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Bundeswehr/MenkeEhemalige Verteidigungsminister und Verteidigungsministerinnen
Die Geschichte des Verteidigungsministeriums und seiner Ministerinnen und Minister reicht bis zum 7. Juni 1955 zurück. Sie unterstreicht den erfolgreichen Aufbau einer Parlamentsarmee. Die Streitkräfte haben sich in den vergangenen Jahrzehnten in vielen zivilen Einsätzen wie etwa bei Flutkatastrophen und Erdbeben genauso wie in zahlreichen Auslandsmissionen bewährt.
Christine Lambrecht (Verteidigungsministerin 2021–2023)
Die Jahre 2021–2023 markieren die Amtszeit von Christine Lambrecht (SPD) als Verteidigungsministerin der Bundesrepublik Deutschland. Ihre Amtszeit war sicherheitspolitisch von tiefgreifenden Veränderungen geprägt: Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 begann die von Bundeskanzler Olaf Scholz ausgerufene „Zeitenwende“. Der Deutsche Bundestag beschloss ein Sondervermögen in Höhe von 100 Milliarden Euro zur Stärkung der Bundeswehr. Der Fokus verschob sich deutlich in Richtung Landes- und Bündnisverteidigung innerhalb der NATO. Gleichzeitig standen Fragen der Einsatzbereitschaft, Beschaffung und Kommunikation im öffentlichen Interesse. Internationale Bündnisverpflichtungen und die Unterstützung der Ukraine bestimmten maßgeblich die sicherheitspolitische Agenda dieser Jahre.
Verteidigungsministerin von 2021 bis 2023: In der Amtszeit von Christine Lambrecht hat sich die Bundeswehr wieder auf die Landes- und Bündnisverteidigung eingestellt
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Bundeswehr/Tom TwardyAnnegret Kramp-Karrenbauer (Verteidigungsministerin 2019–2021)
Zwischen 2019 und 2021 stand Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) an der Spitze des Verteidigungsressorts. In dieser Zeit fanden wichtige Weichenstellungen für die sicherheitspolitische Ausrichtung der Bundeswehr im Rahmen der NATO und der Europäischen Union statt. Die Ministerin setzte Impulse für eine stärkere europäische Verteidigungskooperation und betonte die Bedeutung Deutschlands als verlässlicher Bündnispartner. International prägten Diskussionen über die strategische Rolle Europas, das Verhältnis zu den USA sowie laufende Auslandseinsätze – etwa in Afghanistan und Mali – die Agenda. Zugleich wurden Modernisierungsvorhaben bei Ausrüstung und Digitalisierung weiter vorangetrieben.
Verteidigungsministerin von 2019 bis 2021: Unter Annegret Kramp-Karrenbauer wurde der bis dato längste Auslandseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan beendet
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Bundeswehr/Sebastian WilkeUrsula von der Leyen (Verteidigungsministerin 2013–2019)
Ursula von der Leyen (CDU) übernahm das Amt der Verteidigungsministerin im Jahr 2013 und führte es bis 2019. Eine Phase umfassender Reform- und Modernisierungsbemühungen der Bundeswehr, insbesondere bei Ausrüstung, Personalgewinnung und Digitalisierung charakterisierten ihre Amtszeit. International gewann nach der völkerrechtswidrigen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland im Jahr 2014 die Landes- und Bündnisverteidigung innerhalb der NATO erneut stark an Bedeutung. Deutschland übernahm mehr Verantwortung, unter anderem im Rahmen der NATO-Speerspitze sowie bei der Verstärkung der Ostflanke. Zugleich setzte die Bundeswehr ihre Auslandseinsätze fort, etwa in Afghanistan, im Irak und in Mali.
Verteidigungsministerin von 2013 bis 2019: Ursula von der Leyen leitete eine Modernisierung der Bundeswehr ein
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Bundeswehr/Sebastian WilkeThomas de Maizière (Verteidigungsminister 2011–2013)
Als Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland wirkte Thomas de Maizière (CDU) von 2011–2013. In seine Amtszeit fiel die vom Deutschen Bundestag im März 2011 beschlossene Aussetzung der Wehrpflicht, die unter seinem Vorgänger Karl-Theodor zu Guttenberg vorbereitet worden war. Zum 1. Juli 2011 trat die Neuregelung in Kraft; die Bundeswehr wurde zur Freiwilligenarmee umgestaltet. De Maizière führte die Neuausrichtung der Streitkräfte mit Standortreduzierungen und einer stärkeren Ausrichtung auf Einsatzfähigkeit fort. International blieb der Einsatz in Afghanistan im Rahmen der NATO-Mission ISAF prägend; zudem beteiligte sich die Bundeswehr unter anderem an Missionen im Kosovo und vor der Küste Somalias.
Verteidigungsminister von 2011 bis 2013: Thomas de Maizière (CDU) hat die Bundeswehr nach der Aussetzung der Wehrpflicht gestaltet
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Bundeswehr/Neuhaus FischerKarl-Theodor zu Guttenberg (Verteidigungsminister 2009–2011)
Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) war Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland von 2009–2011. Diese Jahre standen im Zeichen einer grundlegenden Neuausrichtung der Bundeswehr angesichts veränderter sicherheitspolitischer Rahmenbedingungen. Unter seiner Verantwortung wurde die Aussetzung der Wehrpflicht vorbereitet; der Deutsche Bundestag beschloss sie im März 2011 mit den Stimmen der damaligen Koalition aus CDU/CSU und FDP, sie trat zum 1. Juli 2011 in Kraft. International standen der Einsatz in Afghanistan im Rahmen der NATO-Mission ISAF sowie die politischen und militärischen Folgen des Luftangriffs bei Kundus 2009 im Fokus. Seine Amtszeit war von Reformvorhaben und intensiver öffentlicher Debatte geprägt.
Verteidigungsminister von 2009 bis 2011: Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg (CSU) ebnete der Aussetzung der Wehrpflicht den Weg
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Bundesregierung/Jürgen GebhardtFranz Josef Jung (Verteidigungsminister 2005–2009)
Die Jahre 2005–2009 markieren die Amtszeit von Franz Josef Jung (CDU) als Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland. Charakteristisch für diese Zeit war eine Phase intensiver Auslandseinsätze der Bundeswehr, insbesondere in Afghanistan im Rahmen der NATO-geführten Mission ISAF. Deutschland übernahm dort Verantwortung im Norden des Landes und beteiligte sich zugleich an weiteren internationalen Missionen, etwa im Kosovo sowie im Rahmen von UN- und EU-Operationen. Sicherheitspolitisch stand die Stabilisierung Afghanistans im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte. Der Luftangriff bei Kundus im September 2009 und dessen politische Aufarbeitung prägten das Ende seiner Amtszeit. Diese war von der fortgesetzten Ausrichtung der Bundeswehr als einsatzorientierte Armee bestimmt.
Verteidigungsminister von 2005 bis 2009: Unter Franz Josef Jung (CDU) nahm die Bundeswehr an zahlreichen Einsätzen teil
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Bundeswehr/Anne Neuhaus-FischerPeter Struck (Verteidigungsminister 2002–2005)
Zwischen 2002 und 2005 stand Peter Struck (SPD) an der Spitze des Verteidigungsressorts. Ein Schwerpunkt war die weitere Ausrichtung der Bundeswehr auf internationale Einsätze. Vor dem Hintergrund der Terroranschläge vom 11. September 2001 und der Beteiligung Deutschlands an der NATO-geführten Mission ISAF in Afghanistan leitete er die strategische Neuausrichtung des Ressorts ein. In diesem Zusammenhang erklärte Struck im Jahr 2002, Deutschlands Sicherheit werde „auch am Hindukusch verteidigt“ – eine Formulierung, die die veränderte sicherheitspolitische Lage verdeutlichte. Neben Afghanistan beteiligte sich die Bundeswehr unter anderem an Missionen auf dem Balkan und am Horn von Afrika. Struck trieb die Transformation zur einsatzorientierten Armee weiter voran.
Verteidigungsminister von 2002 bis 2005: Peter Struck (SPD) formte die Bundeswehr zur Armee im Einsatz
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Bundeswehr/Detmar ModesRudolf Scharping (Verteidigungsminister 1998–2002)
Rudolf Scharping (SPD) übernahm das Amt des Verteidigungsministers im Jahr 1998 und übte es bis 2002 aus. In diesem Zeitraum fand der erste Kampfeinsatz deutscher Streitkräfte seit Bestehen der Bundeswehr statt: die Beteiligung an den NATO-Luftoperationen im Kosovo-Konflikt 1999. Deutschland engagierte sich zudem im Rahmen internationaler Stabilisierungseinsätze auf dem Balkan. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 unterstützte die Bundesrepublik die internationale Koalition gegen den Terrorismus; der Deutsche Bundestag beschloss die Beteiligung an der NATO-geführten Mission ISAF in Afghanistan. Scharpings Amtszeit markierte damit eine Phase grundlegender sicherheitspolitischer Weichenstellungen und einer erweiterten internationalen Verantwortung der Bundeswehr.
Verteidigungsminister von 1998 bis 2002: In die Zeit von Rudolf Scharping (SPD) fielen der Kosovo-Konflikt und die Anschläge vom 11. September 2001
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Bundeswehr/Anne FischerVolker Rühe (Verteidigungsminister 1992–1998)
Als Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland wirkte Volker Rühe (CDU) von 1992–1998. Während seiner Amtszeit wurden die verfassungsrechtlichen Grundlagen für Auslandseinsätze der Bundeswehr geschaffen: Das Bundesverfassungsgericht entschied 1994, dass bewaffnete Einsätze im Rahmen von NATO-, EU- oder UNO-Mandaten mit Zustimmung des Deutschen Bundestages zulässig sind. In der Folge beteiligte sich die Bundeswehr an internationalen Missionen, unter anderem in Bosnien-Herzegowina und im Kosovo im Rahmen der NATO. Nach dem Ende des Kalten Krieges richtete Rühe die Streitkräfte schrittweise auf internationale Krisenbewältigung und Bündnisverantwortung aus. Seine Amtszeit stand für die sicherheitspolitische Neuorientierung im vereinten Deutschland.
Verteidigungsminister von 1992 bis 1998: Unter Volker Rühe (CDU) nahm die Bundeswehr an friedenssichernden Missionen außerhalb des NATO-Gebietes teil
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Bundeswehr/Detmer ModesGerhard Stoltenberg (Verteidigungsminister 1989–1992)
Gerhard Stoltenberg (CDU) war Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland von 1989–1992. Die größte Herausforderung dieser Jahre war die deutsche Wiedervereinigung im Oktober 1990 und die damit verbundene Integration von Teilen der Nationalen Volksarmee der DDR in die Bundeswehr. Die Streitkräfte mussten organisatorisch, personell und strukturell neu geordnet werden. International veränderte das Ende des Kalten Krieges die sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen grundlegend; mit der Auflösung des Warschauer Pakts 1991 und dem Wandel der NATO begann eine Phase strategischer Neuorientierung. Stoltenbergs Amtszeit stand ganz im Zeichen des Übergangs zu gesamtdeutschen Streitkräften und der Anpassung an eine veränderte europäische Sicherheitsordnung.
Verteidigungsminister von 1989 bis 1992: Gerhard Stoltenberg (CDU) war der erste gesamtdeutsche Verteidigungsminister
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Bundeswehr/Anne FischerManfred Wörner (Verteidigungsminister 1982–1988)
Zwischen 1982–1988 stand Manfred Wörner (CDU) an der Spitze des Verteidigungsressorts. Prägend war die Umsetzung des NATO-Doppelbeschlusses von 1979. Dieser sah die Stationierung neuer Mittelstreckenraketen in Westeuropa vor, sofern keine Einigung mit der Sowjetunion erzielt würde. Die sicherheitspolitische Debatte war innenpolitisch intensiv und von großen gesellschaftlichen Protesten begleitet. Zugleich blieben Abrüstungsverhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion ein zentrales Thema der internationalen Politik. Die Bundeswehr war weiterhin fest in die NATO-Strategie der Abschreckung eingebunden. 1988 wechselte Wörner als erster Deutscher in das Amt des NATO-Generalsekretärs, das er bis 1994 ausübte.
Verteidigungsminister von 1982 bis 1988: Mit Manfred Wörner (CDU) übernahm ein Ex-Kampfpilot und späterer NATO-Generalsekretär das Amt
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Bundeswehr/Anne FischerHans Apel (Verteidigungsminister 1978–1982)
Hans Apel (SPD) übernahm das Amt des Verteidigungsministers im Jahr 1978 und übte es bis 1982 aus. Diese Jahre waren geprägt vom NATO-Doppelbeschluss von 1979, der eine Modernisierung der nuklearen Mittelstreckenraketen in Westeuropa mit dem Angebot zu Abrüstungsverhandlungen gegenüber der Sowjetunion verband. Die sicherheitspolitische Diskussion wurde innenpolitisch intensiv geführt und von breiten gesellschaftlichen Protesten begleitet. Die Bundeswehr blieb zugleich fest in die Abschreckungsstrategie der NATO eingebunden. Neben der Bündnisverantwortung standen Fragen der Ausrüstung und Struktur der Streitkräfte im Mittelpunkt. Apels Amtszeit war geprägt von der Balance zwischen Bündnistreue, Dialogbereitschaft und innenpolitischer Auseinandersetzung.
Verteidigungsminister von 1978 bis 1982: Hans Apel (SPD) war der erste ungediente Verteidigungsminister. In seine Amtszeit fiel der NATO-Doppelbeschluss.
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BundeswehrGeorg Leber (Verteidigungsminister 1972–1978)
Als Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland wirkte Georg Leber (SPD) von 1972–1978. Seine Amtszeit gilt als Phase der Konsolidierung und Modernisierung der Bundeswehr innerhalb der NATO-Strukturen des Kalten Krieges. Leber setzte sich für eine Verbesserung der inneren Führung und der sozialen Rahmenbedingungen der Soldaten ein, was ihm den Beinamen „Soldatenvater“ einbrachte. International standen die Ostpolitik der Bundesregierung sowie die Entspannungspolitik zwischen den Militärblöcken im Mittelpunkt. Georg Leber steht dafür, Einsatzbereitschaft, Bündnisverpflichtungen und Fürsorge für die Truppe miteinander verbunden zu haben.
Verteidigungsminister von 1972 bis 1978: Unter „Soldatenvater“ Georg Leber (SPD) wurde die Bundeswehr weiter vergrößert
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Bundeswehr/Anne FischerHelmut Schmidt (Verteidigungsminister 1969–1972)
Helmut Schmidt (SPD) war Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland von 1969–1972. In der sozialliberalen Koalition unter Bundeskanzler Willy Brandt übernahm er das Ressort in einer Phase fortdauernder Ost-West-Spannungen. Schmidt setzte Reformen im Bereich Ausbildung und Struktur der Bundeswehr um und verkürzte 1970 die Dauer des Grundwehrdienstes von 18 auf 15 Monate. Zugleich förderte er die Gründung der Bundeswehruniversitäten in Hamburg und München, um die akademische Ausbildung des Offiziernachwuchses zu stärken. Außerdem rief er die Big Band der Bundeswehr ins Leben. Helmut Schmidt war der letzte Verteidigungsminister der Bundesrepublik, der im Zweiten Weltkrieg als Soldat gedient hatte. Er ist der erste und bislang einzige ehemalige Verteidigungsminister, der später zum Bundeskanzler gewählt wurde.
Verteidigungsminister von 1969 bis 1972: Helmut Schmidt (SPD) war der erste Sozialdemokrat im Amt des Verteidigungsministers
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Bundespresseamt/Hans SchafgansGerhard Schröder (Verteidigungsminister 1966–1969)
Die Jahre 1966–1969 markieren die Amtszeit von Gerhard Schröder (CDU) als Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland. Er ist nicht mit dem späteren Bundeskanzler gleichen Namens identisch. In der Großen Koalition unter Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger führte er das Ressort in einer Phase fortdauernder Ost-West-Spannungen im Kalten Krieg. Die Bundeswehr blieb fest in die Strukturen der NATO eingebunden und auf Abschreckung ausgerichtet. Zugleich wurden Fragen der Modernisierung und strukturellen Weiterentwicklung der Streitkräfte vorangetrieben. International standen Abrüstungsbemühungen sowie die Stabilität des westlichen Bündnisses im Mittelpunkt der sicherheitspolitischen Diskussion.
Verteidigungsminister von 1966 bis 1969: Gerhard Schröder (CDU) gehörte zu den maßgeblichen Spitzenpolitikern der frühen Bundesrepublik
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BundeswehrKai-Uwe von Hassel (Verteidigungsminister 1963–1966)
Zwischen 1963 und 1966 stand Kai-Uwe von Hassel (CDU) an der Spitze des Verteidigungsressorts. Nach der sogenannten Spiegel-Affäre der Vorjahre stand das Ressort unter besonderer öffentlicher Beobachtung. Von Hassel setzte auf Stabilisierung und organisatorische Weiterentwicklung der Streitkräfte. International blieb die sicherheitspolitische Lage von der Blockkonfrontation zwischen NATO und Warschauer Pakt geprägt; zugleich gewannen Fragen der nuklearen Abschreckung und Bündnisintegration weiter an Bedeutung. Seine Amtszeit stand für Kontinuität und Festigung der westlichen Einbindung der Bundesrepublik.
Verteidigungsminister von 1963 bis 1966: Unter Kai-Uwe von Hassel (CDU) schritten der Ausbau und die allmähliche Konsolidierung der Streitkräfte voran
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Bundeswehr/SchmidtFranz Josef Strauß (Verteidigungsminister 1956–1962)
Franz Josef Strauß (CSU) übernahm das Amt des Verteidigungsministers im Jahr 1956 und führte es bis 1962. Diese Jahre standen im Zeichen des beschleunigten Aufbaus der Bundeswehr nach dem NATO-Beitritt Deutschlands 1955 sowie ihrer festen Integration in die westlichen Bündnisstrukturen des Kalten Krieges. Die sicherheitspolitische Lage war von der Blockkonfrontation zwischen NATO und Warschauer Pakt geprägt. Innenpolitisch wurde seine Amtsführung unter anderem durch die sogenannte Starfighter-Debatte sowie die Spiegel-Affäre 1962 begleitet, welche intensive Diskussionen über Rüstung, Verantwortung und Pressefreiheit auslösten. Strauß’ Jahre im Amt gelten als prägend für die sicherheitspolitische Verankerung der Bundesrepublik im westlichen Bündnis.
Verteidigungsminister von 1956 bis 1962: Franz Josef Strauß (CSU) hat die Nachkriegsgeschichte der Bundesrepublik erheblich mitgeprägt
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BundeswehrTheodor Blank (Verteidigungsminister 1955–1956)
Als erster Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland wirkte Theodor Blank (CDU) von 1955–1956. Bereits zuvor leitete er das nach ihm benannte „Amt Blank“, das als Vorläuferbehörde des späteren Bundesministeriums der Verteidigung den Aufbau westdeutscher Verteidigungsstrukturen vorbereitete. Mit dem Beitritt der Bundesrepublik zur NATO im Mai 1955 begann die offizielle Aufstellung der Bundeswehr. Blanks Amtszeit fiel in die Phase der Wiederbewaffnung und der sicherheitspolitischen Einbindung in das westliche Bündnissystem des Kalten Krieges. Er legte damit organisatorische und politische Grundlagen für die Entwicklung der Streitkräfte in der jungen Bundesrepublik.
Verteidigungsminister von 1955 bis 1956: Theodor Blank (CDU) war Mitgründer und Namensgeber des vormaligen „Amt Blank“ und erster Verteidigungsminister
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BundeswehrListe ehemaliger Verteidigungsministerinnen und Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland
| Name | Partei | Amtszeit | Bundeskanzler/in | Zentrale Themen |
|---|---|---|---|---|
| Christine Lambrecht | SPD | 2021–2023 | Olaf Scholz | Zeitenwende, Sondervermögen Bundeswehr, Landes- und Bündnisverteidigung |
| Annegret Kramp-Karrenbauer | CDU | 2019–2021 | Angela Merkel | Europäische Verteidigungskooperation, Auslandseinsätze |
| Ursula von der Leyen | CDU | 2013–2019 | Angela Merkel | Modernisierung, NATO-Ostflanke, Krim-Annexion 2014 |
| Thomas de Maizière | CDU | 2011–2013 | Angela Merkel | Umsetzung Wehrpflicht-Aussetzung, Strukturreform |
| Karl-Theodor zu Guttenberg | CSU | 2009–2011 | Angela Merkel | Neuausrichtung Bundeswehr, Aussetzung Wehrpflicht vorbereitet |
| Franz Josef Jung | CDU | 2005–2009 | Angela Merkel | Afghanistan, internationale Einsätze, Kundus 2009 |
| Peter Struck | SPD | 2002–2005 | Gerhard Schröder | Afghanistan, „Hindukusch“-Zitat, Transformation zur Einsatzarmee |
| Rudolf Scharping | SPD | 1998–2002 | Gerhard Schröder | Kosovo 1999, erster Kampfeinsatz, Beginn Afghanistan |
| Volker Rühe | CDU | 1992–1998 | Helmut Kohl | Bundesverfassungsgericht 1994, Auslandseinsätze, Balkan-Missionen |
| Gerhard Stoltenberg | CDU | 1989–1992 | Helmut Kohl | Deutsche Wiedervereinigung, Integration der NVA, Neuordnung der Streitkräfte |
| Rupert Scholz | CDU | 1988–1989 | Helmut Kohl | Spätphase Kalter Krieg, Bündnisintegration |
| Manfred Wörner | CDU | 1982–1988 | Helmut Kohl | Umsetzung NATO-Doppelbeschluss, Abrüstungsverhandlungen |
| Hans Apel | SPD | 1978–1982 | Helmut Schmidt | NATO-Doppelbeschluss, Abschreckung, innenpolitische Debatten |
| Georg Leber | SPD | 1972–1978 | Willy Brandt / Helmut Schmidt | Modernisierung, Innere Führung, Bündnisverantwortung |
| Helmut Schmidt | SPD | 1969–1972 | Willy Brandt | Reformen, Verkürzung Wehrpflicht, Bundeswehruniversitäten, Entspannungspolitik |
| Gerhard Schröder | CDU | 1966–1969 | Kurt Georg Kiesinger | Modernisierung der Bundeswehr, NATO-Abschreckung |
| Kai-Uwe von Hassel | CDU | 1963–1966 | Ludwig Erhard | Konsolidierung der Streitkräfte, Kalter Krieg |
| Franz Josef Strauß | CSU | 1956–1962 | Konrad Adenauer | Aufbauphase der Bundeswehr, NATO-Integration, Spiegel-Affäre |
| Theodor Blank | CDU | 1955–1956 | Konrad Adenauer | Aufbau der Bundeswehr, NATO-Beitritt, Wiederbewaffnung |
von Egbert Sass