Verteidigungsminister Boris Pistorius hat am 12. Januar 2026 in Berlin den Preis „Bundeswehr und Gesellschaft“ für das Jahr 2025 verliehen. Gewürdigt wurden Menschen, Initiativen und Institutionen, die sich in besonderem Maße engagieren und Brücken zwischen Bundeswehr und Gesellschaft bauen. Der Preis ist damit mehr als eine Auszeichnung. Er ist ein Symbol für Zusammenhalt, Verantwortung und Vertrauen – zwischen Streitkräften und Zivilgesellschaft.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat Europa schmerzhaft vor Augen geführt, dass Frieden und Freiheit auf dem Kontinent nicht selbstverständlich sind. Auch zahlreiche andere Krisen – von Instabilität im Nahen Osten bis hin zu regelmäßigen Cyberangriffen auch auf Deutschland – zeigen: Sicherheit muss verteidigt werden. Boris Pistorius ordnete ein, dass angesichts der sicherheitspolitischen Realitäten bereits die ersten Tage des neuen Jahres zeigten, wie volatil das Jahr werden könnte.
In dieser neuen sicherheitspolitischen Realität komme der Bundeswehr eine wachsende Rolle zu, betonte Pistorius in seiner Rede während der Preisverleihung in Berlin: „Die Männer und Frauen der Bundeswehr schützen unsere Freiheit und unseren Frieden. Sie garantieren unsere Sicherheit. Und das jeden Tag.“ Diese Sicherheit sei aber immer ein Gemeinschaftsprojekt von Streitkräften und Zivilgesellschaft. Die Bundeswehr lebe von Vertrauen, von Rückhalt und von Menschen, die bereit seien, Verantwortung für dieses Land zu übernehmen – in Uniform und ohne. Menschen, die dies mit Leidenschaft und Entschlossenheit täten. Genau das würdigt der Preis „Bundeswehr und Gesellschaft“.
In diesem Jahr erhielten den Preis die Stadt Düsseldorf, der Förderverein Militärhistorisches Museum der Bundeswehr, der Marinechor „Blaue Jungs aus Bremerhaven“ und Sigrid Kuhlmann. Sie alle leisten auf ihre Art und Weise einen Beitrag dafür, dass deutsche Soldatinnen und Soldaten fest in der Mitte der Gesellschaft verankert sind und Wertschätzung erfahren. „Sie haben Begegnungen geschaffen, Brücken gebaut und Solidarität gelebt. Sie haben die Bundeswehr dort sichtbar gemacht, wo sie oft leise wirkt: in der Nachbarschaft, im Alltag, im persönlichen Austausch“, so Pistorius. Im Namen aller Angehörigen der Bundeswehr dankte er den Preisträgerinnen und Preisträgern herzlich.
Eine starke Bundeswehr braucht eine starke Gesellschaft – und eine starke Gesellschaft braucht das Vertrauen in ihre Bundeswehr.Verteidigungsminister Boris Pistorius
„Die Bundeswehr wird von Menschen getragen“, unterstrich Pistorius weiter. „Menschen, die in unseren Städten und Dörfern leben, deren Kinder dieselben Schulen besuchen, die sich in Vereinen engagieren und Nachbarn sind. Wenn sie in den Einsatz gehen – sei es im Ausland oder zur Amtshilfe bei Katastrophen auch im Inland – dann tun sie das im Bewusstsein, dass ihre Heimat hinter ihnen steht.“
„Die Stadt Düsseldorf ist seit vielen Jahren ein verlässlicher Partner der Bundeswehr“, wandte sich der Minister an den Düsseldorfer Stadtdirektor Burkhard Hintzsche. Besonderer Dank gebühre der Stadt jedoch für ihr Engagement im Rahmen der Vorbereitung und Durchführung der Invictus Games 2023, sagte der Minister. Unter dem Motto „A Home for Respect“ konnten sich über 500 Athletinnen und Athleten aus 21 Nationen bei den Wettkämpfen 2023 in Düsseldorf messen. Für dieses außergewöhnliche Engagement für einsatzversehrte Soldatinnen und Soldaten sowie Veteraninnen und Veteranen verlieh Pistorius der Stadt den Preis in der Kategorie „Gebietskörperschaften“.
Stadtdirektor Burkhard Hintzsche sagte nach der Auszeichnung: „Wir fühlen uns geehrt und zugleich ermutigt durch diese Auszeichnung. Die Invictus Games 2023 waren für Düsseldorf ein besonderes Ereignis-ein international sichtbares Zeichen für Respekt, Anerkennung und Wertschätzung gegenüber verletzten, verwundeten und erkrankten Soldatinnen und Soldaten.“ Der Preis sei eine Anerkennung für alle, die mit großem Einsatz zum Gelingen dieses herausragenden Sport- und Begegnungsfestes beigetragen haben, so Hintzsche.
In der Kategorie „Vereine“ würdigte Pistorius den Förderverein Militärhistorisches Museum für seinen Einsatz für die Bewahrung und Vermittlung des militärgeschichtlichen Erbes, für die Förderung des Verständnisses der Rolle der Streitkräfte in der Gesellschaft und für die Begleitung der Arbeit des Militärhistorischen Museums in Dresden. Neben einem Ort der Reflexion und der Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit sei das Museum auch ein Ort, an dem die Rolle der Bundeswehr in der Gesellschaft über die Jahre beleuchtet werde, so Pistorius. Der Förderverein Militärhistorisches Museum unterstützt die Sammlung und die Ausstellungen des Museums, fördert die museumspädagogische Arbeit und schafft damit Räume für Wissen, Austausch und Dialog.
In der Kategorie „Bildung und Kultur“ ging der Preis an den Original Marinechor „Blaue Jungs aus Bremerhaven“. Der Marinechor wurde für seine zahlreichen, auch überregionalen Musikveranstaltungen gewürdigt, die einen wertvollen Beitrag zur Sichtbarkeit der Bundeswehr in der Öffentlichkeit leisten. Doch die „Blauen Jungs“, so der Minister, seien weit mehr als nur ein Chor. Mit seinen 65 Jahren sei der Chor ein lebendiges Stück Marinegeschichte, Botschafter der Seefahrt und Symbol für Gemeinschaft und Zusammenhalt: „Sie zeigen so auf wohlklingende Art und Weise, wie zivilgesellschaftliches Engagement und militärische Tradition Hand in Hand gehen können“, erklärte Pistorius.
Den Preis in der Kategorie „Einzelpersonen“ verdiente sich Sigrid Kuhlmann, die sich seit über 35 Jahren persönlich mit viel Zeit und Kraft dafür einsetzt, dass den Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr mehr Wertschätzung innerhalb der Gesellschaft zuteil wird. Zurecht trage Kuhlmann Ehrentitel wie „Mutter der Infanterie“ und auch das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold, so Pistorius in seiner Laudatio. Kuhlmanns Engagement für die Truppe umfasst eine lange Liste – darauf stehen unter anderem die Einrichtung von Rückzugsräumen in den Bundeswehrkrankenhäusern in Berlin und Hamburg sowie die Organisation zahlreicher sozialer Projekte und Maßnahmen der Politischen Bildung. „Sie sind für die Männer und Frauen der Bundeswehr und ihren Zusammenhalt von unschätzbarem Wert“, dankte Pistorius der 78-Jährigen im Namen der gesamten Bundeswehr.
Gemeinsam mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund, vertreten durch Ehrengeschäftsführer Gerd Landsberg, wurde der Preis „Bundeswehr und Gesellschaft“ nun zum elften Mal verliehen. Landsberg unterstrich in seiner Rede: Die Menschen müssen verstehen, dass eine wehrhafte Demokratie auch militärische Stärke braucht“. Er betonte darüber hinaus die Wichtigkeit einer breiten Akzeptanz für den Auftrag der Bundeswehr in der Bevölkerung. Stellvertretend für alle engagierten Menschen, die sich für die starke Verbindung zwischen Militär und Zivilgesellschaft einsetzen betonte er: „Dieser Preis trägt!“
| Preis „Bundeswehr und Gesellschaft“ |
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| Die Preisskulptur wurde von den Berliner Künstlerinnen Anja Lapatsch und Annika Unger entworfen. Sie besteht aus drei sich ergänzenden Teilen aus Eiche (die Zivilgesellschaft symbolisierend), keramischem Gussmittel (Personen, die sich für die Bundeswehr einsetzen) und Messing (die Bundeswehr). |
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