Deutschland – Drehscheibe der NATO-Streitkräfte
Wenn NATO-Streitkräfte zur Unterstützung eines Bündnispartners verlegen, ist Deutschland als Transitland gefordert.
Im Bremer Rathaus hat Minister Boris Pistorius am 29. September 2026 gemeinsam mit dem Bürgermeister der Freien Hansestadt Bremen, Andreas Bovenschulte, und dem Vorstandsvorsitzenden der BLG-Gruppe, Matthias Magnor, eine Absichtserklärung (Letter of Intent) über den geplanten „Deployment Hub Bremerhaven 2031“ unterzeichnet.
Mit dem Letter of Intent (LoI) zum „Deployment Hub Bremerhaven 2031“ bekräftigen alle Beteiligten, die erforderlichen Kapazitäten und Fähigkeiten bereitzustellen um die Forderungen der NATO und die im Operationsplan Deutschland festgelegten Bedarfe zu erfüllen. Dabei wird es vor allem darauf ankommen, die in Bremerhaven vorhandene Infrastruktur sowie die im funktionalen Zusammenhang stehende Hinterlandanbindung des Hafens für die spezifischen militärischen Bedarfe zu erneuern bzw. auszubauen.
Die Umgebung braucht eine tragfähige Infrastruktur. Dabei macht es natürlich einen Unterschied, ob Straßen und Brücken mit normalen Autos oder schweren Panzern belastet werden. Außerdem müssen Anbindungen zu Bahnstrecken und Flugplätzen funktionieren.
Boris Pistorius unterstrich: „Wir stärken den Standort Bremerhaven: Wir investieren in einen so genannten Deployment Hub und sorgen dafür, dass wir die Logistik für unsere Streitkräfte sicherstellen – und in einem Ernstfall auch für die unserer Verbündeten.“
Ziel des Vorhabens ist es, den militärischen Bedarf an ziviler Infrastruktur in Bremerhaven in vollem Umfang zu decken. Grundlage dafür sind die von Bundeswehr und NATO gestellten Anforderungen an einen solchen Logistik-Hub.
Dem Bundesland Bremen kommt mit seinem Zugang zur Nordsee eine besondere Bedeutung zu. Mit ihrer Anbindung über Straße und Schiene an das Hinterland spielt diese Region eine zentrale Rolle für den transatlantischen Aufmarsch auf die Drehscheibe Deutschland. Nicht nur der Hafen selbst muss Schiffe aufnehmen können. Auch das Hafengelände soll den schnellen Umschlag, die Betankung, Lagerung und Wartung sicherstellen können.
Die Steigerung der strategischen Mobilität steht im Zentrum des Vorhabens „Deployment Hub Bremerhaven 2031“ (DHB31) – zur Stärkung der Landes- und Bündnisverteidigung. Es geht um die Fähigkeit, sowohl Personal als auch umfangreiches militärisches Material effizient, sicher und kurzfristig in verschiedene Einsatzgebiete zu verlegen – insbesondere an die NATO-Ostflanke. Diese Maßnahme ist somit ein wesentlicher Beitrag dafür, dass die Drehscheibe Deutschland funktioniert.
Damit trägt Deutschland entscheidend zur Umsetzung des Operationsplans Deutschland (OPLAN DEU) sowie der NATO-Verteidigungspläne bei – und damit zur Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses insgesamt. „Ein wichtiger Baustein für die Umsetzung des OPLANS ist damit gesetzt“, erklärte Pistorius in Bremen.
Der Minister erinnerte in diesem Kontext auch an die langjährige Kooperation mit den US-Streitkräften in Bremerhaven – im Sinne einer eingespielten operativen Zusammenarbeit zwischen den US-Streitkräften, der Bundeswehr und den lokalen zivilen Behörden sowie Dienstleistern.
Pistorius machte einmal mehr deutlich, dass sich die Bedrohungslage verschärft hat. Der Minister hob hervor, das Projekt DHB31 unterstreiche die Entschlossenheit Deutschlands, mit seiner leistungsfähigen Logistikinfrastruktur zur transatlantischen Sicherheit beizutragen. Die Alliierten müssten auf dem Weg an die Ostflanke in Bremerhaven versorgt werden, so Pistorius. Dies erfordere Unterkünfte und Verpflegung für Zehntausende. Zudem seien Kraftstoff, Abstellflächen und Wartungsmöglichkeiten für Tausende Fahrzeuge notwendig.
Das Verteidigungsressort investiere bis zu 1,35 Milliarden Euro in die Infrastruktur des Hafens. Und Boris Pistorius zeigte sich erfreut darüber, sagen zu können: „Jetzt kann’s losgehen.“
Bund, Länder und Unternehmen ziehen an einem Strang, wenn es um die Sicherheit und Verteidigung unseres Landes geht. Jeder übernimmt Verantwortung. Alle helfen mit, die Weichen zu stellen, so dass Deutschland seine Verpflichtungen im Bündnis erfüllen kann. So sichern wir den Frieden. Ich danke der Freien Hansestadt Bremen und allen Beteiligten für die Unterstützung!
Der Bürgermeister der Freien Hansestadt Bremen, Andreas Bovenschulte, erklärte: „Die Milliarden-Investition aus dem Haushalt des Verteidigungsministers ist die mit Abstand höchste Förderung, die der Bund jemals für ein Projekt im Land Bremen bereitgestellt hat. Damit werden der Überseehafen, die Verkehrsinfrastruktur in Bremerhaven und der Bremer Flughafen den Anforderungen der Bundeswehr entsprechend ertüchtigt.“
Der Vorstandsvorsitzende der BLG-Gruppe, Matthias Magnor, sagte: „Mit dieser Entscheidung trägt die Politik der strategischen Bedeutung unseres Standorts in Bremerhaven Rechnung. Bremerhaven ist nicht nur ein leistungsfähiger europäischer Seehafen, sondern zugleich ein strategischer Knotenpunkt für die nationale und europäische Sicherheitsvorsorge. Als bewährter strategischer Partner der öffentlichen Hand übernehmen wir Verantwortung. Gemeinsam mit dem Bund und dem Land Bremen leisten wir einen konkreten Beitrag zur Stärkung der Bündnisverteidigung.“
von Jörg Fleischer