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Bundeswehr/Tom TwardyHöchste deutsche Auszeichnung für ehemaligen US-Verteidigungsminister
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Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat am 1. Oktober 2025 den ehemaligen Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten von Amerika, Lloyd James Austin III, im Berliner Bendlerblock empfangen. Pistorius zeichnete seinen früheren Amtskollegen für dessen Lebenswerk mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland aus.
Lloyd Austin – ein Name, der für außerordentliches persönliches Engagement im Sinne der deutsch-amerikanischen Freundschaft steht. Er steht ebenfalls für die nachhaltige Stärkung der bilateralen verteidigungs- und militärpolitischen Zusammenarbeit. Dieses Wirken würdigte Verteidigungsminister Boris Pistorius auf einem Empfang am 1. Oktober 2025 im Berliner Bendlerblock.
Austins beeindruckende militärische und politische Karriere umfasst mehr als vier Jahrzehnte. „Von Ihrem Dienst als Vier-Sterne-General, der die US- und Koalitionstruppen im Nahen Osten befehligte, bis hin zu Ihrem Amt als Verteidigungsminister im Jahr 2021 – Ihr Leben war geprägt von Engagement, Integrität und Führungsstärke“, sagte Boris Pistorius. Seit seinem Amtsantritt im Januar 2021 habe Austin unermüdlich daran gearbeitet, die Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland zu vertiefen. „Sie haben immer wieder die zentrale Rolle Deutschlands als verlässlicher Verbündeter und als Eckpfeiler der europäischen Sicherheit anerkannt.“
Verteidigungsminister Boris Pistorius zeichnet seinen ehemaligen Amtskollegen aus den Vereinigten Staaten mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland aus
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Bundeswehr/Tom TwardyZukunftsfelder und Unterstützung für die Ukraine
Auf Initiative Austins weitete sich die deutsch-amerikanische Verteidigungskooperation auch auf strategische Zukunftsfelder wie Cyberabwehr und Weltraumsicherheit aus – zentrale Bereiche, denen heute eine Schlüsselrolle zugeschrieben werde. Dabei kooperieren heute beide Nationen eng und vertrauensvoll – weil Lloyd Austin diese Tür geöffnet habe, so der Minister.
Nach Beginn Russlands brutaler Aggression gegen die Ukraine stand der damalige US-Verteidigungsminister Austin zudem an vorderster Front der internationalen Reaktionen. Er gründete nicht nur die Ukraine Defense Contact Group, sondern organisierte ihre Sitzungen auch auf dem Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Deutschland. Dadurch wurde Ramstein zum Nexus der internationalen Koordinierung zur Unterstützung der Ukraine – und zu einem Symbol transatlantischer Solidarität.
Europäischer werden, um transatlantisch zu bleiben
Pistorius betonte, dass die engen Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten weit mehr sind als eine historische Verbindung: Sie prägen heute maßgeblich die Gegenwart und gestalten zugleich die Zukunft. „Europa und Deutschland müssen sich stärker engagieren und zu relevanteren und aktiveren Partnern für die Vereinigten Staaten werden. Die transatlantischen Beziehungen müssen sich weiterentwickeln, um den neuen Realitäten Rechnung zu tragen und gleichzeitig das zu bewahren, was uns verbindet: Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und die gemeinsame Sache der Freiheit“, sagte Pistorius. Und fügte hinzu: „Verteidigungsminister Austin forderte die europäischen Staaten auf, mehr Verantwortung für ihre eigene Sicherheit zu übernehmen. Ich teile diese Ansicht uneingeschränkt: Die NATONorth Atlantic Treaty Organization muss europäischer werden, um transatlantisch zu bleiben.“
Partnerschaft mit Tiefe und Vertrauen
An Lloyd Austin gewandt, betonte Boris Pistorius: „Deutschland und die Bundeswehr verdanken Ihnen viel. Sie haben uns mit Entschlossenheit und Weitsicht zur Seite gestanden. Sie haben unserer Partnerschaft neue Tiefe und Vertrauen verliehen. Es ist mir daher eine große Freude und Ehre zugleich, Ihnen heute das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland zu überreichen.“
| Zur Person |
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Lloyd James Austin III, geboren am 8. August 1953 in Mobile, Alabama, ist ein pensionierter General der US Army. Von 2021 bis 2025 war er Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten. Nachdem Austin 1975 die Militärakademie West Point absolvierte, fand er seine erste Verwendung in der 3rd Infantry Division, mit der er auch in Deutschland diente. Es folgten zahlreiche militärische Führungsfunktionen, bis Austin im September 2009 den Posten des Direktors des Joint Staff übernahm. Im Oktober 2010 wurde er Kommandeur der United States Forces Iraq, im Januar 2012 erfolgte seine Ernennung als General zum Vice Chief of Staff of the Army. Ab März 2013 kommandierte Austin das US Central Command. Diesen Posten bekleidete er bis März 2016. Lloyd Austin wurde am 5. April 2016 als Vier-Sterne-General in den Ruhestand versetzt. Nach der Präsidentschaftswahl 2020 wurde Lloyd Austin im Dezember von Präsident Joe Biden als Verteidigungsminister nominiert und am 22. Januar 2021 mit breiter überparteilicher Zustimmung vom US-Senat bestätigt. Seine Amtszeit endete am 17. Januar 2025. |
von Egbert Sass