Zwei bewaffnete Soldaten knien vor einem Hubschrauber in Afghanistan.
© Bundeswehr/ Andrea Bienert
Kategorie#2001Afghanistan2021

20 Jahre Afghanistaneinsatz: Startschuss zur Bilanzdebatte

Unter Federführung des Verteidigungsministeriums findet am 6. Oktober in Berlin die erste Veranstaltung zur Bilanzierung des Afghanistaneinsatzes der Bundeswehr statt. Die Veranstaltung wird per Livestream ab 11 Uhr im Internet übertragen.

Gastgeberin Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Eberhard Zorn, suchen den Austausch mit sicherheitspolitischen Expertinnen und Experten aus Politik und Militär, die in zwei Panels über ihre Erfahrungen mit dem Afghanistaneinsatz der Bundeswehr berichten. Der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Generalsekretär Jens Stoltenberg wird zeitweise per Video zugeschaltet sein.

Besondere Bedeutung kommt der Perspektive der Soldatinnen und Soldaten im Einsatz zu. Der Blick auf die Folgen und Auswirkungen des Einsatzes auf das Leben von Einsatzgeschädigten und deren Familien bildet einen weiteren inhaltlichen Schwerpunkt.

Der Einsatz als Katalysator für eine veränderte Bundeswehr

Inwiefern hat der Afghanistaneinsatz das Selbstverständnis der Bundeswehr und der Soldatinnen und Soldaten geprägt? Wie hat er sich auf Ausbildung, Innere Führung, Ausrüstungsplanung und Struktur ausgewirkt?

Darüber diskutieren Brigadegeneral Ansgar Meyer, letzter Kontingentführer des deutschen Einsatzkontingentes von Resolute Support, Brigadegeneral Jens Arlt, militärischer Führer der Evakuierungsoperation, Sönke Neitzel von der Universität Potsdam, Oberstleutnant André Wüstner, Bundesvorsitzender des Deutschen Bundeswehrverbandes, und ein Einsatzveteran, Oberstabsfeldwebel Oliver Wendel.

Zu den Folgen für das Militär und die Gesellschaft diskutieren unter anderen Winfried Nachtwei, ehemaliger Bundestagsabgeordneter und Mitglied im 15. Beirat für Fragen der Inneren Führung, Reinhold Robbe, ehemaliger Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages, Generalarzt Dr. Ralf Hoffmann, Beauftragter für posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) des Ministeriums, Generalleutnant a.D.außer Dienst Rainer Glatz, ehemaliger Befehlshaber des Einsatzführungskommandos und Sprecher des Beirats Innere Führung sowie – per Videoschalte – Uwe Trittmann, Studienleiter für Friedensethik, Außen- und Sicherheitspolitik der Evangelischen Akademie zu Berlin und Villigst.

Vernetzter Ansatz als Grundlage außenpolitischen Handelns

Welche Anteile des vernetzten Ansatzes haben funktioniert, welche nicht? Diesen Fragen widmen sich in Panel 2 unter anderem Jasper Wiek, Sonderbeauftragter der Bundesregierung für Afghanistan und Pakistan, sowie Maurits Jochems, ehemaliger ziviler Repräsentant der NATONorth Atlantic Treaty Organization in Afghanistan, und Ellinor Zeino, Leiterin des afghanischen Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Am Panel beteiligen sich ebenfalls Christoph Ehrentraut, Vertreter des Bundesministeriums des Inneren, für Bau und Heimat, sowie Claudia Warning aus dem Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Frau Farzaneh Alizadeh, die vor 21 Jahren aus Afghanistan geflohen ist, sowie Suzana Lipovac, Gründerin und geschäftsführende Vorstandsvorsitzende von KinderBerg International e.V.eingetragener Verein steuern diesem Panel eine weitere Perspektive bei.

Ebenfalls anwesend werden sein: Patrick Sensburg, Präsident des Reservistenverbandes, Brigadegeneral a. D. Franz Xaver Pfrengle, Vorsitzender des Beirates für Reservistenarbeit,  Rolf Clement, Mitglied des Beirates Innere Führung, Hauptmann Sebastian Habicht, Sprecher Gesamtvertrauenspersonenausschuss beim BMVgBundesministerium der Verteidigung, Oberstleutnant a. D. Bernhard Drescher, Bundesvorsitzender des Bundes Deutsche Einsatzveteranen e. V., Generalleutnant Erich Pfeffer, Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Hauptmann Julia Eyrich Welzl, Wissenschaftlerin, sowie Prof. Dr. Karl Lamers, stellvertretender Vorsitzender des Verteidigungsausschusses im Deutschen Bundestag.

Lehren für die Zukunft

Eine transparente, intensive, selbstkritische und in ihrer Kontroverse offene Bilanzierung und Lehren aus dem Afghanistaneinsatz der Bundeswehr sind aus Sicht des Verteidigungsministeriums insbesondere für die Bewertung weiterer Auslandseinsätze der Bundeswehr – wie beispielsweise des Mali-Einsatzes – dringend erforderlich. Darüber hinaus soll eine ehrliche Aufarbeitung einen Beitrag dazu leisten, die Leistungen und Opfer der Soldatinnen und Soldaten und Hinterbliebenen zu würdigen und den Soldatinnen und Soldaten, die dort einen gefährlichen Dienst geleistet haben, die Beantwortung der Sinnfrage des Einsatzes zu erleichtern.

Die Veranstaltung des Verteidigungsministeriums bildet den Auftakt zu einer ressortgemeinsamen Bilanzierung des gesamten Afghanistanengagements der Bundesregierung.

Interessierte können der Veranstaltung per Livestream ab 11 Uhr beiwohnen.

von Sylvia Börner

Bilanz zum Afghanistan-Einsatz

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