Soldat sitzt mit einer virtuellen Brille in einem Flugsimulator.
© Bundeswehr/Torsten Kraatz
KategorieBericht

Virtual Reality und Mehr: Digitale Lösungen für die Truppe

Der Pilot gibt alles. Sein Gesicht ist unter der Virtual Reality-Brille kaum zu sehen, sie versetzt ihn ins Cockpit eines Segelflugzeugs. Wenn er am Steuer zieht oder in die Pedale steigt, bewegt sich die Plattform des Simulators mit: Steig- und Sinkflug, Gieren und Rollen – jedes Manöver eines echten Segelflugzeuges ist möglich. Die Verteidigungsministerin verfolgt die Flugshow mit großem Interesse. Schließlich wird der Simulator seit neuestem auch im Training angehender Piloten der Luftwaffe eingesetzt.

Derzeit werden 48 digitale Projekte realisiert

Im Vordergrund ist eine moderne Drohne zu erkennen, dahinter stehen Bundeswehrsoldaten.
KategorieCyber Innovation Hub

Cyber Innovation Hub

Der Cyber Innovation Hub ist die Schnittstelle zwischen Bundeswehr und Startup-Ökosystem.

Der Segelflugsimulator ist nur eines von vielen digitalen Vorhaben, die im Cyber Innovation Hub entwickelt werden. Bundeswehrangehörige – überwiegend Reservedienstleistende, die im Hauptberuf in der ITInformationstechnik-Branche tätig sind – und kreative Entwickler aus der Start-up-Szene arbeiten seit 2017 in dem Pilotprojekt in Berlin zusammen. Ihr Ziel: Innovative Lösungen für die digitale Transformation der Truppe zu finden und die Zeit bis zur Einführung digitaler Neuerungen in der Bundeswehr deutlich zu verkürzen.

Seitdem wurden 75 Projekte vom CIHCyber Innovation Hub angestoßen, 48 davon werden zusammen mit dem ITInformationstechnik-Dienstleister BWI GmbHGesellschaft mit beschränkter Haftung und dem Beschaffungsamt der Bundeswehr realisiert. 17 Projekte werden bereits in der Truppe evaluiert: Dazu gehören zum Beispiel ein „Secure Messaging“-Service, ein abgeschirmter Gruppennachrichtendienst für den Austausch von Texten, Bildern und Videos – oder die „Bundeswehr-Community“, ein soziales Netzwerk vor allem für Reservedienstleistende.

Die Zusammenarbeit von Militär und ITInformationstechnik-Branche klappte so gut, dass das Pilotprojekt nun verstetigt wird. Ab Januar 2020 wird der selbsterklärte „Do-Tank“ eine feste Abteilung der BWI. Der CIHCyber Innovation Hub sei ein „Motor für Innovation in der Bundeswehr“, sagt Kramp-Karrenbauer nach der Flugstunde, er sei eine echte Erfolgsgeschichte. „Der Cyber Innovation Hub ist so etwas wie ein Goldgräber: Er findet die besten Dinge, die wir brauchen. Er ist aber auch jemand, der uns lehrt, wie wir schneller und agiler arbeiten können.“

VRVirtuelle Realität-Technologie und Fliegerausbildung

Der Segelflugsimulator beispielsweise brauchte nur sechs Monate von der Idee bis zur Inbetriebnahme. Dafür wurde mit einem Start-up aus Berlin und der Luftwaffe zusammengearbeitet. Vier der Simulatoren wurden parallel zum Besuch der Ministerin an der Offizierschule der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck in Dienst gestellt; Anwärter für den Fliegerdienst können den Gleitflug trainieren, ohne sicheren Boden zu verlassen. Dies soll die Zeit bis zur ersten echten Flugstunde deutlich verkürzen. Außerdem soll mit den Simulatoren getestet werden, ob VRVirtuelle Realität-Technologie in Zukunft einen festen Platz in der Grundlagenausbildung der Flieger einnehmen könnte.

Zehn Millionen Euro werden jedes Jahr in den CIHCyber Innovation Hub fließen. „Ich freue mich auf weitere Geistesblitze und schräge Ideen, die aus dem Hub in die Bundeswehr kommen“, sagt die Ministerin. Vor allem aber erhoffe sie sich viele Innovationssprünge für die Truppe, so Kramp-Karrenbauer. Die Schlachten des 21. Jahrhunderts werden schließlich nicht mehr nur auf dem Gefechtsfeld, sondern auch im Cyberraum entschieden.

von Matthias Lehna und Timo Kather

Inhalte teilen via

Anfang Footer Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

Auf dieser Website nutzen wir Cookies und vergleichbare Funktionen zur Verarbeitung von Endgeräteinformationen und (anonymisierten) personenbezogenen Daten. Die Verarbeitung dient der Einbindung von Inhalten, externen Diensten und Elementen Dritter, der eigenverantwortlichen statistischen Analyse/Messung, der Einbindung sozialer Medien sowie der IT-Sicherheit. Je nach Funktion werden dabei Daten an Dritte weitergegeben und von diesen verarbeitet (Details siehe Datenschutzerklärung Punkt 4.c). Bei der Einbindung von sozialen Medien und interaktiver Elemente werden Daten auch durch die Anbieter (z.B. google) außerhalb des Rechtsraums der Europäischen Union gespeichert, dadurch kann trotz sorgfältiger Auswahl kein dem europäischen Datenschutzniveau gleichwertiges Schutzniveau sichergestellt werden. Sämtliche Einwilligungen sind freiwillig, für die Nutzung unserer Website nicht erforderlich und können jederzeit über den Link „Datenschutzeinstellungen anpassen“ in der Fußzeile unten widerrufen oder individuell eingestellt werden.

  • Logo Bundesministerium der Verteidigung

    Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

    Detaillierte Informationen zum Datenschutz finden Sie unter Datenschutzerklärung