Staatssekretär Zimmer und weitere Soldaten sitzen an einem Konferenztisch
© Bundeswehr/Jonas Weber
KategorieBericht

Digitalisierung: „Tag der Koordinatoren“ im BMVgBundesministerium der Verteidigung

Der Staatssekretär im BMVgBundesministerium der Verteidigung Benedikt Zimmer hat die besonderen Herausforderungen für die Digitalisierungs-Koordinatoren der Bundeswehr betont. „Sie müssen die Digitalisierung in der Bundeswehr mit Leben erfüllen“, sagte Zimmer. Und dies zum Nutzen aller Soldatinnen und Soldaten sowie der zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Streitkräften.

Wichtige Mittlerfunktion

Ihre Rolle sei deshalb so anspruchsvoll, weil sie eine überaus wichtige Mittlerfunktion in der Bundeswehr innehätten. Digitalisierung müsse in all ihren Facetten auch in den äußersten Verästelungen der Bundeswehr ankommen. Das sagte Zimmer am „Tag der Koordinatoren“ im BMVgBundesministerium der Verteidigung in Berlin. Dieser war ein Meilenstein auf dem Weg hin zum nächsten Leitungsboard Digitalisierung.  

Schwerpunktthema der Ministerin

Die Digitalisierung sei eines der Schwerpunktthemen von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

Beim Tag der Koordinatoren wurde im BMVgBundesministerium der Verteidigung offen und konstruktiv diskutiert. Es wurden Erkenntnisse ausgetauscht und Impulse für das weitere Vorgehen gesetzt.

Ein Soldat der Bundeswehr hält ein Tablet in den Händen

Digitalisierung muss in all ihren Facetten auch in den äußersten Verästelungen der Bundeswehr ankommen.

© Bundeswehr/Jana Neumann

„Wir müssen noch schneller werden“

Zimmer ordnete ein: Digitalisierung in der Bundeswehr werde zwar schon seit einigen Jahren vorangetrieben. Das geschehe mit hohem Tempo. Aber, so der Staatssekretär: „Wir müssen noch schneller werden.“ Und dabei setzte er auf die vermittelnde Rolle der Digitalisierungskoordinatoren.

Thema differenziert aufgefächert

Das Thema Digitalisierung in der Bundeswehr wurde am „Tag der Koordinatoren“ differenziert aufgefächert:

Zum Aspekt „Digitalisierung als Treiber für den Combined Joint Support and Enabling Service“ erklärte Brigadegeneral Manfred Kreis, Abteilungsleiter Planung im Kommando SKBStreitkräftebasis, die Digitalisierung logistischer Fähigkeiten und Prozesse werde mit Hochdruck vorangetrieben. Es gehe nicht allein darum, die Digitalisierungsfähigkeit der SKBStreitkräftebasis zu erhöhen. Es gehe auch um die digitale Ertüchtigung der militärischen Logistik-Drehscheibe Deutschland. Es komme darauf an, dass die Projekte so nah wie möglich an den Alltagsrealitäten der Streitkräfte orientiert seien.

Umsetzungsstrategie bietet Orientierung

Zu „Themen und Projekten für eine digitale Zukunft der Luftwaffe“ sagte der Stellvertreter des Inspekteurs der Luftwaffe, Generalleutnant Dr. Ansgar Rieks: Die „Umsetzungsstrategie Digitale Bundeswehr“ biete bei der Projektarbeit Orientierung. Sie gebe „eine Menge Richtung vor“, wie Rieks es formulierte. „Sie ist gut.“ Eine Clusteranalyse grundlegender Elemente der Luftwaffe – so etwa Führung, Strategie, Cyber und Schutz – habe ergeben, dass Digitalisierung auch in dieser Teilstreitkraft ganzheitlich gedacht werden müsse. Schon jetzt sei klar, dass die Digitalisierung Führungsgrundsätze prägen und verändern werde. Nicht nur Fähigkeiten, Strukturen, Prozesse und Strategien seien im Zuge der Digitalisierung der Bundeswehr wichtige Gesichtspunkt, sondern auch Werte und Überzeugungen. Diese seien auch für die jungen Menschen wichtig, deren Expertise bei der Digitalisierung der Streitkräfte von hoher Bedeutung sei, so Rieks.

Das Gestern – das Heute – das Morgen

Zum Aspekt „Digitalisierung – Chancen, Wege und Initiativen im Personalmanagement der Bundeswehr“ machten Ministerialdirigent Steffen Moritz, Unterabteilungsleiter Personal I im BMVgBundesministerium der Verteidigung, und Oberstarzt Dr. Nicole Schilling, Vizepräsidentin des BAPersBwBundesamts für das Personalmanagement der Bundeswehr, ihre Ausführungen. Moritz beschrieb die Herausforderung für das Management von Personal bei der Digitalisierung so: „Es geht darum, wie wir vom Gestern über das Heute ins Morgen kommen.“ Dabei setze die Personalverwaltung auf rasche Kooperation und Synergien mit allen relevanten Playern. Schilling ergänzte, die Grundidee der digitalen Modernisierung des Personalmanagements sei, dass die Personalverwaltung „Player im Netzwerk“ sein solle. Das bedeute, die Vernetzung der Ämter bei Verwaltungshandeln und Administration.

Soldaten und Zivilisten sitzen in einem Konferenzraum

Beim Tag der Koordinatoren wurde im BMVgBundesministerium der Verteidigung offen und konstruktiv diskutiert.

© Bundeswehr/Jonas Weber

Hackathon bringt wichtige Erkenntnisse

Sabine Lang, Leiterin des Leitungsstabs Strategische Steuerung im Bundesverwaltungsamt, stellte ein Hackathon vor. 40 junge Leute, mit verwaltungsfernem Hintergrund, befassten sich 24 Stunden ohne Unterbrechung damit, in einem experimentellen digitalen Raum kreative Lösungen für die Verwaltung der Zukunft zu erarbeiten. Lang sagte: „Es war eine rund um interessante Erfahrung, junge Leute, die sich Verwaltung vorstellen, 24 Stunden zu betreuen.“ Die experimentellen Entwürfe der digitalen Kreativarbeiter wurden live auf Facebook übertragen. Aus dem Hackathon gewannen Sabine Lang und ihr Team wertvolle Informationen für den Entwurf einer Verwaltung der Zukunft: „Junge Leute gehen einfach anderes an Verwaltung heran“, so Lang.

„Digitalen Bebauungsplan“ erstellen

Das Thema „Digitalisierung der Gesundheitsversorgung der Bundeswehr“ skizzierte Generalarzt Dr. Michael Zallet, Abteilungsleiter B im Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr. Gerade fürs Sanitätswesen sei der ganzheitliche Ansatz von Digitalisierung unerlässlich. Denn die Digitalisierung des Sanitätsdienstes rage weit in die gesamte Bundeswehr hinein. Es gehe darum, einen „digitalen Bebauungsplan“ für die Gesundheitsversorgung der Bundeswehr zu erstellen. Auf dem Weg hin zu dieser neuen Architektur seien schon einige Meilensteine erreicht – und Ziele formuliert: So soll es eine Elektronische Gesundheitsakte für Soldatinnen und Soldaten geben. Eine digitale Datenbasis für Forschung und Entwicklung. Sowie eine Elektronische Patientenakte der Bundeswehr, über die der Patient die Daten- und Nutzungshoheit besitzt. Sie enthält beispielsweise individuelle Befunde, Diagnosen und Therapiemaßnahmen.

Software Bot „Steve I Gonzales“

Schließlich erläuterte Marion Felske, Geschäftsführende Beamtin des BAIUDBw, den Aspekt „Digitale Transformation im Organisationsbereich IUDInfrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen anhand ausgewählter Projekte“. So sollen die Mitarbeiter mit Hilfe von robotergestützter Prozessautomatisierung entlastet werden. Etwa beim Reisekostenmanagement. Durch Datenzusammenführung mit Hilfe des Software Bots „Steve I Gonzales“ soll für die Mitarbeiter eine Entscheidungsgrundlage geschaffen und ihnen damit die Arbeit erleichtert werden. Ein modernes Arbeitsumfeld werde für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer wichtiger, so Felske. Sie skizzierte darüber hinaus ein weiteres IUDInfrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen-Pilotprojekt: Und zwar die Überwachung von Dächern durch Drohnen, diese wird versuchsweise in Koblenz durchgeführt.

Diskussion aus verschiedenen Perspektiven

Diese vielfältigen Aspekte aus den Organisationsbereichen der Bundeswehr wurden in einer Diskussion vertieft. Die Teilnehmer blickten aus verschiedenen Perspektiven auf das Thema Digitalisierung der Bundeswehr. Generalmajor Michael Vetter, Abteilungsleiter CITCyber- und Informationstechnik im BMVgBundesministerium der Verteidigung, und Generalmajor Dr. Michael Färber, Kommandeur des Kommandos Informationstechnik der Bundeswehr, moderierten eine offen geführte Debatte, bei der die vielen Facetten des Themas differenziert erörtert wurden.

von Jörg Fleischer

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