Klares Bekenntnis zu Vielfalt in BMVg und Bundeswehr
Chancengerechtigkeit, Vielfalt und Inklusion sind Werte, für die BMVg und Bundeswehr gleichermaßen einstehen.
Bei der dritten Diversity-Konferenz der Bundeswehr in Berlin hat Verteidigungsminister Boris Pistorius betont, Vielfalt sei eine Stärke und ein Faktor der Einsatzbereitschaft. Personalpolitik sei ein Teil der Sicherheitspolitik und Vielfalt ein Schlüssel, um für den personellen Aufwuchs die richtigen Menschen zu gewinnen und zu halten.
„Vielfalt ist kein Zeitgeist. Sie ist keine Imagekampagne. Sie ist keine Parole. Sie ist kein Luxus, keine Kirsche auf der Torte – nichts, womit man sich nur in ruhigen Zeiten beschäftigt, weil man es sich nur dann leisten kann.“ Mit dieser klaren Botschaft hat Verteidigungsminister Boris Pistorius auf der dritten Diversity-Konferenz der Bundeswehr den Wert von Vielfalt in der Bundeswehr hervorgehoben. Rund 150 Teilnehmende, zu großen Teilen Angehörige der Bundeswehr, kamen dazu am 22. September 2026 im Tagungszentrum der Julius-Leber-Kaserne in Berlin zusammen.
Für Pistorius ist Vielfalt weit mehr als eine Frage der Fairness: Personalpolitik sei ein zentraler Teil der Sicherheitspolitik, betonte der Minister. Die Bundeswehr müsse wachsen und im Wettbewerb um kluge Köpfe auch Menschen erreichen, die bisher nie an einen Dienst in Uniform gedacht hätten. Vielfalt spiele deshalb eine entscheidende Rolle beim Aufwuchs und der Einsatzbereitschaft. 2025 sei das einstellungsstärkste Jahr seit Aussetzen der Wehrpflicht gewesen. Auch mit Blick auf den Neuen Wehrdienst rechne er mit weiterem Wachstum.
Sein Ziel sei eine Bundeswehr, „in der niemand seine Herkunft verbergen muss, um dazuzugehören“, so Pistorius. Sie sei ein Arbeitgeber, bei dem Menschen mit Migrationsgeschichte, queere Soldatinnen und Soldaten oder Eltern zwischen Karriere und Familie sich für ihre Lebensrealität nicht rechtfertigen müssten. „Ich will eine Bundeswehr, in der alle Menschen wissen: Hier werde ich gebraucht“, so der Minister.
Gegenseitiger Respekt und gelebte Kameradschaft sind hier der Schlüssel.
Gute Leute zu gewinnen, reiche nicht, so Pistorius. Es gehe auch darum, sie zu halten. Gegenseitiger Respekt und gelebte Kameradschaft seien dafür der Schlüssel. Sexualisiertes Fehlverhalten habe in der Bundeswehr keinen Platz. Man müsse Betroffene schützen, Vorwürfe aufklären und Fehlverhalten konsequent sanktionieren, so Pistorius. Besondere Verantwortung tragen nach Ansicht des Ministers die Vorgesetzten, militärisch wie zivil. „Wir werden darauf achten, dass Führungskräfte genau wissen, wie sie zu reagieren haben und dass sie reagieren.“
Die Bedeutung des Themas unterstrich die hochrangige Besetzung: Eröffnet wurde die dritte Diversity-Konferenz der Bundeswehr von Staatssekretär Dr. Jan Stöß, der Vielfalt politisch-strategisch einordnete. Am Nachmittag steuerte Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer, eine militär-strategische Einordnung bei.
Ziel der Konferenz war es, entlang des Mottos „Personelle Vielfalt fördern. Aufwuchs Bundeswehr stärken. Perspektivwechsel für ein zielgerichtetes Miteinander“ auszuloten, wie personelle Vielfalt den Aufwuchs der Streitkräfte stärkt. In zwei Podiumsdiskussionen und sechs Workshops tauschten sich dazu Fachleute aus Bundeswehr, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Sport aus. Immer auch mit Blick darauf, was die Bundeswehr von externen Organisationen lernen kann.
von Arthur Galbraith