Wie über große Bundeswehr-Projekte entschieden wird
Hinter aufwendigen Beschaffungen steht ein abgestimmter Prozess aus Prüfung, Abstimmung und parlamentarischer Entscheidung plus Kontrolle.
- Veröffentlichungsdatum
Die Deutsche Marine wird vier weitere Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU erhalten. Damit wird der Beschaffungsumfang auf insgesamt acht Schiffe dieses Typs anwachsen. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags hat in seiner Sitzung am 7. Oktober 2026 den Abschluss des Bauvertrags gebilligt.
Die Beschaffung der Fregatten wurde schrittweise vorbereitet. Im Januar 2026 genehmigte der Haushaltsausschuss zunächst einen Vorvertrag sowie im März 2026 dessen Verlängerung, mit dem Fertigungstermine für einen möglichen MEKO-Auftrag abgesichert werden sollten. Damit konnten Produktionskapazitäten reserviert und die Voraussetzungen für einen zügigen Baubeginn geschaffen werden. Am 8. Juli billigte der Ausschuss den Bauvertrag für die ersten vier Fregatten. Zugleich wurde der Weg für eine Option auf vier weitere Schiffe eröffnet. Ihre Auslösung benötigte die nun erfolgte Billigung durch den Haushaltsausschuss.
Für die Marine ist die Beschaffung vor allem mit Blick auf die U-Boot-Jagd wichtig. Diese Fähigkeit wird in der NATO als Anti-Submarine Warfare (ASW) bezeichnet. Sie umfasst das Aufspüren und Verfolgen gegnerischer U-Boote sowie die Abwehr möglicher Gefahren, die von ihnen ausgehen. ASW ist eine dringend benötigte Fähigkeit, um die Bewegungen russischer U-Boote im Nordatlantik zu überwachen und die Sicherheit des Bündnisses zu stärken. Weitere Informationen zur Bedeutung der U-Boot-Jagd finden Sie hier.
Die MEKO A-200 DEU ist gezielt für die U-Boot-Jagd vorgesehen. Zur Ausstattung zählen ein Bugsonar und ein Schleppsonar sowie Torpedorohre für MU90-Leichtgewichtstorpedos. Ein Bordhubschrauber des Typs NH-90 Sea Tiger soll die Suche und Bekämpfung von U-Booten zusätzlich unterstützen.
Der Bau des ersten Schiffs läuft bereits auf Hochtouren: Seit Februar 2026 werden erste Sektionen gefertigt – die Kiellegung erfolgte im Mai. Seit April 2026 findet der Modulbau statt. Die Übergabe der ersten Fregatte an die Bundeswehr ist für 2029 geplant.
von Florian Manthey