Soldaten lesen die 19 Grundrechtsartikel des Grundgesetzes am Kunstwerk "Grundgesetz 49" im Regierungsviertel in Berlin.
© Bundeswehr/Jonas Weber
KategoriePersonal

Koordinierungsstelle veröffentlicht Jahresbericht Extremismus 2022

Die Koordinierungsstelle für Extremismusverdachtsfälle (KfEKoordinierungsstelle für Extremismusverdachtsfälle) im Verteidigungsministerium hat ihren vierten Jahresbericht veröffentlicht. Er zeichnet für das Berichtsjahr 2022 ein ausführliches Lagebild über Extremismus aller politischen Spektren in der Bundeswehr.

Für 2022 kann eine positive Bilanz gezogen werden: Die Gesamtzahl der vom Militärischen Abschirmdienst bearbeiteten Verdachtsfälle ist im Vergleich zum Vorjahr 2021 von 1.452 um rund ein Drittel auf 962 gesunken. Laut der Koordinierungsstelle sind die Gründe für den Rückgang vielschichtig – eine generelle Tendenz lasse sich noch nicht ableiten. Die KfEKoordinierungsstelle für Extremismusverdachtsfälle ist sich jedoch sicher, dass die gezielte Präventionsarbeit und Sensibilisierung der Angehörigen der Bundeswehr maßgeblich zur rückläufigen Entwicklung beigetragen haben.

Rechtsextremismus immer noch am höchsten 

Die meisten Fälle ordnet die KfEKoordinierungsstelle für Extremismusverdachtsfälle dem Bereich Rechtsextremismus zu. Ausländer beziehungsweise fremdenfeindliche Aussagen in sozialen Medien machen hierbei den größten Anteil aus. Bei der Aufschlüsselung der Verdachtsfälle nach Organisationsbereichen und Teilstreitkräften entfällt über die Hälfte der bearbeiteten Verdachtsfälle auf das Heer, das allerdings auch der größte Organisationsbereich der Bundeswehr ist. 

Auf die Altersgruppe zwischen 25 und 34 Jahren entfallen mit 43 Prozent verhältnismäßig viele Verdachtsfälle.

Neu gelistet im Bericht ist der Phänomenbereich „Verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates“, kurz VDS. Sie umfasste im vergangenen Jahr 67 Fälle, denen beispielsweise eine verfassungsfeindliche antiwestliche, speziell antiamerikanische oder prorussische Gesinnung zugrunde lag. 

Konsequent weiter Nulltoleranzlinie“

Obwohl die Zahl von Verdachtsfällen in der Bundeswehr gesunken ist, wird das BMVgBundesministerium der Verteidigung seine Anstrengungen im Kampf gegen den Extremismus nicht verringern, denn nach wie vor gefährden extremistische Bestrebungen die freiheitliche demokratische Grundordnung. Oberste Priorität im Sinne der Nulltoleranzlinie bleibt es, Extremisten und Extremistinnen von der Bundeswehr fernzuhalten oder sie schnellstmöglich aus dem Dienst zu entfernen. 

Deshalb wird derzeit im Ministerium ein Gesetzentwurf zur Änderung des Soldatengesetzes erarbeitet, der die Grundlage schaffen soll, Soldatinnen und Soldaten, die verfassungsfeindliche Bestrebungen verfolgen oder unterstützen, schneller aus der Bundeswehr zu entlassen. 

Deckblatt einer PDF mit abgebildeter Schrift und einem Gebäude
© Bundeswehr

Jahresbericht 2022: Koordinierungsstelle für Extremismusverdachtsfälle

Weiter „Nulltoleranzlinie“ trotz rückläufiger Zahlen: Jahresbericht KfEKoordinierungsstelle für Extremismusverdachtsfälle 2022

PDF Herunterladen PDF, nicht barrierefrei, (1,8 MB)

von Patrick Enssle

Inhalte teilen via

Anfang Footer Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

Auf dieser Website nutzen wir Cookies und vergleichbare Funktionen zur Verarbeitung von Endgeräteinformationen und (anonymisierten) personenbezogenen Daten. Die Verarbeitung dient der Einbindung von Inhalten, externen Diensten und Elementen Dritter, der eigenverantwortlichen statistischen Analyse/Messung, der Einbindung sozialer Medien sowie der IT-Sicherheit. Je nach Funktion werden dabei Daten an Dritte weitergegeben und von diesen verarbeitet (Details siehe Datenschutzerklärung Punkt 4.c). Bei der Einbindung von sozialen Medien und interaktiver Elemente werden Daten auch durch die Anbieter (z.B. google) außerhalb des Rechtsraums der Europäischen Union gespeichert, dadurch kann trotz sorgfältiger Auswahl kein dem europäischen Datenschutzniveau gleichwertiges Schutzniveau sichergestellt werden. Sämtliche Einwilligungen sind freiwillig, für die Nutzung unserer Website nicht erforderlich und können jederzeit über den Link „Datenschutzeinstellungen anpassen“ in der Fußzeile unten widerrufen oder individuell eingestellt werden.

  • Logo Bundesministerium der Verteidigung

    Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

    Detaillierte Informationen zum Datenschutz finden Sie unter Datenschutzerklärung