Einsätze der Bundeswehr
Damit die Bundeswehr im Ausland aktiv sein kann, muss der Bundestag den Einsätzen zustimmen. Ein Überblick über die aktuellen Mandate.
Die Bundeswehr trägt durch ihre Beteiligung an der EU-geführten Operation EUNAVFOR Aspides zur Sicherung der Schifffahrt auf den wichtigen Handelsrouten im Roten Meer bei. Aspides dient auch dem Schutz gegen Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz. Deutschland übernehme hier Verantwortung und zeige Handlungsbereitschaft, so Staatssekretär Sebastian Hartmann in der ersten Lesung im Deutschen Bundestag.
Am 8. Oktober 2026 haben die parlamentarischen Beratungen über die Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an der von der Europäischen Union geführten Operation European Union Naval Force (EUNAVFOR) Aspides begonnen.
Die Angriffe der jemenitischen Huthi-Milizen auf die internationale Schifffahrt seit November 2023 richten sich gegen die Sicherheit des Seeverkehrs, insbesondere im südlichen Roten Meer und in der Meerenge des Bab al-Mandab (Tor der Tränen). Diese Angriffe dauern auch angesichts des Iran-Konflikts unvermindert an. Deshalb meiden Reedereien den Seeweg durchs Rote Meer und den Suezkanal – mit erheblichen Auswirkungen auf die Wirtschaft. Umwege, beispielsweise um das Kap der Guten Hoffnung, die Südspitze des afrikanischen Kontinents, ziehen mehrwöchige Verzögerung nach sich. Die Stabilität der gesamten Region ist massiv bedroht. Die anhaltende Bedrohung der Schifffahrt erfordert daher weiterhin eine robuste militärische Operation. Diese ist mit exekutiven Befugnissen ausgestattet sein, was den Einsatz von Waffen einschließt.
Das Einsatzgebiet von EUNAVFOR Aspides umfasst die internationalen Gewässer im Roten Meer, im Golf von Aden, im Arabischen Meer, im Golf von Oman und im Persischen Golf. Im Bereich der Straße von Hormus gibt es allerdings ein gesondert ausgewiesenes Einsatzgebiet mit besonderen Regelungen. Dort gibt es für Aspides derzeit keine Befugnisse für das Minenräumen oder den Schutz von Schiffen.
Auftrag ist der Schutz der Freiheit der Schifffahrt und der Sicherheit des Seeverkehrs im Roten Meer. Die EU-Operation EUNAVFOR Aspides soll dazu beitragen, Handelsschiffe im Roten Meer gegen Angriffe der Huthi-Milizen aus dem Jemen zu sichern. Dazu werden von den europäischen Partnern Kriegsschiffe und luftgestützte Frühwarnsysteme in die Region entsandt. Dazu zählen regelmäßige Einsatzflüge zur Bereitstellung luftgestützter Seeraumüberwachung und die grundsätzliche Möglichkeit zur Beteiligung mit Schiffen und Booten. In diesem Kontext geht es auch darum, Informationen über die sogenannte Schattenflotte sowie verdächtige
Aktivitäten im Zusammenhang mit kritischen Unterseeinfrastrukturen zu erheben und auszutauschen.
Damit kommen Europa und Deutschland mit der EU-Operation EUNAVFOR Aspides ihrer Verantwortung für die Sicherheit der Seewege auf einer der wichtigsten internationalen Handelsrouten nach. Deutschlands Regierungshandeln folgt dabei der Nationalen Sicherheitsstrategie.
Nachdem der Deutsche Bundestag in erster Lesung über die Mandatsverlängerung beraten hat, wird sie in die Ausschussbefassung überwiesen. Als nächstes steht die zweite Lesung an, bis schließlich in dritter Lesung im Plenum abgestimmt wird.
von Redaktion der Bundeswehr