Digitalisierung
Digitalisierung ist in aller Munde. Als Nutzer komplexer Technologie ist die Bundeswehr besonders von diesem Prozess betroffen.
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Verteidigungsministerium und Innenministerium haben im Oktober den gemeinsamen Masterplan Building Information Modelling oder kurz BIM vorgestellt. Durch den Einsatz von Cloudtechnologie sollen die Bauvorhaben der Ministerien schneller umgesetzt und der Unterhalt der Gebäude über ihre gesamte Betriebsdauer effizienter gestaltet werden.
Der Masterplan BIM soll zunächst in 30 Infrastrukturprojekten umgesetzt werden, den sogenannten Wirkbetriebsprojekten. Auf das Verteidigungsministerium entfallen dabei 16, auf das Innenministerium 14 neue Infrastrukturvorhaben. Durch die umfassende Nutzung der Methode BIM – von der digitalen Ausplanung der Bauprojekte des Bundes über die Erfassung aller Bauwerksdaten bis hin zu einer 3D-Visualisierung der Gebäude – sollen die Arbeiten deutlich effizienter werden.
Insgesamt geht es um Bauvorhaben mit einem Volumen von 700 Millionen Euro. Nach dem BIM-Masterplan sollen zum Beispiel entstehen: ein Unterkunftsgebäude in der Clausewitz-Kaserne Burg, ein Sanitätsversorgungszentrum in der Staufer-Kaserne Pfullendorf oder eine Flugzeugwartungshalle in Laage.
Mit dem Masterplan BIM gestalten BMI und BMVg gemeinsam den Weg der Digitalisierung und Innovation für die Bauwerke von morgen.
Das BIM-Modell soll aber nicht nur bis zur Fertigstellung der Gebäude eingesetzt werden, sondern auch für den Betrieb und in Zukunft sogar den Rückbau der Objekte. „Wir verbessern nicht nur das einzelne Bauvorhaben, sondern stellen das gesamte Datenmanagement unseres Portfolios zukunftsfähig auf“, sagte Staatssekretär Gerd Hoofe.
Derzeit würden sich die Effizienzbemühungen der Ministerien überwiegend auf Planung und Bauprozess konzentrieren, so Hoofe. Mit der BIM-Methode soll nun auch der Betrieb der Gebäude kostengünstiger werden. „Neben einer verbesserten Termintreue und einer höheren Kostensicherheit bei der Realisierung von Baumaßnahmen werden durch die Methode BIM auch optimierte digitale Betriebsprozesse zu einem effizienteren Lebenszyklus beitragen.“
Der Masterplan BIM ist Teil des Reformprojektes „Effizientes Bauen im Bund“. Ab Ende 2022 sollen schrittweise sämtliche Bauvorhaben des Bundes auf das neue Modell umgestellt werden. Der Masterplan wird dafür noch um eine Umsetzungsstrategie und ein BIM-Handbuch ergänzt.
Im Bund werden die zivilen Bauprojekte vom Innenministerium verantwortet, die militärischen Bauprojekte vom Verteidigungsministerium. Derzeit werden etwa drei Milliarden Euro im Jahr investiert, Tendenz deutlich steigend. 40 Prozent der Investitionen entfallen auf Baumaßnahmen der Bundeswehr. Die Bundeswehr verfügt derzeit über rund 1.500 Liegenschaften mit rund 33.000 Gebäuden.
von Timo Kather