Mann steht in verteiltem Müll.
© Bundeswehr/Andrea Bienert

Fluchtursachen

Immer mehr Afrikaner machen sich in Richtung Norden auf und riskieren ihr Leben. Zuerst in der Wüste, und dann bei der Überfahrt. Was sie antreibt, ist der Gedanke, die Lebensumstände für sich und ihre Familien zu verbessern. Experten prognostizieren, dass der Migrationsdruck weiter steigen wird.

Fluchtursache: Suche nach Sicherheit

Rund 80 Prozent der Menschen auf dem afrikanischen Kontinent haben keine geregelte Arbeit. Durch El Niño wurde zudem die Aussaat für neue Ernten verhindert, weil die Böden staubtrocken und die Brunnen ausgetrocknet sind. Ganze Viehherden verenden. In manchen Staaten kommen Bürgerkriege und Terror von Extremisten hinzu. Viele Menschen kämpfen ums Überleben.

Migrationsdruck steigt durch Bevölkerungswachstum

Experten prognostizieren, dass der Migrationsdruck weiter steigen wird, weil auch die Bevölkerung stetig wächst. Bis 2050 wird sich diese verdoppeln, von heute 1,3 Milliarden auf 2,6 Milliarden Menschen. Hinzu kommt eine steigende wirtschaftliche Ungleichheit in vielen Ländern, die einem Großteil der Bevölkerung noch mehr Armut bringt.

Wäschestücke hängen auf einer Leine an einer Straße, dahinter Wellbleche und ein zerstörtes Gebäude
© Bundeswehr/Jane Schmidt

Lebensgefährliche Reise

So ist es etwa in Gambia, das mit einem Pro-Kopf-Einkommen von knapp 400 Euro zu den ärmsten Staaten der Welt zählt. Die Hälfte der zwei Millionen Einwohner lebt in extremer Armut.Viele Kinder sterben, bevor sie fünf Jahre alt werden. Ein Drittel der über 14-Jährigen kann weder lesen noch schreiben. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration verließen bereits mehr als fünf Prozent der Bevölkerung den westafrikanischen Kleinstaat –mehr als 100.000 Menschen. Allein im vergangenen Jahr zogen 11.300 Gambier durch den Senegal, Mali, Burkina Faso und Niger nach Libyen, um über die zentrale Mittelmeerroute nach Italien zu gelangen. „Back Way“ nennen sie die lebensgefährliche und illegale Tour mit den Schlauchbooten.

Soldaten mit Speedboot retten Menschen aus Schlauchboot.

Soldaten der Fregatte Schleswig-Holstein retten Menschen aus einem Schlauchboot.

© Bundeswehr/Achim Winkler

Die meisten afrikanischen Flüchtlinge kommen aus Südsudan

Mehr als zehn Prozent der Bevölkerung flüchtete nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks UNHCRUnited Nations High Commissioner for Refugees bereits aus dem Bürgerkriegsland Südsudan. Dies sind rund 1,5 Millionen Menschen seit Beginn des Konflikts zwischen Präsident Salva Kiir und Rebellenführer Riek Machar vor gut zwei Jahren. Etwa 60 Prozent der Flüchtlinge sind Kinder.

Damit führt der Südsudan die Liste der afrikanischen Ursprungsländer an, aus denen die meisten Flüchtlinge kommen. Bislang hatte nach Zählung der Vereinten Nationen Somalia mit etwa 1,1 Millionen Geflohenen den ersten Rang eingenommen. Weltweit liegt der Südsudan als Herkunftsland von Flüchtlingen an dritter Stelle nach Syrien und Afghanistan.

Viele Menschen auf einem Schiffsdeck.

Schiffbrüchige auf dem Flugdeck des deutschen Tenders Werra.

© Bundeswehr/Aldo Kleemann

Beispiel Eritrea: Hunger und Armut treiben in die Migration

Hunger und Armut sowie massive Unterdrückung treiben auch viele Eritreer in die Migration. Das Land gilt wegen seines repressiven Systems als „Nordkorea Afrikas“. Bei den Asylanträgen in Europa belegt Eritrea einen Spitzenplatz. Auch wenn die meisten Eritreer, die ihr Land verlassen, in Afrika bleiben – etwa in Äthiopien, Kenia, Uganda oder im Sudan – flohen allein im Jahr 2016 rund 20.000 Menschen nach Deutschland. Die Weltbank glaubt gar, dass mehr Eritreer außerhalb ihres Landes leben als in Eritrea.

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