Eine Soldatin schießt mit dem MG5 von Bord der Fregatte Brandenburg während der UN-Mission UNIFIL.
© Bundeswehr/Marc Tessensohn
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Engagement der Bundeswehr bei UNIFIL endet

United Nations Interim Force in Lebanon (UNIFIL) ist eine der ältesten aktiven UN-Missionen. Die Bundeswehr ist daran seit 2006 beteiligt. Nun ist das Ende der Mission vor der libanesischen Küste abzusehen, denn die Bundesregierung hat am 6. Mai 2026 beschlossen, dass die Bundeswehr ihr Engagement dort geordnet abschließt.

Daten und Fakten

Lage

Der Nahost-Konflikt ist wieder aufgeflammt, insbesondere durch den terroristischen Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und durch den eskalierten Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran. Die Sicherheitslage in der gesamten Region hat sich dramatisch zugespitzt. Die Krise strahlt weltpolitisch aus. Vor diesem Hintergrund ist auch die Situation im Libanon äußerst angespannt und fragil. Der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah eskaliert. Es kommt immer wieder zu schweren Auseinandersetzungen.

Die Rolle von UNIFIL ist seit der Verschärfung der Sicherheitslage in der Region nach wie vor von hoher Bedeutung. Es geht darum die Lage im Einsatzgebiet zu beobachten, die Resilienz der libanesischen Streitkräfte zu stärken und Kommunikationskanäle zwischen Israel und Libanon niederschwellig offenzuhalten.

Auftrag

Bis zum Auslaufen des operativen Auftrags bleibt die Unterstützung der libanesischen Streitkräfte bei der Kontrolle des eigenen Staatsgebietes ein Schwerpunkt der Mission. Das gilt insbesondere an der Demarkationslinie zwischen Israel und Libanon, der sogenannten Blue Line, und dem Litani-Fluss. Es geht unvermindert darum, die UNIFIL zugrunde liegende Sicherheitsresolution 1701 der Vereinten Nationen aus dem Jahre 2006 zu gewährleisten. Die Resilienz der libanesischen Streitkräfte soll gesteigert werden. Sie sollen ertüchtigt werden.

In diesem Kontext hat die Bundeswehr unvermindert den Auftrag der Seeraumüberwachung. Sie liefert ihren Beitrag zum Luftlagebild sowie zum Fähigkeitsaufbau der libanesischen Streitkräfte, insbesondere der Marine. Sie unterstützt bei Transport von Personal und Material sowie bei der eigenverantwortlichen Sicherung der Grenzen durch die libanesischen Streitkräfte.

Bis zum Auslaufen des Mandats sollen die deutschen Soldatinnen und Soldaten die libanesischen Streitkräfte beim Aufbau tragfähiger Strukturen und Fähigkeiten voranbringen. Dabei liegt der Schwerpunkt des deutschen Engagements unvermindert auf der Ausbildung der libanesischen Marine. Diese hat erhebliche Fortschritte bei der Übernahme der Sicherheitsverantwortung im gesamten Land gemacht. Insbesondere bei der Überwachung der eigenen Hoheitsgewässer ist die libanesische Marine gut vorangekommen. Sie ist inzwischen grundsätzlich in der Lage, alle technischen Prozeduren von der Abfrage bis hin zur Inspektion verdächtiger Schiffe eigenständig durchzuführen. Die Durchsuchung dieser Schiffe obliegt bereits seit längerem den libanesischen Streit- bzw. Sicherheitskräften.

Zwar wurde die positive Entwicklung zuletzt durch die Kampfhandlungen zwischen Israel und der Hisbollah zurückgeworfen. Doch bis zum Ende des operativen UNIFIL-Mandates sollen diese Aufgaben weiter trainiert und unterstützt werden.

Ausblick

Die Bundeswehr soll sich weiterhin mit einem Schiff oder Boot am UNIFIL-Flottenverband beteiligen. Derzeit ist die Fregatte „Nordrhein-Westfalen“ im Einsatz. Es ist geplant, dass die deutschen Streitkräfte bis zum Ende des operativen Teils der Mission Stabspersonal im UNIFIL-Hauptquartier in Naqoura stellen. Weiter umfasst der deutsche Beitrag Ausbildungspersonal für das Coaching und Mentoring beim Fähigkeitsaufbau der libanesischen Marine. Dabei geht es insbesondere um die allgemeine seemännische und nautische Prägung des libanesischen Personals. Der Kommandeur des UNIFIL-Flottenverbandes soll auch weiterhin ein deutscher Admiral sein. Der Zeitpunkt für den Abzug der deutschen Fregatte ist abhängig davon, wann die libanesische Marine den Auftrag übernimmt. Dazu ist eine Entscheidung des UN-Sekretariats bis zum 31. Dezember 2026 notwendig.

Wie geht’s weiter?

Nach dem Kabinettsbeschluss wird der Deutsche Bundestag in erster Lesung beraten und in zweiter Lesung über die Verlängerung des Mandats bis zu dessen Einstellung abstimmen.

von Redaktion der Bundeswehr

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