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Von der Leyen stellt neue Personalstrategie in Aussicht

Berlin, 12.01.2016.
„Das Jahr 2015 ist für die Nachwuchsgewinnung der Bundeswehr ein gutes Jahr gewesen.“ Diese Bilanz hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in Berlin gezogen. Mehr als 106.000 Bewerbungen gingen ein. Davon wurde knapp jeder vierte Bewerber genommen. Das sind 24.365 Einstellungen gewesen. Jedoch sei der Bedarf an Spezialfähigkeiten weiterhin groß.

Soldat an einem Messgerät, im Hintergrund ein Banner mit Schriftzug „Karriere mit Zukunft“ und mehrere Personen

Die Bundeswehr zählt zu den größten Arbeitgebern in Deutschland und bietet vielfältige Karrierechancen. (Quelle: Bundeswehr/Dorow)Größere Abbildung anzeigen

Bedarf besteht etwa in den Bereichen Technik, Informationstechnologien, Medizin und Sanität. „Das ist für uns besonders wichtig“, sagte von der Leyen. „Und da müssen wir uns mehr anstrengen.“ Die Bundeswehr der Zukunft müsse sehr modern, sehr gut aufgestellt und hoch spezialisiert sein. Dafür brauche sie Fachkräfte. Orientiert an diesen Anforderungen stellte von der Leyen für Ende dieses Jahres eine neue Personalstrategie in Aussicht, mit der nicht nur kurzfristig, sondern auch mittel- und langfristig das Personal gewonnen werden könne, das die Bundeswehr brauche. „Wir wollen neue Wege gehen.“

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Zahl der Soldat-auf-Zeit-Bewerber auf hohem Niveau

Die Bundeswehr ist für junge Menschen weiterhin ein attraktiver Arbeitgeber. So konnte sie 2015 ihren Bedarf an Soldatinnen und Soldaten auf Zeit (SaZ) zu 97 Prozent decken. Dieser Bedarf wurde überwiegend aus dem Arbeitsmarkt gewonnen (83 Prozent). Dabei zeichnen sich die SaZler durch ein gutes Bildungsniveau aus. Bei der Einplanung von Fachkräften im Feldwebel-Fachdienst und bei den Fachunteroffizieren verzeichnete die Bundeswehr von 2014 auf 2015 sogar eine Steigerung um 15 Prozent. Insgesamt blieb 2015 die Zahl der SaZ-Bewerber mit 40.155 auf hohem Niveau - 2014 waren es 40.886. Eingestellt wurden im vergangenen Jahr 12.432 Bewerber für eine Verwendung als Soldat auf Zeit – 2014 waren es 12.373.

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Freiwillig Wehrdienstleistende mit gutem Bildungsniveau

Bei den Freiwilligen Wehrdienstleistenden (FWDL) konnte die Bundeswehr 2015 fast doppelt so viele gewinnen wie geplant. So wurde die Vorgabe von 5.000 plus x im Ergebnis um 4.622 FWDLer überschritten. Dabei blieb auch die Zahl der FWDL-Bewerber auf hohem Niveau. Im vergangenen Jahr wurden von 16.151 Bewerbern 9.622 eingestellt, 2014 wurden von 18.208 Bewerbungen 10.479 berücksichtigt. Dabei verfügen die Freiwillig Wehrdienstleistenden über ein gutes Bildungsniveau – so haben 43 Prozent Abitur oder Fachhochschulreife.

Von der Leyen im Gespräch mit Bewerbern

Ministerin von der Leyen beim Besuch des Assessmentcenters für Führungskräfte in Köln. (Quelle: Bundeswehr/Ströter)Größere Abbildung anzeigen

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Verhandlungen mit Israel über bewaffnete Aufklärungsdrohne Heron TP

Weiter gab die Ministerin in Berlin bekannt, dass die Bundeswehr mit Israel über einen Leasingvertrag für die bewaffnungsfähige Aufklärungsdrohne Heron TP verhandeln wird. Diese Entscheidung habe der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, getroffen. Heron TP ist als Überbrückungslösung für die in der Entwicklung befindliche Euro-Drohne gedacht, die 2025 kommen soll. Von der Leyen: „Heron TP dient dem Schutz unserer Soldatinnen und Soldaten in den Auslandseinsätzen.“ Der israelische Drohnen-Typ soll 2018 zur Verfügung stehen und bietet damit die Chance zu einer schnellen Übergangslösung. Dies war einer der Gründe, aus denen Heron TP letztlich dem ebenfalls untersuchten amerikanischen Drohnen-Typ „Predator“ vorgezogen wurde. Für das Projekt Heron TP sind 580 Millionen Euro veranschlagt. Als Heimatverband ist das Taktische Luftwaffengeschwader 51 in Jagel vorgesehen.

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Flexibilisierung der Rüstungsausgaben – Budget nahezu komplett verwendet

Ein weiterer wichtiger Bereich – das Rüstungsmanagement. Es zeichnete sich im Jahr 2015 durch eine weitere Flexibilisierung aus. So konnten Haushaltsmittel, die in diesem Jahr für Rüstungsgroßprojekte wie das Transportflugzeug A400M, den Schützenpanzer Puma oder den Kampfjet Eurofighter noch nicht verwendet werden konnten, flexibel in andere wichtige Rüstungsvorhaben fließen. Beispielsweise in die Investition in ein Raketenwarnsystem des Mittleren Transporthubschraubers CH 53 zum Schutz der Soldaten. Mit dieser Strategie konnte der Rüstungsetat für 2015 – mit 97 Prozent – nahezu komplett verwendet werden.

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Stand vom: 12.01.16 | Autor: Jörg Fleischer


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