Transportpanzer Fuchs auf Verwindungsbahn
© 2016 Bundeswehr / Ulrich Metternich
KategorieRüstung

BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr und WTDWehrtechnische Dienststellen: Hand in Hand zum neuen Großgerät

Im Mittelpunkt stehen die Entwicklung, die Erprobung, die Beschaffung und das Nutzungsmanagement von Wehrmaterial. Diese Aufgaben werden teilweise in Eigenleistung erbracht, teilweise aber auch durch Vergabe an die Industrie und die gewerbliche Wirtschaft erfüllt.

Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnologie und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr) ist eine Behörde in Koblenz mit etwa 5.100 Mitarbeitern. Das BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr und seine Dienststellen sind der Abteilung Ausrüstung (A) im Bundesministerium der Verteidigung unterstellt. Hauptaufgabe der Behörde ist die Ausstattung der Bundeswehr mit leistungsfähigem und sicherem Gerät.

Die Erprobungs- und Forschungsstellen

Dem BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr unterstellt sind sechs Wehrtechnische Dienststellen (WTDWehrtechnische Dienststellen). Als Erprobungs- und Forschungsstellen sind sie maßgeblich an der Entwicklung, Weiterentwicklung und Erprobung von Militärtechnik beteiligt. Dabei übernimmt jede WTDWehrtechnische Dienststellen spezifische Aufgaben (WTDWehrtechnische Dienststellen 41 Trier: Landfahrzeuge, Pionier- und Truppentechnik, WTDWehrtechnische Dienststellen 52 Oberjettenberg: Schutz- und Sondertechnik, WTDWehrtechnische Dienststellen 61 Manching: Luftfahrttechnik, WTDWehrtechnische Dienststellen 71 Eckernförde: Marinetechnik, WTDWehrtechnische Dienststellen 81 Greding: Informationstechnologie und Elektronik, WTDWehrtechnische Dienststellen 91 Meppen: Waffen und Munition). Mit ihrer technischen Expertise und hochspezialisierten Infrastruktur werden diese Dienststellen auch in den Beschaffungsprozess eingebunden.

Blick aus der Vogelperspektive auf die Wehrtechnische Dienststelle 81

Die Wehrtechnische Dienststelle für Informationstechnologie und Elektronik-WTDWehrtechnische Dienststellen 81 in Greding.

© Bundeswehr/Luise Köstler

WTDen nehmen die konkurrierenden Modelle in die Mangel

So wurden beispielsweise im Zuge der Beschaffung der neuen Generation „Ungeschützter Transportfahrzeuge“ der Zuladungsklassen 5 und 15 Tonnen die Modelle der beiden Bewerber IVECO und Rheinmetall MAN Military Vehicles (RMMVRheinmetall MAN Military Vehicles) über mehrere Monate hinweg umfangreichen Tests zur Risikominimierung unterzogen. Die WTDWehrtechnische Dienststellen 41 in Trier untersuchte unter anderem, wie die Fahrzeuge langfristig Fahrten über anspruchsvolles Gelände verkraften.

Bei der WTDWehrtechnische Dienststellen 81 in Greding wurde untersucht, ob die Waffenstation und die Kommunikationsausstattung der Fahrzeuge andere Geräte durch unbeabsichtigte elektromagnetische Effekte beeinflussen (EMVelektromagnetische Verträglichkeit-Prüfung). Zudem wurde dort der Blitzschutz getestet. Die WTDWehrtechnische Dienststellen 91 in Meppen schließlich bewertete die Integration von Waffenstation und die Drehringlafette aus ergonomischer und sicherheitstechnischer Sicht.

Erprobungsergebnisse sind Teil der Entscheidung

Die Fachaufsicht und Koordination der technischen Untersuchungen hat die entsprechende Projektgruppe im BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr. Mit Hilfe der Ergebnisse aus diesen Untersuchungen bewertete sie die technische Leistungserfüllung. Dabei wurden je Modell sogenannte Ergebnis-Aktivitätsberichte erstellt, mit der die Bewerber in den anschließenden Vertragsverhandlungen konfrontiert wurden.

In die Entscheidung, welcher Hersteller am Ende den Zuschlag erhielt, flossen sowohl die Untersuchungsergebnisse als auch die Erkenntnisse aus den Vertragsverhandlungen mit beiden Herstellern ein. Den Zuschlag erhielt der Bieter mit dem wirtschaftlichsten Angebot. Der Vertragsschluss mit dem Gewinner der Ausschreibung war am 05. Juli 2017 geplant. Insgesamt sollen 558 Fahrzeuge beschafft werden. Der Auftragswert beträgt 240 Millionen Euro.

Mann bedient Messgeräte

Bei der Wehrtechnischen Dienststelle 81 der Bundeswehr in Greding geht es um Informationstechnik und Elektronik.

© Bundeswehr / Stephan Ink

Hersteller muss Mängel beseitigen

Bis zur Auslieferung der ersten Fahrzeuge an die Bundeswehr, die für die erste Jahreshälfte 2018 geplant ist, hat der Hersteller Zeit, die festgehaltenen Fehler zu beseitigen. Ob das geschehen ist, wird bei dem ersten ausgelieferten Fahrzeug im Zuge der integrierten Nachweisführung festgestellt. Die jeweiligen Projektgruppen im BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr bleiben in veränderter Personalstärke bis zur Außerdienststellung der Geräte bestehen.

Neben den WTDen sind auch das Wehrwissenschaftliche Institut für Werk- und Betriebsstoffe (WIWeBWehrwissenschaftliche Institut für Werk- und Betriebsstoffe) in Erding, das Wehrwissenschaftliche Institut für Schutztechnologien – ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Schutz (WIS) in Munster sowie das Marinearsenal in Wilhelmshaven dem BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr organisatorisch unterstellt und übernehmen ähnliche Aufgaben. Der Bereich AINAusrüstung, Informationstechnik und Nutzung hat insgesamt etwa 10.500 Mitarbeiter, darunter etwa 1.600 Soldaten.

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