EUTM Mali: EU-Einsatz in Mali
Die Bundeswehr beteiligt sich an der Europäischen Trainingsmission EUTM Mali. Ziel ist es, Sicherheit und Stabilität im Land herbeizuführen.
Das Bundeskabinett hat zwei Afrika-Einsätze der Bundeswehr verlängert. Dabei geht es um die Ausbildungs- und Beratungsmission EUTM Mali und um den Anti-Piraterie-Einsatz ATALANTA vor der Küste Somalias. Der Deutsche Bundestag muss über die Mandatsverlängerung noch beraten und abstimmen.
Die Mandatsobergrenze von EUTM Mali (European Union Training Mission in Mali) soll gemäß dem Kabinettsbeschluss von 300 auf 350 Soldatinnen und Soldaten angehoben werden. Grund dafür ist die geplante Übernahme des Kommandos durch deutsche Kräfte voraussichtlich im November 2018. Die Mission soll um ein Jahr bis zum 31. Mai 2019 verlängert werden.
Malische Soldaten nehmen an der Schießausbildung im Rahmen der Mission EUTM Mali in Koulikoro teil.
Die Stabilisierung Malis ist ein Schwerpunkt des deutschen Afrika-Engagements in der Sahel-Region und ein wichtiges Ziel der Afrikapolitik der Bundesregierung.
Das Ziel der Ausbildungs- und Beratungsmission ist, die malischen Streitkräfte und künftig auch die gemeinsame Einsatztruppe der G5-Sahel-Staaten in die Lage zu versetzen, selbst für die Sicherheit in ihren Regionen sorgen zu können.
Zentraler Auftrag der Mission bleibt die Ausbildung und Beratung der Streitkräfte Malis. Bislang wurden durch EUTM Mali weit mehr als 11.000 malische Soldaten ausgebildet.
Darüber hinaus soll künftig auch eine Beratung und Ausbildung in den Sektor-Hauptquartieren der G5-Sahel Eingreiftruppe außerhalb Malis stattfinden. So voraussichtlich in Niger, Mauretanien und Tschad. Durch die verstärkte Ausbildung der Streitkräfte der übrigen G5-Sahel-Staaten, die bislang in Mali erfolgte, soll der grenzüberschreitende Kampf gegen den Terrorismus sowie gegen organisierte Kriminalität durch die G5-Staaten selbst verbessert werden.
Durch den Beitrag zum Fähigkeitsaufbau der malischen Streitkräfte trägt EUTM Mali in bedeutendem Maße zur Unterstützung der malischen Regierung bei der Schaffung von Stabilität in Mali bei. Darüber hinaus unterstützt die Bundesregierung die Aufstellung einer gemeinsamen Einsatztruppe der G5-Sahel-Staaten als wichtigen Schritt zu mehr regionaler Eigenverantwortung. Es ist also folgerichtig, dass EUTM Mali künftig die gemeinsame G5-Sahel Einsatztruppe in ihrem Hauptquartier und den Sektor-Hauptquartieren beraten wird. Die deutsche Beteiligung an EUTM Mali ist komplementär zur Beteiligung an der durch die Vereinten Nationen geführte Friedensmission MINUSMA. Beide Missionen unterstützen und ergänzen sich.
Das Aufklärungsflugzeug vom Typ P-3 C Orion fliegt im Rahmen der Mission EUNAVFOR Somalia – Operation Atalanta.
Weiter soll nach dem Willen der Bundesregierung die Anti-Piraterie-Mission ATALANTA am Horn von Afrika um ein Jahr bis zum 31.05.2019 verlängert werden. Die personelle Obergrenze des Mandats sieht unverändert bis zu 600 deutsche Soldatinnen und Soldaten vor. Aktuell beteiligt sich Deutschland mit einem Seefernaufklärer und einer logistischen Unterstützungseinheit an der Mission.
Die Bundeswehr beteiligt sich seit 2008 an der EU-geführten Operation vor der Küste Somalias. ATALANTA hat wesentlich dazu beigetragen, die Piraterie am Horn von Afrika zurückzudrängen. Es kommt aber immer noch vereinzelt zu Angriffen auf die Handelsschifffahrt. Die kriminellen Netzwerke bestehen zum Teil fort. Der Auftrag der Mission soll daher auch künftig in der Bekämpfung von Piraten liegen. Außerdem dient die Operation dem Schutz von Schiffen des Welternährungsprogramms am Horn von Afrika. 891 Schiffe des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) und 586 Schiffe von AMISOM wurden seit Beginn der Operation ohne Zwischenfälle durch die Operation ATALANTA betreut.
Deutschlands Engagement bei EUTM Mali und ATALANTA ist Teil des gemeinsamen Handelns der Europäischen Union im Kontext der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP). Und darüber hinaus im Rahmen des vernetzten Ansatzes. Es dient zur Krisenbewältigung und Stabilisierung. Damit kommt die Bundesregierung auch ihrer Verpflichtungen im Rahmen der Ständigen Strukturierten Zusammenarbeit (PESCO) nach.
von Jörg Fleischer