Boris Pistorius läuft gemeinsam mit weiteren Soldaten und Personen über eine Straße.
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Zeitenwende: Beschleunigte Baumaßnahmen für Großprojekte Arrow und Chinook

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat am 16. Oktober den Fliegerhorst Holzdorf besucht. Er traf dort die Ministerpräsidenten Brandenburgs und Sachsen-Anhalts, Dietmar Woidke und Reiner Haseloff. In Gesprächen ging es um die Stationierung Schwerer Transporthubschrauber und des Waffensystems Arrow sowie um die Beschleunigung von Bauvorhaben.

Der Fliegerhorst Holzdorf am Standort Schönewalde liegt auf der Landesgrenze zweier Bundesländer. Der kleinere Teil liegt im Südosten Sachsen-Anhalts, der größere im Südwesten Brandenburgs. Schönewalde ist Luftwaffenstandort und genießt im Zuge der Zeitenwende steigende Aufmerksamkeit: Denn hier sollen Teile des Waffensystems zur Territorialen Flugkörperabwehr Arrow sowie die meisten der zu beschaffenden Schweren Transporthubschrauber (STHSchwerer Transporthubschrauber) vom Typ Boeing CH-47F (Chinook) stationiert werden. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hatte für die Beschaffung der Hubschrauber im Sommer 2023 grünes Licht gegeben genau so, wie er die vorvertragliche Vereinbarung mit Israel zum Kauf des Waffensystems Arrow billigte.

Chinook und Arrow: Rüstungsprojekte erfordern neue Infrastruktur

Arrow ist ein Waffensystem zur bodengebundenen Abwehr ballistischer Flugkörper oberhalb der Erdatmosphäre, also in einer Höhe deutlich über 100 Kilometern. Schönewalde ist der erste von drei Arrow-Standorten im Bundesgebiet. Doch um das System unterzubringen und einsatzbereit zu machen, muss zuvor Infrastruktur geschaffen oder ertüchtigt werden – insbesondere für die leistungsstarken Radargeräte zur Entdeckung und Verfolgung anfliegender Raketen und die Feuerstellung, aus der heraus feindliche Flugkörper bekämpft werden.

Die neuen Chinook-Hubschrauber werden die bisher genutzten Mittleren Transporthubschrauber Sikorsky CH-53G ersetzen. „Wir haben 60 Hubschrauber bestellt. Davon werden 47 hier stationiert werden“, erklärte Pistorius. Auch für dieses Waffensystem werden infrastrukturelle Maßnahmen erforderlich: Dazu zählen beispielsweise die Erweiterung vorhandener Außenabstellflächen, die Schaffung zusätzlicher witterungsgeschützter Abstellmöglichkeiten, die Anpassung der Flugbetriebsflächen und der Neubau einer Instandsetzungshalle.

Rüstungsvorhaben höchster Priorität erfordern Beschleunigung am Bau

Die vorgesehene Stationierung der neuen Waffensysteme in Schönewalde verdeutlicht, wie wichtig Brandenburg für die Realisierung bedeutender Rüstungsvorhaben ist. Aktuell sind in Brandenburg militärische Baumaßnahmen und Bauprojekte mit einem Volumen von gut einer Milliarde Euro bis 2029 erfasst. Der Investitionsbedarf zur Ertüchtigung der Infrastruktur für die Schweren Transporthubschrauber und das Raketenabwehrsystem Arrow wird mit zusätzlichen 550 Millionen Euro beziffert.

Für die Bundeswehr hätten die beiden Rüstungsprojekte im Lichte der Zeitenwende höchste Priorität, hob Pistorius hervor. „Zeitenwende darf sich nicht nur erschöpfen in Waffen und Munition“, so Pistorius. Auch Infrastruktur gehöre dazu. Dafür müsse nun Tempo aufgenommen werden. Insbesondere in der Zusammenarbeit mit den Ländern gebe es Grund für „größtes Vertrauen in die Leistungsfähigkeit“ aller Beteiligten bei der Realisierung der Infrastrukturprojekte.

Woidke und Haseloff begrüßen die Investitionen. „Die Soldatinnen und Soldaten verdienen die beste Technik, die beste Ausstattung und beste Rahmenbedingungen an den Stützpunkten“, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Woidke. Holzdorf stehe, so wie andere Standorte in Brandenburg ebenfalls, für ein besonderes Miteinander in der Region. Die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr würden geachtet und geschätzt.

Bundesminister der Verteidigung Boris Pistorius schaut lächelnd für eine Portraitaufnahme in die Kamera.
Kompliment: Der Verband hat ein bemerkenswertes Engagement, eine tolle Einsatzbereitschaft und hohe Kompetenz an den Tag gelegt.
Verteidigungsminister Boris Pistorius Bundeswehr/Norman Jankowski

Um die anstehenden Baumaßnahmen zügig umsetzen zu können, kündigten Woidke und Haseloff die Bildung einer Task Force an. Die geplante Beschleunigung von Infrastrukturprojekten der Bundeswehr werde durch beide Länder unterstützt. Darüber hinaus wollen sich die beiden Ministerpräsidenten noch in diesem Jahr zu einer gemeinsamen Kabinettsitzung auf dem Fliegerhorst treffen. Gemeinsam mit den Kommunen wird daran gearbeitet, die Bedingungen in der Region für die Soldatinnen und Soldaten noch weiter zu verbessern.

Luftwaffe leistungsstark in Dauer- und Hilfseinsätzen

Bislang sind am Fliegerhorst Holzdorf der Einsatzführungsbereich 3 als Teil des Zentrums Luftoperationen die Lufttransportgruppe des Hubschraubergeschwaders 64 und weitere Dienststellen beheimatet. Im Gespräch mit den Soldatinnen und Soldaten zeigte sich Pistorius beeindruckt von deren Engagement und Einsatzbereitschaft. Es sei außerordentlich bemerkenswert, wie immer wieder Mittel und Kräfte ohne Vorlauf verlässlich und mit hoher Geschwindigkeit bereitgestellt würden, betonte der Verteidigungsminister.

Die Transportflieger sind bekannt für ihre Katastrophen- und Hilfseinsätze – zuletzt im Sommer dieses Jahres in Slowenien. Der Einsatzführungsbereich 3 gewährleistet jeden Tag und rund um die Uhr die taktische Führung von Luftstreitkräften in Deutschland und weltweit. Bereits in Friedenszeiten wird die Daueraufgabe Sicherheit im Luftraum in der Heimat und im Rahmen von NATONorth Atlantic Treaty Organization Air Policing wahrgenommen.

von Johannes Friedemann

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