Extremismus in der Bundeswehr: Jahresbericht 2024 liegt vor
Im Jahr 2024 ist die Zahl extremistischer Verdachtsfälle in der Bundeswehr im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.
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Bezogen auf die Gesamtstärke der Bundeswehr bleibt die Zahl zwar niedrig, doch auch 2025 ist die Zahl extremistischer Verdachtsfälle in der Bundeswehr verglichen mit dem Vorjahr erneut leicht gestiegen. Rund drei Viertel der Verdachtsfälle sind dem Phänomenbereich Rechtsextremismus zuzurechnen. Das geht aus dem Jahresbericht der Koordinierungsstelle für Extremismusverdachtsfälle (KfE) im Verteidigungsministerium hervor.
Der Bericht zeigt das Lagebild zu Extremismusverdachtsfällen innerhalb des Geschäftsbereichs des Verteidigungsministeriums (BMVg) für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2025. Grundlage sind die Fallzahlen der Extremismusabwehr des Militärischen Abschirmdienstes (MAD). Diese werden nach bestimmten Kriterien und Parametern aufgeschlüsselt. Das ermöglicht es, Schwerpunkte und Tendenzen festzustellen. Die wichtigsten Ergebnisse des KfE-Berichts im Überblick:
Die Gründe für die meist gestiegenen Zahlen sind laut dem Bericht vielschichtig und komplex. Wesentlich seien politische Faktoren sowie Kriege, globale Krisen und eine zunehmende politische Spaltung der Gesellschaft. Aber auch interne Faktoren – beispielsweise ein anhaltendes sensibleres Meldeverhalten der Truppe und eine erfolgreiche Verdachtsfallbearbeitung des MAD – führten zu einem Anstieg der Verdachtsfallbearbeitungen. Daher bilden die steigenden Zahlen nicht nur gesellschaftspolitische Entwicklungen ab, sondern sind auch ein Beleg dafür, dass die vom Verteidigungsministerium ergriffenen Maßnahmen zur Extremismusabwehr in seinem Geschäftsbereich wirken.
Insgesamt verzeichnet der KfE-Bericht zum Stichtag 31. Dezember 2025 1.350 Verdachtsfälle. Die Bundeswehr umfasst rund 186.000 aktive Soldatinnen und Soldaten sowie rund 81.000 zivile Beschäftigte. Die Zahl der neu erkannten Extremistinnen und Extremisten in der Bundeswehr ist im Berichtszeitraum von 18 (2024) auf 13 zurückgegangen – ein weiterhin niedriges Niveau. Die Anzahl aller im Jahr 2025 neu aufgenommenen Verdachtsfallbearbeitungen ist indes von 302 auf 443 gestiegen.
Wie auch im Vorjahr entspricht dies dem Bild, das sich aus der Studie „Armee in der Demokratie“ des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) ergab und wonach sich mehr als 90 Prozent der befragten Soldatinnen und Soldaten selbst in der politischen Mitte verorteten – 2,6 Prozent sahen sich eher am linken, 2,1 Prozent am rechten Rand des politischen Spektrums. Was die politische Selbsteinschätzung angeht, steht die Truppe also genau da, wo sie sein sollte: in der Mitte der Gesellschaft.
Die steigende Anzahl von Extremismusverdachtsfällen zeigt, dass der Kampf gegen den Extremismus innerhalb des Geschäftsbereiches BMVg weiterhin mit Entschlossenheit geführt werden muss und auch wird. Als Spiegel der Gesellschaft sieht sich auch die Bundeswehr einer wachsenden Gefahr durch Extremismus gegenüber. Der KfE-Bericht 2025 zeigt eindeutig, dass die Gefahren für die freiheitliche demokratische Grundordnung aufgrund extremistischer Bestrebungen weiterhin bestehen. Ihre Bekämpfung wird hierbei in der Bundeswehr durch verschiedene Maßnahmen gewährleistet, angefangen bei personellen und Disziplinarmaßnahmen bis hin zu organisatorischen Verbesserungen, wie der weiteren Ertüchtigung des MAD und der Truppendienstgerichte.
Der Geschäftsbereich des BMVg duldet keine Verfassungsfeinde.
Extremistinnen und Extremisten haben weiterhin keinen Platz in der Bundeswehr. Es bleibt oberste Priorität im Verteidigungsministerium, erkannte Extremistinnen und Extremisten sowie Verfassungsfeinde aus dem Geschäftsbereich fernzuhalten beziehungsweise schnellstmöglich aus dem Dienst zu entfernen.
Im Sinne der „Null-Toleranz-Linie“ wird auch weiterhin jeder Einzelfall mit allen zur Verfügung stehenden rechtsstaatlichen Mitteln konsequent verfolgt und geahndet. Die zunehmende Anzahl der Fallbearbeitungen unterstreicht diese Notwendigkeit. Trotz gestiegener Zahlen, so heißt es im Extremismusbericht 2025, zeichne sich erneut eine positive Tendenz ab: Die Sensibilität in der Truppe nehme weiter zu, Verdachtsfälle würden konsequenter gemeldet und verfolgt – und auch die präventiven Maßnahmen zeigten Wirkung.
| Das seit nunmehr sieben Jahren etablierte Berichtsformat legt die Maßnahmen im Geschäftsbereiches BMVg zur Bekämpfung von Extremismus in und aus den eigenen Reihen transparent und offen dar. Es leistet damit einen maßgeblichen Beitrag zur Stärkung der wehrhaften Demokratie. |
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von Redaktion der Bundeswehr