Boris Pistorius steht an einem Rednerpult und spricht zum Publikum, unscharf steht im Vordergrund ein Fotograf.
© Bundeswehr/Tom Twardy
KategorieRede

Boris Pistorius über „Vernetzte Sicherheit in der Sahel-Region“

Rede des Bundesministers der Verteidigung, Boris Pistorius, bei der gemeinsamen Veranstaltung von BMVgBundesministerium der Verteidigung, BMZBundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und FES zum Thema „Vernetzte Sicherheit in der Sahel-Region“ am 19. März 2024

Es gilt das gesprochene Wort!

Lieber Martin Schulz,

liebe Svenja Schulze,

werte Damen und Herren Abgeordnete,

Exzellenzen,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

Gleich zweimal hat mich mein erstes Jahr als Verteidigungsminister in den Sahel geführt. Einmal gemeinsam mit dir, liebe Svenja, war ich in Niger und Mali und dann im Dezember erneut in Niger.

Bei beiden Reisen war mir wichtig, mit den Menschen vor Ort zu sprechen – mit den Regierenden ebenso wie mit der Zivilgesellschaft. 

Ich habe aus diesen Gesprächen ein paar Lehren mitgenommen, die ich gerne in diesem Forum zur Diskussion stelle – einem Forum, bei dem wir nicht nur über Afrika und Sahel, sondern mit Vertretern dieses Kontinents und dieser Region sprechen wollen: 

Diese Botschaften habe ich sowohl in Mali als auch in Niger klar und deutlich vernommen! Und ich denke, mit diesem Befund können wir arbeiten, denn er entspricht unserer Interessenlage:

Und natürlich halten wir daran fest, dass eine Demokratie, die die Menschen am politischen Leben partizipieren lässt und wo die Regierenden von Parlament und freien Medien kontrolliert werden, mittel- und langfristig zu einer besseren Regierungsführung führt als Autokratien. 

Aber das darf nicht dazu führen, dass wir demokratische Verhältnisse zu einer Voraussetzung unseres Engagements machen. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Unsere Beiträge zu Sicherheit und Stabilität – und zu wirtschaftlicher Entwicklung sollen dazu beitragen, dass Menschen in Würde leben und sich soziale Teilhabe und politische Partizipation mittelfristig durchsetzen.

Was bedeutet das für unser Engagement? Auch hier komme ich auf sechs Punkte:

Insofern sehe ich uns im Sahel auch nicht in Konkurrenz zu Russland. Wohl aber sehe ich die Gefahr, dass wir durch reflexartige Suspendierung unserer gesamten Zusammenarbeit als Reaktion auf nicht-verfassungsgemäße Regierungswechsel die betroffenen Staaten mutwillig in die Arme Russlands treiben. Das haben die Menschen in diesen Ländern nicht verdient! 

Gleichzeitig schaden wir unseren eigenen Interessen an nachhaltiger Sicherheit und Stabilität im Sahel! Und wir überlassen das Feld in Afrika einer autokratischen Macht, die einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen ihren Nachbarn mitten in Europa führt. Das können wir nicht wollen! Umso wichtiger bleibt die strategische Ausrichtung unseres Engagements im Sahel, der lange Atem – unabhängig von Unwägbarkeiten, mit denen wir – gerade im Sahel - immer wieder zu rechnen haben.

Mir geht es um einen ebenso strategischen wie ganzheitlichen Ansatz für die Region – ein Ansatz, der von den Betroffenen vor Ort nicht nur mitgetragen, sondern mitgestaltet wird. Wir brauchen Beziehungen auf Augenhöhe – ohne dass wir unsere eigenen Interessen, Werte und Prinzipien aus den Augen verlieren. 

Die Situation im Sahel ändert sich ständig. Die Interessen der Menschen vor Ort, unsere eigenen Interessen in der Region – und vor allem unser gemeinsames Interesse an Sicherheit und Stabilität - ändern sich nicht.

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