Ein Soldat sitzt vor mehreren Monitoren und einem Mikrofon.
© Bundeswehr/Fabian Friedl
KategorieMandatsverlängerung

Sea Guardian: Verlässliche NATO-Präsenz im Mittelmeer

Deutschland leistet als Mitglied der NATO-geführten maritimen Sicherheitsoperation Sea Guardian einen wichtigen Beitrag an der Südflanke der NATO. Die Bundeswehr soll weiter an diesem Einsatz teilnehmen.

Das Bundeskabinett hat am 28. Oktober 2026 die Fortsetzung des Einsatzes für ein weiteres Jahr beschlossen. Gegenüber dem vorhergehenden Mandat soll die personelle Obergrenze verringert werden. Der Bundestag muss dem Antrag der Bundesregierung noch zustimmen. Verteidigungsminister Boris Pistorius hat am 4. November 2026 in der Ersten Lesung zur Mandatsverlängerung im Deutschen Bundestag die Rolle des Einsatzes für die Allianz erklärt: „Auch im Mittelmeer entscheidet sich, wie sicher Europa ist.“ Die NATO brauche eine verlässliche Präsenz im Mittelmeer und ein zuverlässiges Lagebild. „Die NATO muss auch hier handlungsfähig bleiben“, so der Minister.

Pistorius berichtete im Parlament, dass allein in den letzten zwei Jahren deutsche Einheiten an insgesamt rund 588 Seetagen zum maritimen Lagebild der Allianz beigetragen hätten. „Das ist ein konkreter und sehr, sehr beachtlicher Beitrag unserer Frauen und Männer zu Sicherheit an der Südflanke“, sagte Pistorius.

Daten und Fakten

Lage

Das Mittelmeer ist als geostrategischer Raum von besonderer Bedeutung. Spannungen im Nahen Osten und andere regionale Herausforderungen sowie Flucht und Migrationsbewegungen wirken sich auf diese Region aus. Aufgrund der angespannten Lage in Europa ist es umso wichtiger, das NATO-Bündnisgebiet rundum – 360-Grad – zu sichern. Einer geschützten NATO-Südflanke kommt dabei besondere Bedeutung zu und sie ist auch im Sinne der Mittelmeeranrainer. Die NATO-geführte Operation Sea Guardian ist ein essentieller Beitrag zur Sicherheit in dieser Region.

Auftrag

Der Auftrag von Sea Guardian ist die Seeraumüberwachung. Die Mission dient zur Prävention vor maritimem Terrorismus und zur Eindämmung des Waffenschmuggels auf See. Schiffe, die in Verdacht stehen, mit terroristischen Aktivitäten in Verbindung zu stehen, dürfen durchsucht, beschlagnahmt oder umgeleitet werden. Damit soll die Sicherheit im Mittelmeer gestärkt werden. Die Boote und Schiffe, die an der Operation teilnehmen, unterstützen beim Erstellen eines einheitlichen Lagebilds.

Ausblick

Die Mission ist Teil eines umfassenderen internationalen Engagements Deutschlands. Im Rahmen der NATO arbeitet Deutschland daran, die Sicherheit des Bündnisgebiets zu stärken und den europäischen Beitrag innerhalb des Bündnisses auszubauen. Eine engere Zusammenarbeit mit der EU-geführten Operation EUNAVFOR MED Irini wird angestrebt. Darüber hinaus beteiligt sich Deutschland an EUNAVFOR Aspides zum Schutz der freien Schifffahrt im Roten Meer. Sea Guardian dient außerdem als Plattform für maritime Zusammenarbeit mit NATO-Alliierten und Partnern im südlichen Mittelmeerraum.

Wie geht’s weiter?

Nach der Ersten Lesung im Parlament muss der Deutsche Bundestag über die Fortsetzung des Einsatzes abstimmen.

von Redaktion der Bundeswehr 

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