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Neuer Wehrdienst erfolgreich gestartet: Funktionierende Wehrerfassung

Rund fünf Monate nach dem Start des Versands der Anschreiben zieht das Bundesministerium eine positive Bilanz: Die Wehrerfassung wurde mit dem Aussetzen der verpflichtenden Heranziehung zum Wehrdienst 2011 de facto gestoppt und nun mit dem Inkrafttreten des Wehrdienstmodernisierungsgesetzes in zeitgemäßer Form wieder eingeführt. Sie funktioniert reibungslos.

Die versendeten Bereitschaftserklärungen (sog. Fragebogen) sind Teil dieser Wehrerfassung. Sie können zudem durch die gezielte Ansprache ganzer Jahrgänge bereits vorhandenes Interesse aufnehmen und hierdurch besonders niedrigschwellige Einstiegsmöglichkeiten in die Bundeswehr eröffnen.

Beitrag zur Wehrerfassung:

Die Fragebögen, die im Rahmen des Neuen Wehrdienstes verschickt werden, sind die Grundlage der Wehrerfassung. Durch den Datenabgleich überprüfen wir für die männlichen Personen mit Erreichen des 18. Lebensjahres ihre Erreichbarkeiten und Verfügbarkeiten. Die Wehrerfassung ist nötig, da im Spannungs- und Verteidigungsfall die Heranziehung zum verpflichtenden Wehrdienst greift und verzugslos umgesetzt werden muss. Die Wehrerfassung ist Mitte Januar sehr erfolgreich gestartet. Der Datenaustausch mit den Meldebehörden, die administrative Datenverarbeitung, der Versand der Anschreiben, die IT-gestützte Fragebogenbeantwortung und die automatisierte Auswertung der Antworten - alles funktionierte vom ersten Tag an wie geplant.

Zum Stichtag 18. Juni 2026 wurden rund 298.200 Anschreiben versendet, wobei rund 153.200 Anschreiben an männliche Personen und rund 145.000 Anschreiben an Personen anderen Geschlechts adressiert waren.

Von den Männern haben nach Erhalt der Schreiben innerhalb der gesetzten Frist (inkl. Nachfrist) rund 96% geantwortet. Bei den verbleibenden vier Prozent wird nun die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens geprüft.

Die Rücklaufquote bei den Personen anderen Geschlechts, die nicht zur Beantwortung des Fragebogens verpflichtet sind, liegt bei rund vier Prozent.

Inhaltliche Rückmeldung zu einem möglichen Wehrdienstverhältnis:

Neben dem primären Ziel der Wehrerfassung nutzen wir die Fragebögen auch, um über Laufbahnen und Verwendungen in der Bundeswehr zu informieren und ein mögliches Interesse am Neuen Wehrdienst oder der Verwendung als länger dienende Zeitsoldatin bzw. Zeitsoldaten aufzunehmen. Dafür können die Antwortenden auf einer Skala von „0“ bis „10“ ihr Interesse angeben, wobei die „0“ bedeutet, kein Interesse an einem Wehrdienstverhältnis bzw. einer Kontaktaufnahme zu haben.

Bei den männlichen Antwortenden zeigt mehr als jeder Fünfte ein Interesse an einem Wehrdienstverhältnis, wobei der Durchschnittswert des Interesses auf der Skala bei rund „Fünf“ liegt (das Interesse verteilt sich bei Männern auf der Skala von 1-10 wie folgt: 50% 1-4; 15% 5; 35% 6-10). Bei den nicht männlichen Personen signalisierten rund 55% der Antwortenden ein vergleichbares Interesse (das Interesse verteilt sich hier wie folgt: 46%: 1-4; 16%: 5; 38%: 6-10).

Kontaktaufnahme, Beratung und Verwendung:

Nachdem die Antwortenden den Fragebogen online ausgefüllt haben, nehmen die Mitarbeitenden der Bundeswehr Verbindung mit ihnen auf. Dabei werden die Interessierten zuerst kontaktiert, die ein hohes Interesse und eine zeitnahe Verfügbarkeit signalisiert haben. In den Gesprächen wird das Interesse verifiziert, Fragen zum Arbeitgeber Bundeswehr beantwortet und mögliche Termine für eine Musterung und ggf. eine darüber hinaus durchzuführende Beratung oder ein Assessment in einem Karrierecenter vereinbart.

Trotz einer derzeit noch bis Juli 2027 im Aufbau befindlichen Musterungsorganisation konnten bisher auf Grundlage der Fragebogenrückläufer bereits rund 1.500 Musterungen bzw. Assessments durchgeführt werden. Weitere rund 600 Assessment- bzw. Musterungstermine sind aktuell anberaumt.

Von den männlichen Teilnehmenden wurden rund 80% wehrdienstfähig gemustert.

Nach Abgleich der persönlichen Vorstellungen und der Bedarfe der Bundeswehr konnten mehr als 530 Interessierte für 2026 für einen Wehrdienst fest eingeplant werden. In etwa zwei Drittel der Interessierten sind u.a. aufgrund noch andauernder Schul- und Ausbildungsverhältnisse erst in ein bzw. zwei Jahren verfügbar. Entsprechende, in die Zukunft gerichtete Einstellungsangebote werden derzeit vorbereitet.

Darüber hinaus werden zeitnah auch die Männer zur Musterung eingeladen, die kein Interesse gezeigt haben. Die Auswahl erfolgt nach Wohnortnähe und den regional verfügbaren Musterungskapazitäten. Diese Musterungen werden schrittweise ausgeweitet, um ab dem 1. Juli 2027, wie im Wehrdienstmodernisierungsgesetz festgelegt, alle männlichen 18-jährigen Personen zu mustern.

Aufwuchs der Streitkräfte schreitet voran:

Parallel finden im Rahmen der „klassischen“ Personalgewinnung reguläre Beratungs- und Assessmenttermine bei den Karrierecentern der Bundeswehr statt. Hier melden sich potentielle Bewerbende aller in Frage kommenden Altersgruppen, nachdem wir z.B. über unsere zahlreichen Kampagnen oder die mobilen Auftritte der Personalgewinnung (z.B. Messen, Sportevents, ILA) Interesse geweckt haben. Im Jahr 2026 haben wir bisher so rund 38.500 Bewerbungen und rd. 11.000 Einstellungen für alle Laufbahnen verzeichnen können. Dies ist ein Plus von rund 24% (Bewerbungen) bzw. 13% (Neueinstellungen) gegenüber dem Vergleichsmonat im Vorjahr, welches bereits ein Rekordjahr der Personalgewinnung war (Stand 22. Juni 2026).

Der Neue Wehrdienst als Teil des Aufwuchses wird spürbar angenommen. Mit seinen attraktiven Rahmenbedingungen richtet er sich an alle Interessenten, die sich bis zu zwei Jahre für einen Dienst in den Streitkräften verpflichten möchten. Aktuell konnten für den Neuen Wehrdienst rund 10.000 Einplanungen für 2026 vorgenommen werden, im Jahresvergleich sind dies rund acht Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Aufgrund der insgesamt positiven Entwicklung in der Personalgewinnung und -bindung gehen wir derzeit davon aus, dass die personellen Aufwuchsziele gem. §91 Soldatengesetz für 2026 erreicht werden.

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