Tauber am Rednerpult bei der Jahrestagung der Reserve
© Bundeswehr/Kraatz
KategorieAktuelles

Ein Jahr Strategie der Reserve: Was wurde erreicht?

Auf der Jahrestagung der Reserve in Berlin wurde Zwischenbilanz zur Umsetzung der Strategie der Reserve gezogen. Die Grundbeorderung scheidender Soldaten soll zum 1. Oktober 2021 starten. Bereits ab 1. April wird die App „USG-Online“ für den Download bereitstehen. Außerdem gab es Neuigkeiten zum Pilotprojekt Landesregiment Bayern.

Leben in der Lage: Das lernt jede Soldatin, jeder Soldat der Bundeswehr schon in der Grundausbildung. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte vor einem Jahr mit der Strategie der Reserve den Startschuss für die umfassende Modernisierung des Reservistenwesens der Bundeswehr gegeben. Die Rolle der Reserve in der Landes- und Bündnisverteidigung sollte gestärkt, die Ausbildung und Verwendung der Reservistendienstleistenden komplett neu organisiert werden. Bis 2032 werde die Reserve zukunftsfest umgebaut und vollumfänglich einsatzbereit sein, so Kramp-Karrenbauer damals. Dann kam Corona.

Kramp-Karrenbauer im Porträt
Die Landes- und Bündnisverteidigung ist ohne eine starke Reserve nicht vorstellbar. Den Reservistinnen und Reservisten kommt also eine Schlüsselrolle zu.
Verteidigungsministerin AKK in ihrer Videobotschaft zur Jahrestagung der Reserve 2020 Bundeswehr/Sebastian Wilke

Pandemie als Lackmustest für die Reserve

Das Virus änderte die Lage grundlegend. „Die Corona-Pandemie hat uns seit über einem halben Jahr fest im Griff“, sagt Generalleutnant Markus Laubenthal zum Auftakt der diesjährigen Jahrestagung der Reserve. Die Seuche sei ein Lackmustest sowohl für die Bundeswehr als auch für ihre Reserve. „Wir bestehen diesen Test jeden Tag mit Bravour“, so der Stellvertreter des Generalinspekteurs der Bundeswehr und damit Beauftragter für Reservistenangelegenheiten der Bundeswehr. Rund 9.000 Reservistinnen und Reservisten hätten sich freiwillig gemeldet, um bei der Eindämmung der Pandemie zu helfen. Auf die Reserve sei wie immer Verlass gewesen, lobt der Generalleutnant.

Statement von Generalleutnant Laubenthal zur Bedeutung der Jahrestagung der Reserve 2020 in Berlin.

Laubenthal moderiert die Jahrestagung gemeinsam mit Oberstleutnant der Reserve Patrick Sensburg, dem Präsidenten des Reservistenverbandes der Bundeswehr und Abgeordneten des Deutschen Bundestages. Wie andere Veranstaltungen findet sie dieses Jahr nur virtuell statt. Sie wird live ins Netz gestreamt. So kann das Publikum aus sicherer Distanz verfolgen, wie es trotz Krise mit der Umsetzung der Strategie der Reserve vorangegangen ist.

Grundbeorderung startet am 1. Oktober 2021

Das übernimmt Oberst Peter Haupt, Leiter des Referats für Reservisten- und Veteranenangelegenheiten im Verteidigungsministerium. Er kommt auf das wichtigste Element der Strategie der Reserve zu sprechen: die Grundbeorderung ausscheidender Soldatinnen und Soldaten in die Reserve für sechs Jahre. Man werde zum 1. Oktober nächsten Jahres damit anfangen, kündigt Haupt an – obwohl die Pandemie die Arbeit erschwere. „Wir müssen die Grundbeorderung ins Laufen bringen“, stellt Haupt fest. Nur mit einer einsatzbereiten Reserve sei das Aufgabenspektrum der Bundeswehr in Gänze zu bewältigen.

Wildflecken wird Leitstützpunkt für Reservistenausbildung

Die möglichst heimatnahe Ausbildung und Verwendung Reservistendienstleistender ist eine weitere Neuerung der Strategie der Reserve. Das Konzept wird seit Dezember 2018 im Pilotprojekt „Landesregiment Bayern“ erprobt. 300 Reservistinnen und Reservisten dienen hier zunächst bis Ende 2021 als regionale Sicherungs- und Unterstützungskräfte, um reguläre Einheiten der Bundeswehr im Heimatschutz zu entlasten. Geht das Konzept auf, soll es auf andere Bundesländer ausgedehnt werden.

55 Reservistendienstleistende des Landesregiments Bayern waren kürzlich im Ausbildungsstützpunkt Wildflecken in einer Woche zu infanteristischen Objektschützern ausgebildet worden. „Trotz der Kürze der Zeit gab es erstaunliche Ergebnisse“, bilanziert Generalleutnant Jürgen Weigt. Es seien zwar noch Herausforderungen bei der persönlichen Ausstattung und bei der Vereinheitlichung der Ausbildungsinhalte zu bewältigen, so der Stellvertreter des Inspekteurs der Streitkräftebasis: „Insgesamt aber sehe ich Grund zum Optimismus.“ Man müsse in kleinen Schritten denken, so Weigt. Wildflecken soll künftig zu einem Leitstützpunkt für die Ausbildung der Reserve ausgebaut werden. Weitere sollen bei Bedarf folgen.

Ab 1. April 2021 gibt es eine App für den Unterhalt

Trotz Corona hat hingegen die App für die Unterhaltssicherung einen großen Schritt gemacht. Generalmajor Gunter Schneider stellt eine lauffähige Version auf der Jahrestagung der Reserve vor. „Das ist kein Fake – das funktioniert!“, sagt der Vizepräsident des Bundesamts für das Personalmanagement der Bundeswehr.

Blick aus dem Regieraum auf das Set und den Kameramännern

Digitalisierung: Mit großem Aufwand wurde die Tagung ermöglicht.

© Bundeswehr/Kraatz

Mit der „USG-Online“ getauften Software können Anträge auf Unterhalt digital gestellt werden. „Die Testphase läuft bis Ende des Jahres“, sagt Generalmajor Schneider. Nachdem der letzte Feinschliff erfolgt ist, soll die App ab dem 1. April 2021 für alle Interessenten für den Download bereitstehen. Bereits seit August gibt es die sogenannte App der Reserve, mit der alles Wissenswerte zur Reserve bequem mit dem Smartphone abgerufen werden kann. In einem Forum kann der Austausch mit anderen Reservistinnen und Reservisten gesucht werden, zudem informiert eine Stellenbörse mit Suchfunktion über passende Dienstposten für die nächste Reservistendienstleistung.

3.800 Interessenten für freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz

Ebenfalls Anfang April nächsten Jahres soll auch das Pilotprojekt „Dein Jahr für Deutschland“ an den Start gehen. Der Parlamentarische Staatssekretär Peter Tauber bewarb das Projekt auf der Jahrestagung. Freiwillig Wehrdienstleistende sollen zunächst sieben Monate für den Heimatschutz ausgebildet und anschließend in die Reserve grundbeordert werden. In den sechs Jahren nach der Soldatenausbildung sollen die Freiwilligen insgesamt fünf Monate im Heimatschutz Reservistendienst leisten. Seit Bewerbungsstart Anfang September hätten sich rund 3.800 Interessenten für die 1.000 freien Plätze gemeldet, hieß es auf der Jahrestagung der Reserve.

von Timo Kather

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