Baustelle am Bundeswehrkrankenhaus Hamburg
© Bundeswehr/Sandra Herholt
KategorieDigitalisierung

Digitale Reforminitiative: BMVgBundesministerium der Verteidigung und Innenministerium wollen effizienter bauen

Verteidigungsministerium und Innenministerium haben im Oktober den gemeinsamen Masterplan Building Information Modelling oder kurz BIMBuilding Information Modelling vorgestellt. Durch den Einsatz von Cloudtechnologie sollen die Bauvorhaben der Ministerien schneller umgesetzt und der Unterhalt der Gebäude über ihre gesamte Betriebsdauer effizienter gestaltet werden.

Der Masterplan BIMBuilding Information Modelling soll zunächst in 30 Infrastrukturprojekten umgesetzt werden, den sogenannten Wirkbetriebsprojekten. Auf das Verteidigungsministerium entfallen dabei 16, auf das Innenministerium 14 neue Infrastrukturvorhaben. Durch die umfassende Nutzung der Methode BIMBuilding Information Modelling – von der digitalen Ausplanung der Bauprojekte des Bundes über die Erfassung aller Bauwerksdaten bis hin zu einer 3D-Visualisierung der Gebäude – sollen die Arbeiten deutlich effizienter werden.

Insgesamt geht es um Bauvorhaben mit einem Volumen von 700 Millionen Euro. Nach dem BIMBuilding Information Modelling-Masterplan sollen zum Beispiel entstehen:  ein Unterkunftsgebäude in der Clausewitz-Kaserne Burg, ein Sanitätsversorgungszentrum in der Staufer-Kaserne Pfullendorf oder eine Flugzeugwartungshalle in Laage.

Mit dem Masterplan BIMBuilding Information Modelling gestalten BMIBundesministerium des Innern und BMVgBundesministerium der Verteidigung gemeinsam den Weg der Digitalisierung und Innovation für die Bauwerke von morgen.
Aus dem „Masterplan BIMBuilding Information Modelling für Bundesbauten“

Das BIMBuilding Information Modelling-Modell soll aber nicht nur bis zur Fertigstellung der Gebäude eingesetzt werden, sondern auch für den Betrieb und in Zukunft sogar den Rückbau der Objekte. „Wir verbessern nicht nur das einzelne Bauvorhaben, sondern stellen das gesamte Datenmanagement unseres Portfolios zukunftsfähig auf“, sagte Staatssekretär Gerd Hoofe.

Digitales Gebäudemanagement

Derzeit würden sich die Effizienzbemühungen der Ministerien überwiegend auf Planung und Bauprozess konzentrieren, so Hoofe. Mit der BIMBuilding Information Modelling-Methode soll nun auch der Betrieb der Gebäude kostengünstiger werden. „Neben einer verbesserten Termintreue und einer höheren Kostensicherheit bei der Realisierung von Baumaßnahmen werden durch die Methode BIMBuilding Information Modelling auch optimierte digitale Betriebsprozesse zu einem effizienteren Lebenszyklus beitragen.“

Der Masterplan BIMBuilding Information Modelling ist Teil des Reformprojektes „Effizientes Bauen im Bund“. Ab Ende 2022 sollen schrittweise sämtliche Bauvorhaben des Bundes auf das neue Modell umgestellt werden. Der Masterplan wird dafür noch um eine Umsetzungsstrategie und ein BIMBuilding Information Modelling-Handbuch ergänzt.

Im Bund werden die zivilen Bauprojekte vom Innenministerium verantwortet, die militärischen Bauprojekte vom Verteidigungsministerium. Derzeit werden etwa drei Milliarden Euro im Jahr investiert, Tendenz deutlich steigend. 40 Prozent der Investitionen entfallen auf Baumaßnahmen der Bundeswehr. Die Bundeswehr verfügt derzeit über rund 1.500 Liegenschaften mit rund 33.000 Gebäuden.

von Timo Kather

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