungs-Software-Produkt-Familie) arbeiten. Sie sind vor allem für betriebswirtschaftliche Zwecke wie Logistik und Personalmanagement gedacht. Ein ähnliches, aber übergreifendes System soll nun für die gesamte Bundeswehr etabliert werden.

Die Umsetzung der Datenstrategie wird dabei zentral aus dem Verteidigungsministerium gesteuert. Die verbindlichen Vorgaben für eine einheitliche Datenpolitik werden schrittweise und dezentral umgesetzt. Koordiniert wird das Ganze durch das organisationsübergreifende Data Governance Office der Bundeswehr (DGOBw). Es wird vom Kommando Cyber- und Informationsraum (KdoCIRKommando Cyber- und Informationsraum) geleitet.

Wesentliche Voraussetzung für ein effektives Nutzen von Daten ist ein gemeinsames Verständnis von Prozessen, Daten, Datenstrukturen sowie Anforderungen an die Qualität und Vollständigkeit dieser Daten.
Datenstrategie des Bundesministeriums der Verteidigung

Die Dokumentation in einem einheitlichen Datenkatalog für die Bundeswehr gewährleistet Verfügbarkeit, Sicherheit und Nutzbarkeit der Daten. Durch Gütekriterien wird die Datenqualität verbessert und die spätere Nutzung in anderen Zusammenhängen ermöglicht. In der Folge steigen unter anderem sowohl die Einsatzbereitschaft als auch die Widerstandsfähigkeit der Streitkräfte gegen Bedrohungen aller Art. Insbesondere im Bereich der Informationstechnologie, aber auch bei der Logistik.

Datenorientierte Organisationskultur

Auch die Datenkompetenz der Bundeswehrangehörigen selbst soll gesteigert und so der Weg zu einer datenorientierten Organisationskultur gebahnt werden. Der Austausch der aufbereiteten Daten mit anderen Organisationsbereichen ist ausdrücklich vorgesehen. Die Daten des Verteidigungsministeriums sollen – wo immer sinnvoll –   auch externen Partnern zur Verfügung gestellt werden. Zum Beispiel anderen Ministerien oder NATONorth Atlantic Treaty Organization-Verbündeten, wenn der Datenschutz es zulässt.

Geplant ist, die für den Tausch vorgesehenen Daten in gemeinsamen Datenknoten zu teilen. So sollen Synergien und die kreative Nutzung der Daten ermöglicht werden, ohne die digitale Souveränität der Bundeswehr zu gefährden.

von Redaktion der Bundeswehr 

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