Polizistin und Soldat mit Waffen
© Bundeswehr/Minh Vu
KategorieSicherheitspolitik

Nur gemeinsam gegen hybride Bedrohung

Alle Bereiche unseres Lebens können Ziel hybrider Bedrohungen werden – gerade deshalb ist ressortübergreifendes Handeln dagegen so wichtig. Diese Facette aus dem Weißbuch 2016 hat Oberst i.G.im Generalstabsdienst Achim Werres als Vertreter des BMVgBundesministerium der Verteidigung bei der 9. Nationalen C-IEDImprovised Explosive Device Konferenz nachdrücklich betont.

Experten für C-IEDImprovised Explosive Device

Bei dem Symposion in Mannheim waren rund 90 Experten der Bundeswehr in Sachen C-IEDImprovised Explosive Device und weiterer Ressorts vertreten, so etwa der Polizei. Sie tauschten Erfahrungen aus und richteten gemeinsam den Blick nach vorn. Das mit dem Ziel, die gemeinsame Zusammenarbeit weiterzuentwickeln. Neben den Aspekten asymmetrischer Bedrohungslagen ging es auch um hybride Strategien. Ressortübergreifende Erfahrungsberichte und die Vorstellung neuer Strategien und Technologien rundeten das Programm ab. Der Rahmen rund um das Kernthema C-IEDImprovised Explosive Device war bewusst weit gefasst.

Ressortübergreifender Blick in die Zukunft

Das Bildungszentrum der Bundeswehr hatte zu dem dreitägigen Symposion eingeladen. Der Themenschwerpunkt lautete: „C-IEDImprovised Explosive Device: Ein ressortübergreifender Blick in die Zukunft.“ Dieser ist nach Werres’ Einschätzung künftig von herausragender Bedeutung, weil mittlerweile kein Ressort mehr allein in der Lage sei, die mannigfachen Formen hybrider Bedrohungen zu überschauen, rechtzeitig zu erkennen und diesen zu begegnen. Werres zeigte sich daher besonders dankbar, dass mit dieser Konferenz dem ressortübergreifenden Ansatz einmal mehr angemessene Beachtung geschenkt worden sei.


Der Westen intensiviere nicht erst seit der Krim-Krise seine Maßnahmen gegen hybride Bedrohung. Sie sei global. Sie bleibe für unabsehbare Zeit ein Thema. In diesem Kontext sei bei der Institutionalisierung von C-IEDImprovised Explosive Device-Strukturen in der Bundeswehr zwar schon viel erreicht, so Werres. Aber es gebe noch viel zu tun. So auf den Feldern Cyber oder Künstlichen Intelligenz (KIKünstliche Intelligenz). Neben den Auslandseinsätzen, neben der Landes- und Bündnisverteidigung sei das Agieren gegen hybride Bedrohung eine weitere Herausforderung für die Bundeswehr.

Gruppenbild

Themenschwerpunkt der diesjährigen Konferenz: C-IEDImprovised Explosive Device – Ein ressortübergreifender Blick

© Bundeswehr

Zivilgesellschaft mit einbeziehen

Diese Herausforderung sei nur ressortübergreifend zu schaffen, so Dr. Felix Wassermann von der Berliner Humboldt-Universität. Er umriss die Dimensionen asymmetrischer Bedrohungen. Diese machten nicht nur zivil-militärische Kooperation notwendig. Der Wissenschaftler erweiterte den Rahmen ausdrücklich um den zivilgesellschaftlichen Bereich, der mit einbezogen werden müsse. So ist es bereits im Weißbuch 2016 angelegt.

„Gemeinsamer Zeichenvorrat“ ist nötig

Für Strategien gegen hybride Bedrohungen brauche es eine gemeinsame Sprache, einen „gemeinsamen Zeichenvorrat“, damit die diversen Ressorts in dieselbe Richtung denken und handeln könnten. So brachte es Moderator Oberst i.G.im Generalstabsdienst Thorsten Ludwig aus dem Amt für Heeresentwicklung auf den Punkt.

Alle Bereiche unseres Lebens betroffen

Eine ressortübergreifende gemeinsame Sprache auch deshalb, weil die Formen asymmetrischer Bedrohung alle Bereiche unseres Lebens erfassen, wie Dr. Ludwig Frühauf von der Deutschen Hochschule der Polizei deutlich machte. Er richtete seinen Blick auf den öffentlichen Raum in Deutschland. Innere und äußere Sicherheit seien oft nicht mehr von einander zu trennen. Beispiel: Berlin. Dort geschahen 2017 nach seinen Angaben allein in Berliner U-Bahnhöfen, Bussen und Bahnen pro Tag 9 Angriffe auf Bürger der Stadt. Schlägereien, Raubüberfälle, Bedrohungen, Sexualdelikte und Messerattacken. Die Verbrechen seien in ihrer Häufung dramatisch. Sie geschähen für jene, die heimgesucht würden, wie aus heiterem Himmel, willkürlich. „Einfach so“, betonte Frühauf. Weiter erwähnte er die zunehmende Gewalt gegen Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte in der Hauptstadt. „Unfassbar!“, so der Referent. Das Gefühl von Verlässlichkeit und Sicherheit in unserer Gesellschaft werde so mehr und mehr aufgeweicht. Er bewertete diese Taten nicht als reine Gewaltdelikte. Sondern er fragte pointiert, ob diese nicht Anzeichen für eine kulturelle Implosion seien.

Vielschichtigkeit hybrider Bedrohung

So wurde in einem erweiterten Rahmen die Vielschichtigkeit hybrider Bedrohung überdeutlich. Das Symposion wurde in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium der Verteidigung, dem Amt für Heeresentwicklung – Abteilung IV C-IEDImprovised Explosive Device, dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr – Abteilung K – und dem Einsatzführungskommando der Bundeswehr veranstaltet.

von Jörg Fleischer

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