Soldaten marschieren mit Flaggen unterschiedlicher Nationen über einen Platz
© Bundeswehr
KategorieNATO

Bundeswehr engagiert sich in der NATO auf vielen Ebenen

Deutschland ist aktuell mit 13.700 Soldatinnen und Soldaten ein wesentlicher Truppensteller der schnellen Eingreiftruppe der NATO (NATO Response Force –NRF). Etwa 900 Frauen und Männer stärken als Enhanced Forward Presence Battlegroup in Litauen unter deutscher Führung die Ostflanke. Die Bundeswehr ist einer der wesentlichen Truppensteller der Nordatlantischen Vertragsorganisation. Ein Überblick:

Erhöhte Wachsamkeit in Europa

Aufgrund des Angriffes Russlands auf die Ukraine verstärkt die NATO aktuell ihre defensiven Maßnahmen in Ost-, Zentral- und Südosteuropa. Dazu werden unter dem Begriff enhanced Vigilance Activities (dt. verstärkte Wachsamkeits-Aktivitäten) Fähigkeiten zur Bündnisverteidigung erhöht und eine glaubwürdige Abschreckung aufgebaut. Dazu zählt unter anderem die Aufstellung weiterer multinationaler Kampfverbände für verschiedene NATO-Länder in Zentral- und Südosteuropa. Verteidigungsministerin Lambrecht hat angewiesen, dass die Bundeswehr unverzüglich Infanteriekräfte in Kompaniestärke in die Slowakei verlegt. Sie bilden den Kern einer weiteren multinationalen Battlegroup, die zeitnah aufwächst. Zudem ist vorgesehen, den slowakischen Luftraum mit dem Flugabwehrraketensystem Patriot zu schützen.

EFP: Unterstützung in Litauen

Seit rund fünf Jahren führt die Bundeswehr bei der NATO-Unterstützungsmission Enhanced Forward Presence (EFP) die Battlegroup in Litauen. Die multinationalen NATO-Verbände sind in den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie in Polen stationiert. Deutschland hat aufgrund der aktuellen Lage die eFP-Battlegroup in Litauen um 350 Soldatinnen und Soldaten erweitert, insgesamt sind damit gut 900 Angehörige der Bundeswehr im Einsatz. Die Mission wurde durch die NATO-Mitglieder als Reaktion auf die völkerrechtswidrige Annexion der Krim durch Russland bereits im Jahr 2014 und die fortgesetzte Destabilisierung der Ukraine ins Leben gerufen. Diese Kräfte sind nicht Bestandteil der NRF.

NRF: Schnell einsatzbereit (H3)

Deutschland stellt – wie viele andere NATO-Nationen – regelmäßig größere Anteile der Bundeswehr für die schnelle Eingreiftruppe NATO-Response-Force (NRF) ab. Die NRF verfügt über Kräfte mit unterschiedlichen Einsatzbereitschaftsgraden. Das Spektrum erstreckt sich von sehr hoher (Very High Readiness Joint Task Force, VJTF) über hohe (Initial Follow-on Forces Group, IFFG) hin zu abgestufter Einsatzbereitschaft (Follow-on Forces Group, FFG). Die NRF umfasst Land-, Luft- und Seestreitkräfte sowie Spezialkräfte. Ergänzt werden diese um Führungselemente und umfangreiche Unterstützungskräfte. Für die NRF vorgesehene Einheiten durchlaufen drei verschiedene, jeweils rund ein Jahr dauernde Phasen: Die Stand-up-Phase (Vorbereitungs- und Zertifizierungsphase), danach die Stand-by-Phase (Alarmbereitschaftsphase) bis zur Stand-down-Phase (Nachbereitungsphase). Aktuell sind rund 13.700 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr für die NRF in Bereitschaft, im größten Teil in der Stand-Up-Phase. Deutschland führt derzeit die multinationalen Folgekräfte, die Initial Follow-on Forces Group (IFFG). Sie verstärken die in 2022 von Frankreich gestellte Very High Joint Readiness Task Force (VJTF). Die Verlegebereitschaft dieser Kräfte wurde aufgrund der angespannten Lage durch den NATO-Oberbefehlshaber in Europa von 45 auf 30 Tage, bei einigen Einheiten sogar auf sieben Tage verringert.

Deutsche Marine: Ständig im Einsatz

Um die Sicherheit der Mitgliedsländer in Nordsee, Ostsee, Atlantik und Mittelmeer zu gewährleisten, gibt es zwei dort kreuzende ständige NATO-Marineverbände (Standing NATO Maritime Groups, dt. stehende Marine-Gruppen, SNMG). Die Bundeswehr hat am 26. Februar die Korvette „Erfurt“ zur Unterstützung der SNMG 1 in Nord- und Ostsee angewiesen. Die Fregatte „Lübeck“ gehört bereits seit dem 25. Februar zur SNMG 2 im Mittelmeer.

Tankflugzeug in der Luft betankt zwei Eurofighter

Ein Tankflugzeug der Royal Air Force bei der Betankung von zwei deutschen Eurofightern bei enhanced Air Policing South im Sommer 2021

© Bundeswehr/Marcello Totaro

Deutsche Eurofighter in Rumänien

Die NATO-Mission enhanced Air Policing South unterstützt mit Luftwaffeneinheiten der Allianz die Sicherung des rumänischen Luftraumes. Gemeinsam mit der italienischen Luftwaffe sind drei Eurofighter der Bundeswehr bereits seit Februar in Konstanza am Schwarzen Meer im Einsatz. Am 24. Februar starteten drei weitere Eurofighter zur Verstärkung der NATO-Mission nach Rumänien.

Verstärktes Air Policing Baltikum

Seit ihrem NATO-Beitritt 2004 wird die Sicherung des Luftraums der baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen von den Luftwaffen wechselnder NATO-Staaten übernommen. Im Rahmen des verstärkten Air Policing Baltikums hat die deutsche Luftwaffe bereits mehr als ein Dutzend Mal Kampfflugzeuge nach Ämari in Estland verlegt. Zuletzt waren bis Anfang 2021 rund 170 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr mit ihren Eurofightern dort im Einsatz.

Deutschland als logistische Drehscheibe

Als Land in der Mitte Europas unterstützt die Bundeswehr die Verbündeten der Allianz insbesondere auch bei der Verlegung von Kräften nach und über Deutschland. Dies reicht von der Unterstützung für Unterkünfte von Truppenteilen verbündeter Nationen über die Verkehrsregelung bei militärischen Transporten oder Nutzung von militärischer Infrastruktur in Deutschland.

von Björn Lenz

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