Boris Pistorius und Björn Arild Gram stehen gemeinsam mit norwegischen Grenzschützern in einer Reihe.
© picture alliance/dpa/Kay Nietfeld
KategorieSicherheitspolitik

Verteidigungsminister Pistorius besucht NATONorth Atlantic Treaty Organization-Grenze zu Russland

Das nördliche Ende der freien NATONorth Atlantic Treaty Organization-Welt wird durch den zugefrorenen Fluss Pasvik ganz im Osten Norwegens markiert. Am anderen Ufer kommt nur noch Russland. Geschützt wird die Grenze durch die „ Arctic Rangers“ der norwegischen Streitkräfte, in der überwiegend Wehrdienstleistende dienen – wie Verteidigungsminister Boris Pistorius bei seinem Besuch vor Ort erfährt.

Nur 10.000 Menschen leben in der Gemeinde Kirkenes an der Barentssee. Anfang März liegt die Temperatur knapp unter dem Gefrierpunkt – was ungewöhnlich mild für die Region am Polarkreis ist. „Für gewöhnlich hat es um diese Jahreszeit 20 Grad unter null“, sagt Leutnant Mads K.*, der an der Grenzschutzstation Pasvik stationiert ist.

Norwegen und Russland teilen sich rund 200 Kilometer Landgrenze. Bis zum russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 konnte die Grenze ohne Visum überquert werden. Doch das ist nun vorbei: Die Truppen halten aus ihren Beobachtungsposten entlang des Flusses Pasvik alles im Blick, was auf der anderen Seite des Ufers passiert. Der Kalte Krieg ist zurück in Norwegen.

Arctic Rangers: Verteidigung an der Grenze

100 Soldatinnen und Soldaten des Arctic Ranger Bataillons der norwegischen Streitkräfte halten hier an der Grenzstation Pasvik Wache. Leutnant Mads K. ist mit seinen 25 Jahren einer der Älteren. Sein Zug aus 30 Soldatinnen und Soldaten besteht aus Wehrdienstleistenden, die für zwölf bis 18 Monate ihr Land und seine Freiheit schützen. Sie haben sich aus freien Stücken für den Dienst in der eisigen Wildnis entschieden: Die Arctic Rangers sind unter Norwegens Wehrdienstleistenden hoch angesehen. Rund 40 Prozent von ihnen sind Frauen.

Begleitet wird Verteidigungsminister Boris Pistorius von seinem norwegischen Amtskollegen Bjørn Arild Gram. Während sie zu einem der Beobachtungsposten am Fluss fahren, bleiben die mitgereisten Journalisten in der Grenzschutzstation. Die Zahl und die Lage der Beobachtungsposten ist militärisches Geheimnis.

Pistorius spricht mit einem Trupp von vier Wehrdienstleistenden, die den Beobachtungsposten für jeweils zwei Wochen am Stück besetzen. Der Trupp ist in dieser Zeit auf sich allein gestellt, steht nur per Funk mit der Grenzschutzstation in Kontakt. Mit Schneemobilen patrouillieren die Arctic Rangers entlang des Flusses und beobachten die Grenze rund um die Uhr, bis sie von einem anderen Trupp abgelöst werden. 

Sicherheit geht alle an

Die Trupps sind geschlossene Einheiten. Nicht nur im Beobachtungsposten, sondern auch im Stützpunkt teilen sie eine Stube. „Heute habe ich erfahren, was es hier heißt, bereit und fähig zur Verteidigung und zur Abschreckung zu sein“, sagt Pistorius nach seiner Rückkehr. „Die Wehrdienstleistenden versehen ihren Dienst mit großer Leidenschaft.“ 

Es sei beeindruckend, wie die jungen Soldatinnen und Soldaten Verantwortung für den Schutz ihres Landes übernähmen, so der Minister. Das Thema Wehrpflicht müsse auch in Deutschland debattiert werden. „Wir laufen auf Zeiten zu, in denen wir umsteuern müssen“, sagt Pistorius. Die gesamte Gesellschaft müsse Verantwortung für ihre Sicherheit übernehmen.

Boris Pistorius steht vor Mikrofonen der öffentlichen Presse und spricht.
Skandinavien ist von entscheidender Bedeutung für die Sicherheit in der Ostsee und in der arktischen Region.
Bundesminister der Verteidigung Boris Pistorius Bundeswehr/Norman Jankowski

„Wir leben in einer der gefährlichsten Situationen seit Dekaden“, pflichtet ihm Amtskollege Gram unter Verweis auf den Krieg in der Ukraine bei. „Für Norwegen ist es sehr wichtig, die Entwicklungen im hohen Norden zu beobachten.“ Jenseits der Grenze befänden sich Truppen von signifikanter Stärke, auch hybride Bedrohungen stünden weit oben auf der Agenda. Allein 9.000 Kilometer Gasleitungen lägen in den norwegischen Hoheitsgewässern, gibt Gram zu bedenken. „Diese sind wichtig für uns, aber auch für die Energieversorgung Europas.“

Deutschland und Norwegen teilten nicht nur die gleichen Werte, ergänzt Pistorius. Beide Länder arbeiteten auch eng zusammen: zum Beispiel in der Uboot-Entwicklung, beim Schutz des Baltikums und der Unterstützung der Ukraine. Zusammenhalt sei wichtiger denn je, so Pistorius, und Deutschland sei bereit, sich stärker in der Region zu engagieren.

*Name zum Schutz des Soldaten abgekürzt.

von Timo Kather

Wichtige Partner im Bündnis: Pistorius reist nach Skandinavien

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