Kinder bohren in eine Kokosnuss
© Bundeswehr/Thilo Pulpanek
KategorieBundesministerium der Verteidigung

Bundeswehr zum Anfassen

Tag der offenen Tür der Bundesregierung: Auch am zweiten Tag lädt die Bundeswehr wieder zum Mitmachen und Anfassen ein. Tausende Besucher sind der Einladung gefolgt.

Stephen Haag hat einen Bohrer in der Hand. Eine große Menschentraube schaut dem 31-Jährigen zu. Zielgenau bohrt er sich immer weiter in eine Kokosnuss hinein, in der schon mehrere Löcher klaffen. Der „Kopfbohrer“ ist eine der Hauptattraktionen im Zelt des Sanitätsdienstes beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung. „Im Prinzip fühlt es sich an wie ein Akku-Schrauber“, sagt Haag. „Erst musste man einigen Druck auf die Nuss ausüben, doch plötzlich hat sich der Bohrer abgeschaltet.“ Dirk Mändl hat die Erklärung dafür. „Der Bohrer stellt fest, wenn er durch die Schädeldecke gedrungen ist und hört dann selbstständig auf, sich zu drehen“, so der Bundeswehr-Sanitäter. „Das Gerät kommt bei Schädel-Hirn-Traumata zum Einsatz, um schnell den Druck vom Kopf wegzunehmen und Schaden für den Patienten zu verhindern“, sagt Mändl seinen interessierten Zuhörern.

Soldat an einer mobilen Versorgungsstation

Im Einsatz kann sauberes Wasser Gold wert sein.

© Bundeswehr/Jana Neumann

Versorgung im Einsatz: Umweltfreundlich und regenerativ

Ein paar Meter weiter im selben Zelt steht Timo Ginsberg den Besuchern Rede und Antwort. Der Beamte von der Wehrtechnischen Dienststelle 41 in Trier stellt ein ganz besonderes Projekt vor: Das Energie-Camp. „In Trier testen wir, wie die umweltfreundliche Energieversorgung im Einsatz in Zukunft funktionieren kann“, sagt Ginsberg. „Schließlich ist die Versorgung mit Diesel mit hohem Verbrauch, hohen Kosten und Gefahren beim Transport verbunden.“ Die Idee: Verschiedene Container werden im Baukastensystem miteinander verbunden. Photovoltaik, Solarthermie, Blockheizkraftwerk und Energiespeicher – alles kann beliebig an- oder wieder abgeschlossen werden. „Komplett mit Erneuerbaren Energien. Und mit genügend Manpower ist der Aufbau schnell erledigt“, betont Ginsberg.

Ein knappes Gut im Einsatz ist auch Wasser. Das weiß keiner besser, als Oberstabsfeldwebel Wolf. Der Spezialpionier zapft ein paar Becher Trinkwasser ab und verteilt sie an durstige Besucher. Das Wasser kommt aus der „Waterclean 1600“, einem Gerät, das Trinkwasser aufbereitet. „Damit reinigen wir alle Arten von Wasser, egal wie verschmutzt“, sagt Wolf. Die Anlage kann sogar Meerwasser entsalzen und es mit Mineralien aufbereitet zur Verfügung stellen.

tEODor der Roboter fährt zwischen den Besuchern

Der Kampfmittelräumroboter tEODor findet heute nur einen Sonnenschirm und Luftballons.

© Bundeswehr/Jana Neumann

tEODor dreht seine Runden

Beim Schlendern über das Gelände des Bendlerblocks wird einem früher oder später tEODor über den Weg rollen. Der Kampfmittelräumroboter wurde von Besuchern bereits mit diversen Deko-Artikeln verziert – darunter ein Sonnenschirm und mehrere Luftballons. „Seine eigentliche Aufgabe ist es, potentiell gefährliche Gegenstände oder Sprengsätze zu untersuchen“, sagt Hauptfeldwebel Jana Weber, während sie den Roboter per Fernbedienung steuert. „Er kann sowohl im Gelände als auch in Gebäuden eingesetzt werden und steigt sogar Treppen auf und ab.“ Statt Sprengsätzen hält tEODor heute eine klimpernde Spendendose in seinem Greifarm. So können die Besucher das Soldatenhilfswerk unterstützen.

Der Arbeitgeber Bundeswehr präsentiert sich

Im Karrierezelt können sich Interessierte informieren, was die Bundeswehr als Arbeitgeber bietet. Zum ersten Mal dabei sind die Kameraden vom Kommando Cyber- und Informationsraum (CIRCyber- und Informationsraum). Die neu geschaffene Teilstreitkraft sucht vor allem ITInformationstechnik-Experten und lockt mit einem beeindruckenden Feature. „Auf diesem Bildschirm werden weltweite Cyber- und Hackerattacken in Echtzeit abgebildet“, sagt Feldwebel Heiko Werler. Ständig huschen Lichtsignale von einem Ort zum anderen, die die Angriffe symbolisieren. „Seit heute früh um neun sind es mehrere Tausend. „Dafür wollen wir sensibilisieren und zeigen, dass die Bundeswehr auch solche Attacken abwehrt. Jeder ITInformationstechnik-Interessierte kann ein Teil davon sein“, betont Werler.

Auch die Feuerwehr der Bundeswehr präsentiert sich auf dem Gelände. Im Führerhaus eines Feuerlöschfahrzeugs – auch „Wasserkuh“ genannt, sitzen schon einige Jugendliche, die vielleicht einmal Brandmeister bei der Bundeswehr sind. „Das Fahrzeug fasst 6.000 Liter Wasser, 600 Liter Schaummittel und 500 Liter Löschpulver“, erklärt Brandmeister Steffen Kruse. „Damit kann ich die Kleinen natürlich beeindrucken“, weiß der Feuerwehrmann.

Soldat vor einem Löschfahrzeug

Das Feuerlöschfahrzeug 6.000 Liter - das sind knapp 50 Badewannen.

© Bundeswehr/Jana Neumann

Für jeden etwas dabei

Wie am Vortag können die Bürgerinnen und Bürger auch heute Großgeräte wie den Transporter „Boxer“, den Spähwagen Fennek oder den Tornado-Kampfjet bewundern und auch Tuchfühlung gehen. Nach dem Motto: Einmal im Leben in einem Panzer sitzen. Besondere Highlights sind wieder die Vorführung der Diensthunde und der Auftritt des Wachbataillons. Für musikalische Unterhaltung sorgt das Musikkorps der Bundeswehr. Und auch die ganz Kleinen kommen auf ihre Kosten. Neben einer Hüpfburg können sie in einem offenen Zelt Gesichter bemalen oder basteln. Dazu hält die Kochnationalmannschaft der Bundeswehr den ein oder anderen Gaumenschmaus bereit. Kurzum: Ein erlebnis- und lehrreicher Tag für jeden im Bundesministerium der Verteidigung.

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