Verteidigungsminister Boris Pistorius und der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer, haben die ehemalige Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Eva Högl, am 2. Dezember 2025 mit einem feierlichen Empfang und anschließender Serenade im Bendlerblock gewürdigt. Pistorius unterstrich, Högls Amtszeit sei geprägt gewesen von Engagement, Sachverstand und dem Willen, die Bundeswehr zukunftsfähig zu gestalten.
Seit dem 25. Mai 2020 prägte Eva Högl fünf Jahre lang als zweite Frau nach Claire Marienfeld (1995 bis 2000) das Amt der Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages. Mit mehr als 400 Truppenbesuchen im In- und Ausland bewies sie aufrichtiges Interesse an den Herausforderungen und Anliegen der Soldatinnen und Soldaten. Durch ihre zugewandte Wertschätzung gewann sie schnell das Vertrauen der Truppe – und wer ihr einmal bei der Arbeit zusehen konnte, wusste: Ihr Amt war für sie mehr als eine Pflicht. Sie verstand es als gesellschaftliche Verantwortung.
Du warst immer ansprechbar für alle Probleme der Männer und Frauen unserer Truppe.Verteidigungsminister Boris Pistorius
Der direkte Kontakt zu den Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr wurde zu Högls Markenzeichen. Besondere Schwerpunkte ihrer Arbeit waren die Innere Führung und Politische Bildung, die Högl als essenziell für die Bindung der Soldatinnen und Soldaten an Werte und Gesellschaft ansieht.
In seiner Rede zu Ehren der im Februar 2025 ausgeschiedenen Wehrbeauftragten betonte Verteidigungsminister Pistorius, Eva Högl habe die Bundeswehr im wortwörtlichen Sinne vollständig erfahren: „Am Ende Ihrer Amtszeit hat sie alle Standorte der Bundeswehr mindestens einmal besucht.“ Auch wenn er selbst regelmäßig die Truppe besuche, von diesem Rekord sei er noch weit entfernt.
Pistorius unterstrich: Der Auftrag der Wehrbeauftragten als Hilfsorgan des Deutschen Bundestages bei der parlamentarischen Kontrolle und zur Wahrung der Grundrechte der Soldatinnen und Soldaten bleibe bis heute unverändert hochrelevant. Doch das Amt sei längst mehr: „Wehrbeauftragte erkennen früh, wo Spannungen entstehen, wo Strukturen nicht tragen und wo der Alltag der Soldatinnen und Soldaten der Auftragserfüllung im Wege steht.“ Unterfinanzierung, Personalmangel, Ausrüstungs- und Infrastrukturdefizite – Eva Högl habe bei ihrem Amtsantritt vor fünf Jahren all diese strukturellen Mängel vorgefunden und immer klar, konstruktiv und lösungsorientiert adressiert. „Du warst unsere Partnerin, wenn es darum ging besser zu werden. Gleichzeitig bist du aber nie der Versuchung erlegen, dich auf dem Rücken der Bundeswehr zu profilieren. Weil du das nicht nötig hattest“, fasste Pistorius die Arbeit Högls zusammen.
Högl, so Pistorius, habe die Jahresberichte, die ein Wehrbeauftragter oder eine Wehrbeauftragte herausgibt, weiterentwickelt – weg von reinen Mängelberichten, hin zu einer konstruktiv-kritischen Berichterstattung, die auch Raum für die Würdigung positiver Entwicklungen lasse. „Das hat uns geholfen, Schwachstellen zu erkennen und besser zu werden. Gerade in diesen Zeiten war und ist das von unschätzbarem Wert“, brachte Pistorius seinen Dank und seine Anerkennung für Högls Arbeit zum Ausdruck.
Eva Högls Amtszeit als Wehrbeauftragte war von einem tiefgreifenden Wandel in der Außen- und Sicherheitspolitik geprägt. „Die Bundeswehr ist heute eine andere als zu Beginn deiner Amtszeit“, unterstrich Pistorius zum Ende seiner Rede. Von Auslandseinsätzen hin zur konsequenten Ausrichtung auf die Landes- und Bündnisverteidigung – diesen Wandel habe Högel die letzten fünf Jahre begleitet. Mit großem Engagement, Kompetenz und Empathie für die Soldatinnen und Soldaten. „Du bist die Wehrbeauftragte der Zeitenwende“, folgerte der Minister.
„Ich möchte dir im Namen der Bundeswehr von Herzen danken. Danke für deinen Einsatz. Danke für deine Zugewandtheit und deine Leidenschaft für die Sache und die Menschen. Danke dafür, dass du den Menschen gedient hast, die jeden Tag unserem Land dienen“, schloss Pistorius.
Eva Högl betonte voller Dankbarkeit in ihrer Rede: „Die Aufgabe als Wehrbeauftragte war bisher der Höhepunkt meiner beruflichen Laufbahn.“ Sie erinnerte insbesondere an die unzähligen Begegnungen und Gespräche während ihrer Amtszeit, die sie nachhaltig beeindruckt haben: „Ich bin voller Bewunderung und Anerkennung für unsere Soldatinnen und Soldaten.“
Das Stabsmusikkorps der Bundeswehr unter Leitung von Oberstleutnant Reinhard Kiauka setzte mit den Musikstücken der Serenade „Großer Gott wir loben Dich“ von Heinrich Bone in einer Bearbeitung von Walter Ratzek, „Wir. Dienen. Deutschland.“ von Simon Theisen und „Lili Marleen“ von Norbert Schulze in einer Bearbeitung von Gerhard Baumann den feierlichen Rahmen der Veranstaltung.
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