Die Bundeswehr im Einsatz für die UN
Seit 1991 sind Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr im Einsatz für die Vereinten Nationen
Die Vereinten Nationen feiern 75 Jahre Friedenseinsätze anlässlich des Internationalen Tages der Peacekeeper am 29. Mai. Auch die Bundeswehr beteiligt sich regelmäßig an Blauhelmmissionen und unterstützt damit die kollektive Sicherheit unter dem Dach der UN.
Die UN-Generalversammlung erklärte im Dezember 2003 den 29. Mai zum jährlichen Internationalen Tag der Friedenstruppen (International Day of United Nations Peacekeepers), da an diesem Tag 1948 die erste UN-Friedensmission – die United Nations Truce Supervision Organization (UNTSO) im Nahen Osten – begann.
Seitdem haben über zwei Millionen Soldatinnen und Soldaten, Polizistinnen und Polizisten sowie zivile Expertinnen und Experten in mehr als 70 UN-Missionen dabei geholfen, den Frieden wiederherzustellen oder zu wahren – oft in äußerst fragilen politischen Situationen oder in gefährlichen Sicherheitslagen.
Seit den 1990er-Jahren engagiert sich auch die Bundeswehr in Friedenseinsätzen. Sie war und ist bislang an 14 UN-Missionen beteiligt. Im Dienst für die Vereinten Nationen decken die deutschen Soldatinnen und Soldaten dabei ein breites Aufgabenspektrum ab: von der einzelnen Militärbeobachterin oder dem Militärbeobachter, als Angehörige von Stäben und Missionshauptquartieren bis zu bewaffneten Blauhelmtruppen mit robustem Mandat des Sicherheitsrates.
UN-Friedenstruppen schützen die zivile Bevölkerung sowie andere Helfer, überwachen die Einhaltung von Sanktionen und Friedensabkommen sowie die Entwaffnung von Milizen. oder sichern den Transport und den Zugang zu humanitärer Hilfe.
Neben der Beteiligung an Friedenseinsätzen unterstützt die Bundeswehr das UN-Peacekeeping auch durch die Ausbildung anderer Streitkräfte. So wird zum Beispiel bei In-Mission-Trainings (IMT) internationales Stabspersonal in den Hauptquartieren von UN-Friedensmissionen geschult. Die Bundeswehr entsendet auch Mobile Training Teams (MTT), um im Ausland die Blauhelme anderer Nationen auf ihre UN-Friedenseinsätze vorzubereiten.
Symbol für UN-Einsätze – Patch der Vereinten Nationen bei der Mission MINUSMA.
Als Militärbeobachter im Südsudan im Juni 2016.
Patrouille im Rahmen der Mission MINURSO in der Westsahara im Mai 2015.
Brigadegeneral Kay Brinkmann war 2014 der erste deutsche General bei UNAMA. Als Senior Military Advisor beriet er die UN-Mission in Afghanistan in allen militärischen Fragen.
Einsatz auf dem Balkan. Feldlazarett Deutschen Einsatzkontingent United Nations Peace Force in Trogir 1995.
Ein Mobile Training Team (MTT) der Bundeswehr bildet August 2017 im Auftrag der Vereinten Nationen ägyptischen Soldaten für UN-Friedensmissionen im Bereich Patrouillentätigkeit aus.
Antreten von Soldaten anlässlich der Überführung der am 26. Juli verstorbenen Tiger-Besatzung in Bamako. Vertreter von MINUSMA, EUTM, Mali und EUCAP geben ihren Kameraden das letzte Geleit..
Markenzeichen vielen UN-Missionen ist die multinationale Zusammenarbeit.
Ein Wachsoldat des Deutschen Einsatzkontingents UNIFIL überwacht im Oktober 2016 das Einlaufen der Fregatte Augsburg in den Hafen von Limassol/Zypern.
UNAMID Patrouille im März 2015 in Nord Darfur.
Mit dem UN-Ausbildungszentrum in Hammelburg und Wildflecken verfügt die Bundeswehr über eine international hochangesehene Einrichtung, wo Soldatinnen und Soldaten aus aller Welt für UN-Missionen zu Military Experts on Mission ausgebildet werden. Das UN-Ausbildungszentrum bietet außerdem Lehrgänge für internationale zivile Expertinnen und Experten zur Vorbereitung auf ihre Auslandseinsätze an. Darüber hinaus werden an der Führungsakademie der Bundeswehr Stabsoffiziere auf ihre zukünftigen Aufgaben in den Hauptquartieren der UN-Missionen vorbereitet.
Das deutsche Engagement für das UN-Peacekeeping ist wichtiger Bestandteil deutscher Sicherheitspolitik. Neben der Beteiligung an UN-Friedensmissionen ist Deutschland viertgrößter Beitragszahler zum Haushalt der Friedensmissionen und trägt damit maßgeblich zur Finanzierung des Peacekeepings bei. Deutschland unterstützt außerdem im Rahmen der Reformagenda „Action for Peacekeeping“ von Generalsekretär António Guterres die Weiterentwicklung des Peacekeepings durch konzeptionelle und materielle Beiträge zum Aufbau von Fähigkeiten laufender Missionen und anderer Truppensteller.
von Florian Manthey