Ein Soldat läuft neben seinem Partner und lächelt ihn an
© Bundeswehr/Tom Twardy
KategoriePersonal

Meilenstein im Umgang mit homosexuellen Soldatinnen und Soldaten

Die Bundeswehr hat ein kontroverses Kapitel ihrer Vergangenheit aufgearbeitet: Die langjährige systematische Benachteiligung von homosexuellen Soldatinnen und Soldaten. Noch bis ins Jahr 2000 hinein mussten sie mit erheblichen Karrierenachteilen rechnen, wenn ihre sexuelle Orientierung bekannt wurde. Erst dann wurde der Diskriminierung von Homosexuellen in der Bundeswehr ein Riegel vorgeschoben.

Von Diskriminierung zu Wertschätzung

Zwanzig Jahre später sind offen homosexuelle Soldatinnen und Soldaten Normalität in den deutschen Streitkräften. Obwohl der damalige Umgang mit Homosexuellen der früheren Rechtslage entsprach, ist er aus heutiger Sicht nur noch schwer nachzuvollziehen – Oberstleutnant Klaus Storkmann vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr) in Potsdam hat es trotzdem getan.

Cover von der Informationsbroschüre zur Studie Umgang mit homosexuellen Soldaten
© Bundeswehr

Studie: Der Umgang der Bundeswehr mit Homosexualität

Zusammenfassung zur Studie zum Umgang der Bundeswehr mit Homosexualität von 1955 bis zur Jahrtausendwende.

PDF Herunterladen PDF, nicht barrierefrei, (148,2 KB)

Studie zum Umgang mit homosexuellen Soldaten

Seine Studie „Zwischen Tabu und Toleranz. Der Umgang der Bundeswehr mit Homosexualität von 1955 bis zur Jahrtausendwende“ ist mehr als eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit mehreren Jahrzehnten Diskriminierungspraxis der Bundeswehr. Sie beleuchtet auf über 400 Seiten mit mehr als 60 Zeitzeugengesprächen auch den gesellschaftspolitischen Hintergrund, vor dem sich der Kampf homosexueller Menschen um Anerkennung abspielte. Am Donnerstag stellt Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer die Studie im Bendlerblock vor.

„Diese Studie auf Eigeninitiative des Ministeriums setzt sich sehr kritisch mit der eigenen Geschichte des Hauses auseinander. Die Praxis der Diskriminierung Homosexueller in der Bundeswehr, die für die Politik der damaligen Zeit stand, bedauere ich sehr. Bei denen, die darunter zu leiden hatten, entschuldige ich mich. Ich möchte die Erkenntnisse der Studie nutzen, um die Vergangenheit weiter aufzuarbeiten und das Gesetzesvorhaben für die Rehabilitierung der Betroffenen voranzubringen. Dessen Eckpunkte werden auf der Veranstaltung gleichfalls vorgestellt“,

sagte die Ministerin vorab.

Veranstaltung wird ins Netz gestreamt – Fragen erwünscht

Begleitet wird die Präsentation der Studie von einer Diskussionsveranstaltung. Sie wird am 17. September 2020 ab 18 Uhr per Livestream auf der Homepage des Verteidigungsministeriums und auf Twitter übertragen. Interessierte Bürgerinnen und Bürgern sind eingeladen, auf dem Twitterkanal des Ministeriums Fragen an das Podium zu stellen: Zum Beispiel an die Wehrbeauftragte des Bundestags Eva Högl, den Generalinspekteur Eberhard Zorn, den ehemaligen Soldaten und Zeitzeugen Dierk Koch oder an Leutnant Sven Bäring, den Vorsitzenden des Vereins QueerBw.

Ab sofort können Fragen auch unter BMVgPresseSocialMedia@bmvg.bund.de eingereicht werden. Eine Auswahl wird im Rahmen der Diskussionsveranstaltung beantwortet, die verbleibenden Fragen später.

von Redaktion der Bundeswehr

Weiterführende Informationen

Inhalte teilen via

Anfang Footer Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

Auf dieser Website nutzen wir Cookies und vergleichbare Funktionen zur Verarbeitung von Endgeräteinformationen und (anonymisierten) personenbezogenen Daten. Die Verarbeitung dient der Einbindung von Inhalten, externen Diensten und Elementen Dritter, der eigenverantwortlichen statistischen Analyse/Messung, der Einbindung sozialer Medien sowie der IT-Sicherheit. Je nach Funktion werden dabei Daten an Dritte weitergegeben und von diesen verarbeitet (Details siehe Datenschutzerklärung Punkt 4.c). Bei der Einbindung von sozialen Medien und interaktiver Elemente werden Daten auch durch die Anbieter (z.B. google) außerhalb des Rechtsraums der Europäischen Union gespeichert, dadurch kann trotz sorgfältiger Auswahl kein dem europäischen Datenschutzniveau gleichwertiges Schutzniveau sichergestellt werden. Sämtliche Einwilligungen sind freiwillig, für die Nutzung unserer Website nicht erforderlich und können jederzeit über den Link „Datenschutzeinstellungen anpassen“ in der Fußzeile unten widerrufen oder individuell eingestellt werden.

  • Logo Bundesministerium der Verteidigung

    Es ist uns ein Anliegen, Ihre Daten zu schützen

    Detaillierte Informationen zum Datenschutz finden Sie unter Datenschutzerklärung