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Bundeswehr/Tom TwardyOffizielle Übergabe der ersten in Deutschland produzierten ukrainischen Drohne
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Verteidigungsminister Boris Pistorius und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj haben am 13. Februar 2026 gemeinsam das Unternehmen Quantum Systems im bayerischen Gauting besucht. Dort wurde die erste produzierte Drohne des deutsch-ukrainischen Joint Ventures Quantum Frontline Industries (QFI) offiziell an die Ukraine übergeben – nur wenige Wochen nach Produktionsbeginn.
Nach einem kurzen Rundgang durch den Produktionsbereich erfolgte die offizielle Übergabe der Drohne durch den Geschäftsführer des Unternehmens an den ukrainischen Präsidenten.
Im Oktober vergangenen Jahres haben wir ein Memorandum of Understanding gezeichnet zur verstärkten Rüstungskooperation im Rahmen der Ukraine-Kontaktgruppe. Heute schon, wenige Monate später, können wir die erste in Deutschland produzierte ukrainische Drohne übergeben.
Das deutsche Unternehmen Quantum Systems und das ukrainische Unternehmen Frontline Robotics hatten sich im Dezember 2025 zusammengetan, um die erste vollautomatisierte, industrielle Drohnenproduktion in Deutschland aufzubauen. Ziel ist es, bewährte Drohnentypen in hohen Stückzahlen – bis zu 10.000 Einheiten pro Jahr – zu produzieren und direkt an die ukrainischen Streitkräfte zu liefern. „Danke an die Firmen Quantum Systems aus Deutschland und Frontline Robotics aus der Ukraine, dass das Projekt in dieser Lichtgeschwindigkeit umgesetzt wurde. Das ist der Maßstab, in dieser Art und Weise wollen wir weiter vorangehen“, richtete Pistorius das Wort an die beiden Unternehmen.
Ukrainische Einsatzerfahrung trifft auf deutsche Produktion
Quantum Frontline Industries kombiniert ukrainische Einsatzerfahrung mit deutscher Produktionsautomatisierung. Unter dem Schirm der ukrainischen Initiative „Build with Ukraine“ und der deutsch-ukrainischen Initiative zur verstärkten Rüstungskooperation produziert das Joint Venture die von dem ukrainischen Partner Frontline Robotics entwickelte und einsatzerprobte Mehrzweckdrohne LINZA in Deutschland in Serie. Quantum Systems stellt hierbei industrielle Infrastruktur und Produktionsabläufe in sicherer Umgebung bereit. Frontline Robotics bringt Know-how durch lizensierte Konstruktionspläne, Schulungen und Produktsupport ein.
„Das Ganze hat Vorteile für alle Seiten: Wir unterstützen damit die Ukraine in ihrem Kampf. Wir profitieren aber auch selbst, wir lernen von den unfassbar großen Datenmengen und den vielen Erfahrungen, die auf dem Gefechtsfeld in der Ukraine gesammelt werden“, unterstrich Verteidigungsminister Pistorius. „Und das ist aufgrund der rasanten, teilweise nur wenige Wochen und Monate umfassenden Innovationszyklen in diesem Bereich von immenser Bedeutung für beide Seiten.“ Es sei entscheidend, das abzuschöpfen und wechselseitig davon zu profitieren. Es ergäben sich Spill-Over-Effekte vor allem im Bereich der Innovation, diese gelte es auszunutzen. Die Bundesregierung unterstützt die Kooperation im Rahmen der Ertüchtigungsinitiative.
Die Mehrzweckdrohne LINZA wird in der Ukraine bereits mit Erfolg eingesetzt. Sie ist in der Lage, unterschiedliche Nutzlasten zu transportieren und kommt somit in einem breiten Spektrum – von Kampfeinsätzen über Aufklärungsmissionen bis hin zur logistischen Unterstützung – zum Einsatz.
Weitere deutsch-ukrainische Kooperation
Während der Veranstaltung zeichnete die deutsche Firma Auterion gemeinsam mit der ukrainischen Firma Airlogix eine Abmachung zur Gründung eines weiteren Joint Ventures. Ziel ist ebenfalls die Produktion ukrainischer Drohnen in deutschen Produktionskapazitäten. Das Projekt soll als nächstes unter der Initiative „Build with Ukraine“ und dem deutsch-ukrainischen Arrangement zur Stärkung der Rüstungskooperation durch die Bundesregierung im Rahmen der Ertüchtigungsinitiative gefördert und finanziert werden.
von Lara Finke