Pistorius steht zwischen zwei Männern vor einem Flugsimulator
© Bundeswehr/Jana Neumann
KategorieRüstung

Pistorius in Montreal: Intensivierung der Rüstungskooperation mit Kanada

Deutschland und Kanada vertiefen die Zusammenarbeit bei Beschaffung und Entwicklung. Neben den Streitkräften werden auch die Verteidigungsindustrien beider Länder enger zusammenarbeiten. Beim Besuch von Verteidigungsminister Boris Pistorius am 28. Mai 2026 in Montreal wurden dafür weitere Weichen gestellt.

Montreal verfügt über eine etablierte Luft- und Raumfahrtindustrie mit globalen Playern sowie einem dichten Netz von Zulieferern, Forschungseinrichtungen und Fachkräften. Diese Faktoren wirken sich auf die Leistungsfähigkeit der Rüstungsindustrie aus – insbesondere auf die Entwicklung und Produktion in den Bereichen Avionik, Verbundwerkstoffe, Triebwerke und Simulation. Zum Abschluss seiner Kanada-Reise besuchte Verteidigungsminister Boris Pistorius den Industriestandort, um die Zusammenarbeit im Rüstungssektor weiter voranzubringen.

Besuch bei CAE und Bombardier

So besichtigte der Minister die Werke von Bombardier und CAE (ursprünglich Canadian Aviation Electronics) . Bombardier produziert Langstreckenjets mit den technologisch fortschrittlichsten Triebwerken ihrer Klasse. Die militärische Nutzung der Bombardier-Plattformen hat in den vergangenen Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Auch die Bundeswehr nutzt Flugzeugtypen des Herstellers, so etwa die Global 5000. Aber auch die Global 6000 wird in der Bundeswehr künftig eingesetzt, um eine wichtige Fähigkeitslücke zu schließen.

Minister Pistorius läuft mit anderen Personen durch eine Werkhalle.

Boris Pistorius informierte sich bei Werkführungen über den Industriestandort Montreal

© Bundeswehr / Jana Neumann

Das neue luftgestützte Aufklärungssystem Pegasus wird in Flugzeuge des Typs Bombardier Global 6000 integriert. Mit Pegasus wird die Bundeswehr militärische Funkverkehre und Radaremissionen aus großer Entfernung erfassen können. Krisenfrüherkennung, Lagebeurteilung und Feststellung der Bedrohungslage in potenziellen Einsatzgebieten sind das Ziel dieser strategischen Luftaufklärung. Bis 2028 soll PEGASUS die Fähigkeitslücke schließen, die die Bundeswehr seit 2010 mit der Außerdienststellung der Aufklärungsflugzeuge Breguet 1150 M Atlantic hat.

Während Bombardier die Flugzeuge baut, liefert CAE die Technologie und die Infrastruktur, um die Besatzungen auszubilden. Der Weltmarktführer für Flugsimulatoren ist ein bedeutender Dienstleister für die Allianz. „CAE ist bereits seit mehr als sechs Jahrzehnten ein wichtiger und verlässlicher Partner für Deutschland und die NATO“, sagte Minister Pistorius in Montreal. Auch die Besatzungen der unterschiedlichsten Waffensysteme der Bundeswehr werden mit der Technik von CAE ausgebildet. Bei der Werksführung nahm Verteidigungsminister Pistorius an einer Simulatorvorführung teil.

Neuer Meilenstein bei Rüstungskooperation erreicht

Während des Ministerbesuchs haben Vertreter von CAE und dem deutschen Rüstungsunternehmen TKMS ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, das vorsieht, die maritimen Fähigkeiten beider Unternehmen nachhaltig zu stärken. „Deutsche Spitzentechnologie beim U-Boot-Bau und die Führungsposition bei Ausbildung und Simulation kommen hier zusammen, erklärte der Minister. Dies sei „ein Meilenstein industrieller und technologischer Interoperabilität im NATO-Bündnis.“ Das Projekt biete neue Optionen für gemeinsame Entwicklungen im Bereich der Simulation und beim Training. Darüber hinaus umfasse es auch Instandhaltungsfähigkeiten und -vereinbarungen.

Bundesminister der Verteidigung Boris Pistorius schaut lächelnd für eine Portraitaufnahme in die Kamera.
Diese Partnerschaft ist ein strategisches Vorhaben.
Verteidigungsminister Boris Pistorius Bundeswehr/Norman Jankowski

Die Intensivierung der Rüstungskooperation mit Kanada war ein Schwerpunkt der Reise des Verteidigungsministers. Bereits am Vortag hatte er die Rüstungsmesse CANSEC in Ottawa besucht und das verteidigungspolitische und rüstungsindustrielle Umfeld genutzt, um sich für das deutsch-norwegische U-Boot-Projekt 212CD einzusetzen. Pistorius hob die Vorteile der gemeinsamen Nutzung hervor, von denen bei  einer möglichen Beteiligung auch  Kanada profitieren würde:

Angesichts des 75-jährigen Jubiläums der diplomatischen Beziehungen hat der Besuch des Verteidigungsministers die Beziehungen zu Kanada als Wertepartner und strategischer Partner unterstrichen. Der Minister betonte in Kanada, dass Sicherheit heute mehr denn je auf einem starken Bündnis beruhe. Mit ihrer militärischen Kooperation und dem Ausbau der Rüstungszusammenarbeit stärken Deutschland und Kanada die transatlantische Allianz und ihre Fähigkeiten zu Abschreckung und Verteidigung.

von Florian Manthey

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