Boris Pistorius auf einem Gruppenfoto mit Vertretern der Ukraine, Nato und Großbritanniens.
© Bundeswehr/Tom Twardy
KategorieUDCG

Ukraine-Unterstützung: „Gerade jetzt dürfen wir nicht nachlassen“

Die Ukraine-Kontaktgruppe hat sich am 18. Juni 2026 im NATO-Hauptquartier zum 35. Mal getroffen. Die Sitzung wurde von Verteidigungsminister Boris Pistorius und seinem neuen britischen Amtskollegen Dan Jarvis geleitet. Im Beisein des ukrainischen Staatspräsidenten Wolodymyr Selensky bekräftigten die NATO-Mitglieder und weitere Partnerländer der Ukraine Defense Contact Group (UDCG) erneut ihre Solidarität mit der Ukraine.

Boris Pistorius kündigte für Deutschland weitere Unterstützungsleistungen vor allem zur Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung an. So sei nicht nur ein weiteres System IRIS-T übergeben worden, sondern auch die Lieferung einer dreistelligen Anzahl von Luft-Luft-Raketen aus Beständen der Bundeswehr geplant. Deutschland werde sich auch weiterhin an der Beschaffung von Patriot-Lenkflugkörpern im Rahmen des PURL-Mechanismus beteiligen. Dabei formuliert die Ukraine ihre dringenden Bedarfe, die unter NATO-Koordination von den USA geliefert werden. Die Unterstützerstaaten übernehmen dann die Finanzierung. 200 Millionen US-Dollar wird Deutschland für die nächste Beschaffung von PAC3-Lenkflugkörpern des Flugabwehrsystems Patriot für die Ukraine bereitstellen. Und noch einmal 200 Millionen US-Dollar folgen im Rahmen des JUMPSTART-Programms (Joint Ukraine Multinational Program Services, Training, and Articles Rapid Timeline) – einer weiteren Initiative für schnelle Beschaffungen aus US-Produktion.

Die Unterstützungszusagen in der UDCG hätten „direkte Auswirkungen auf das Gefechtsfeld“, sagte der britische Verteidigungsminister Jarvis nach der Sitzung. Minister Pistorius bedankte sich für die ausgezeichnete Zusammenarbeit bei der Vorbereitung des Treffens der Ukraine-Kontaktgruppe. Diese Kooperation solle weiter ausgebaut werden. Im April 2025 hatte Deutschland gemeinsam mit Großbritannien die Leitung der UDCG von den Vereinigten Staaten übernommen.

Deutsch-ukrainische UGV-Produktion

Regelmäßig werden bei den Treffen der UDCG auch Vereinbarungen mit der Ukraine getroffen, um gemeinsame Projekte zu initiieren oder voranzutreiben. Die Zusammenarbeit beschränkt sich längst nicht mehr auf militärische Hilfe für das angegriffene Land, denn von den ukrainischen Erfahrungen auf dem Gefechtsfeld profitieren auch die Unterstützerländer. Minister Pistorius berichtete in Brüssel beispielsweise über eine Vereinbarung eines ukrainischen und eines deutschen Unternehmens zur Produktion von unbemannten Fahrzeugen. Die dafür notwendigen Produktionskapazitäten würden in Deutschland aufgebaut.

Bundesminister der Verteidigung Boris Pistorius schaut lächelnd für eine Portraitaufnahme in die Kamera.
Bei unserer Ukraine-Unterstützung fördern wir bewusst die Zusammenarbeit von deutschen und ukrainischen Unternehmen. Das gilt vor allem für die Entwicklung und Produktion von Drohnen. Aber auch für den Aufbau von mittel- und weitreichenden Fähigkeiten.
Verteidigungsminister Boris Pistorius Bundeswehr/Norman Jankowski

Mit seinem ukrainischen Amtskollegen Mychajlo Fedorow hat Pistorius eine Vereinbarung zur gemeinsamen Entwicklung eines neuen Luftverteidigungssystems unterzeichnet. Die Industrien beider Länder würden sich dazu bereits abstimmen, sagte der Minister. Es gehe dabei um die Abwehr ballistischer Raketen, die viele Opfer unter der ukrainischen Bevölkerung fordern. In manchen Nächten setze Putin mehr als 600 Angriffsdrohnen sowie Dutzende Raketen, Marschflugkörper und Raketen ein, erklärte Pistorius. „Das ist Terror“, so der Minister. Er begrüße deshalb auch den G7-Beschluss, dass die Sanktionen gegen russisches Öl wieder aufgenommen werden. Angesichts der aktuellen militärischen Erfolge der Ukraine dürfe gerade jetzt nicht nachgelassen werden bei der Unterstützung des angegriffenen Landes.

von Florian Manthey

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