Umbennung Kaserne
© 2018 Bundeswehr / Sebastian Wilke
KategorieVerteidigung

Ministerin benennt Kaserne in Hannover um

Gedenktafel für gefallenen Soldaten

Die Gedenktafel für Hauptfeldwebel Tobias Lagenstein.

© Bundeswehr/Sebastian Wilke

Die „Emmich-Cambrai-Kaserne“ in Hannover heißt jetzt offiziell „Hauptfeldwebel-Lagenstein-Kaserne“. Namensgeber ist erstmals ein im Einsatz gefallener Soldat der Bundeswehr, der in Afghanistan gefallene Hauptfeldwebel Tobias Lagenstein.

Bei einem feierlichen Appell überreichte die Bundesministerin der Verteidigung Dr. Ursula von der Leyen eine symbolische Erinnerungsurkunde an die Umbenennung an den Kommandeur der Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr, Oberst Dirk Waldau. Daneben zeichnete von der Leyen auch den neuen Traditionserlass in Hannover.

Die Entscheidung für den Namen Tobias Lagenstein sei ein starkes Zeichen der Verbundenheit und für die hohe Wertschätzung der soldatischen Tugenden, die er verkörpere, sagte die Ministerin in Anwesenheit der Familie des verstorbenen Soldaten. „Es zeigt, dass der Bund der Kameradschaft über den Tod hinaus gilt“, so die Ministerin weiter. Lagenstein war Angehöriger der Schule für Feldjäger und Stabsdienst. Er war im Rahmen der ISAFInternational Security Assistance Force-Mission in Afghanistan als Personenschützer eingesetzt und wurde 2011 bei einem Sprengstoffanschlag getötet.

Soldaten suchten Namen, mit dem sie sich identifizieren können

„Ich habe die Bedeutung des alten Namens – zurückgehend auf den Weltkriegsgeneral Otto von Emmich und die Schlacht von Cambrai – als Kommandeur der Schule gerne erläutert“, so Waldau, „damit konnte ich die meisten Soldaten aber nicht erreichen, weil sie keinen Bezug dazu hatten.“ Gesucht wurde eine Alternative mit höherem Identifikationsgrad. Vorschläge wurden gemacht. Schnell fiel der Name Lagenstein. Die Stadt Hannover als Kommune wurde beteiligt und die Angehörigen von Tobias Lagenstein um ihr Einverständnis gebeten.

„Traditionspflege bedeutet Vorbilder zu setzen“, so von der Leyen, „Tobias Lagenstein war und ist ein solches Vorbild. Ich könnte mir keinen besseren Namensgeber denken – seine Haltung ist für uns Anspruch und Verpflichtung!“ Das Thema Tradition war zuvor bereits während einer Gesprächsrunde diskutiert worden. Im Anschluss zeichnete die Ministerin den Traditionserlass. Von der Leyen: „Er legt fest, was wir aus der Geschichte lernen können, schafft ein gemeinsames Verständnis von der Vergangenheit und macht klar, auf welchem Grund wir stehen.“

Der Namensgeber: Hauptfeldwebel Tobias Lagenstein

Tobias Lagenstein kam 2001 zur Bundeswehr; 2010 wurde er Berufssoldat. Als Teil des 25. Deutschen Einsatzkontingentes ISAFInternational Security Assistance Force (International Security Assistance Forces) in Afghanistan ging er Ende April in seinen vierten Auslandseinsatz. Lagenstein war als Kommandoführer im Personenschutz des damaligen Kommandeurs des Regionalkommandos Nord, Generalmajor Markus Kneip, eingesetzt. Am 28. Mai 2011 begleiteten Lagenstein und sein Team Kneip zu einer Besprechung bei dem Gouverneur der Provinz Tachar. Beim Verlassen des Gebäudes gegen 16.40 Uhr Ortszeit kam es zu einem durch Fernzündung ausgelösten Sprengstoffanschlag, bei dem Hauptfeldwebel Lagenstein getötet wurde. Kneip überlebte schwer verletzt. Sieben Menschen wurden insgesamt getötet – darunter zwei Bundeswehrsoldaten. Lagenstein war Angehöriger der Schule für Feldjäger und Stabsdienst. Er war insgesamt viermal im Auslandseinsatz.

von Jasmin Henning

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