Ein Soldat und eine Soldatin mit UN-Blauhelmen umgeben von Kindern
© ONUCI/Patricia Esteve
KategorieUN-Friedensmissionen

Handlungsempfehlungen für mehr Frauen in UN-Missionen präsentiert

Zum Abschluss der virtuellen Konferenzreihe „Breaking Barriers – Women in Peacekeeping“ übergaben Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer und weitere UN-Mitglieder am 8. Juli ein Ergebnispapier mit Handlungsempfehlungen an UN-Untergeneralsekretär Lacroix. Die Empfehlungen sollen dabei helfen, Hürden für Frauen in UN-Missionen abzubauen.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, ihre Amtskolleginnen und -kollegen aus Irland und Südafrika sowie die Repräsentanten weiterer UN-Mitgliedsstaaten kamen im Rahmen einer virtuellen Veranstaltung zusammen, um dem UN-Untergeneralsekretär für Friedensmissionen, Jean-Pierre Lacroix, die Ergebnisse der Konferenzreihe und die daraus folgenden Handlungsempfehlungen zu präsentieren. 

„Unser gemeinsames Ziel von Beginn an war es, konkrete Handlungsempfehlungen für die UN und ihre Mitgliedsstaaten zu erarbeiten, um Hürden für Frauen in UN-Missionen abzubauen, ein für sie förderndes Umfeld zu schaffen und um endlich mehr Frauen in der Friedenssicherung zu beteiligen“, sagte Kramp-Karrenbauer. Die stärkere Partizipation von Frauen sei ein Kernelement dafür, UN-Missionen effektiver zu machen, betonte die Verteidigungsministerin.

Hürden für Frauen in der Friedenssicherung debattiert

Deutschland, Irland, Südafrika, Bangladesch und Namibia hatten die dreiteilige Veranstaltungsreihe im ersten Halbjahr 2021 im Rahmen der UN-Reforminitiative Action-for-Peacekeeping (A4P) angestoßen. Die fünf Nationen engagieren sich als sogenannte A4P-Champions im Bereich „Women, Peace and Security“ (WPS) für die gleichberechtigte Mitwirkung von Frauen an allen Aspekten der Friedenssicherung. Namibia hatte zudem im Jahr 2000 die Resolution 1325 zu Frauen, Frieden und Sicherheit im UN-Sicherheitsrat initiiert. Sukzessive kamen weitere A4P-Champions wie Indonesien, Kanada und Kenia für die Ausrichtung der Veranstaltungen hinzu.

Während der ersten Paneldiskussion debattierten UN-Soldatinnen und -Expertinnen darüber, welche Hürden für Frauen in UN-Friedensmissionen bestehen und mit welchen Maßnahmen sich diese Hindernisse abbauen lassen. Als deutsche Vertreterin berichtete Hauptmann Anna-Carina E. von ihren Erfahrungen als UN-Militärbeobachterin im Südsudan.

Bei der zweiten Online-Konferenz diskutierten internationale Expertinnen und Experten darüber, wie Barrier-Studien dabei helfen können, nationale Hürden für eine stärkere Beteiligung von Frauen an UN-Friedensmissionen besser zu erkennen und zielgerichtet abzubauen. Der Leiter der Abteilung Politik im BMVg, Detlef Wächter, berichtete bei der Veranstaltung, welche Maßnahmen Deutschland bereits umgesetzt hat, um den Frauenanteil in Friedensmissionen zu erhöhen.

Bei der dritten Diskussion standen vor allem Fragen der strategischen Kommunikation zur Überwindung bestehender Gender-Stereotype im Vordergrund.

UN-Soldatinnen schauen auf eine Karte vor einem Militärfahrzeug

Die stärkere Beteiligung von Frauen an UN-Friedenssicherungseinsätzen kann dazu beitragen, die Missionen in ihrer Mandatsumsetzung effektiver, nachhaltiger und damit insgesamt erfolgreicher zu machen.

© UN/Suwit Kauyhomrtn

Handlungsempfehlungen für den Abbau von Hindernissen

Die Erkenntnisse der A4P-Veranstaltungsreihe wurden von den ausrichtenden Ländern in einem Ergebnispapier zusammengefasst. Daraus abgeleitet, enthält das Dokument zusätzlich sechs Handlungsempfehlungen, die dabei helfen sollen, Hürden für Frauen in UN-Missionen und auf nationaler Ebene abzubauen.  

So sollte etwa bei der Planung, Umsetzung und Auswertung von Friedensmissionen eine Genderanalyse implementiert werden, um sicherzustellen, dass Frauen künftig bei allen Positionen und Aufgaben im Einsatz stärker gleichberechtig beteiligt werden. Zudem sollten Unterbringung und Ausstattung in UN-Missionen für Frauen angemessen gestaltet werden. Weiterhin sollten Peacekeeper darin geschult werden, geschlechterbezogene Vorurteile besser zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken.

Außerdem wird empfohlen, Netzwerke für Soldatinnen aufzubauen, über die sie sich zu Ausbildungsmöglichkeiten informieren und mit einsatzerfahrenen Kameradinnen austauschen können. „Für Deutschland ist die Empfehlung, Netzwerke für Frauen zu schaffen, besonders relevant“, erklärte Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer. “Gemeinsam mit unseren UN-Partnern beratschlagen wir gerade, wie ein Netzwerk für ehemalige, derzeitige und künftige Peacekeeperinnen aufgebaut werden könnte.“

Auch wolle Deutschland die Ergebnisse der nationalen Barrier-Studie in der Bundeswehr und die Erfahrungen aus dem Studienprozess mit interessierten UN-Mitgliedern teilen, sobald der Abschlussbericht ausgewertet sei, so die Ministerin. Denn eine weitere Handlungsempfehlung des A4P-Papiers ist es, Studien auf nationaler Ebene durchzuführen, um Hindernisse für Frauen in den heimischen Streitkräften zu untersuchen.

UN will an der Umsetzung der Empfehlungen arbeiten

Abschließend dankte UN-Untergeneralsekretär Lacroix den Organisatoren der Veranstaltungsreihe für ihr Engagement. „Die präzisen und umsetzbaren Handlungsempfehlungen dieser Veranstaltungsreihe sind ein wesentlicher Beitrag zu unseren gemeinsamen Zielen. Wir werden daran arbeiten, die Empfehlungen umzusetzen, wann immer möglich“, sagte Lacroix.  

„Die volle, gleichberechtigte und bedeutsame Mitwirkung von Frauen in UN-Friedensmissionen zu stärken, ist eine der obersten Prioritäten in der Hauptabteilung Friedensmissionen“, betonte Lacroix. Derzeit arbeite das UN-Sekretariat daran, Trainingsmaterial zur Bekämpfung von unbewussten Vorurteilen zu erstellen und geschlechtersensible Unterbringung in UN-Missionen zu implementieren. Zudem sei – auch mit Unterstützung von Deutschland – die erste globale Untersuchung zum Status von Frauen im Verteidigungssektor geplant. 

von Hanna Jarowinsky

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