MILEX 2025 testet Krisenreaktionskräfte Europas
Wie gelingt der Einsatz der EU-Battlegroup im Ausland? Dafür werden Militärkräfte und Material aus 13 EU-Ländern nach Ungarn verlegt.
Verteidigungsminister Boris Pistorius hat sich am 25. September 2026 in Budapest mit seinem neuen ungarischen Amtskollegen Romulusz Ruszin-Szendi getroffen. Im Fokus des Gesprächs standen die aktuelle Sicherheitslage und die weitere Intensivierung der deutsch-ungarischen Militärkooperation.
Ruszin-Szendi ist seit Sommer Ungarns neuer Verteidigungsminister. Nach seiner Ernennung machte er die künftige sicherheitspolitische Ausrichtung der neuen Regierung in Ungarn deutlich: „Wir bekennen uns zur NATO und zur europäischen Zusammenarbeit, ohne auch nur im Geringsten Abstriche bei Ungarns nationalen Interessen zu machen“, schrieb er auf einem seiner Social-Media-Kanäle. „Und es hat sich etwas geändert: Ungarn wird wieder konsultiert. Man interessiert sich für unsere Meinung, sucht den Dialog mit uns, und wir sitzen wieder mit am Tisch, an dem wichtige Fragen erörtert werden“, so Ruszin-Szendi weiter. Dies bekräftigte er nach dem Gespräch mit Pistorius: Ungarn wolle als Teil Europas wahrgenommen werden.
Minister Pistorius begrüßt diesen Kurswechsel in Ungarn: „Berlin und Budapest wachsen politisch wieder enger zusammen.“ Er sieht einen „Neustart der Beziehungen unserer Länder“. Der Blick nach Ungarn zeige, dass sich Demokratien, nachdem sich autoritäre Kräfte durchgesetzt hätten, auch wieder zurückkommen könnten. Und zwar durch das, was Demokratien auszeichne: „Die Kraft der Überzeugung und der Einsatz für die Freiheit“, so Pistorius. „Schön, dass ihr zurück seid“, sagte der Minister.
Deutschland und Ungarn verbinden enge Beziehungen in den Bereichen Ausbildung und Übungen.
So bewährte sich die Partnerschaft zum Beispiel bei der Krisenreaktionsübung MILEX 2025 in Ungarn. Unter Führung des deutschen Gebirgsjägerbataillons 231 als Kern der multinationalen EU-Battlegroup verlegten Verbände nach Ungarn, um die Mobilität, digitale Führungsmittel sowie die Reaktionsfähigkeit der schnellen Eingreiftruppe der EU zu erproben. Auch Großübungen wie Swift Response und Quadriga dienen dazu, die grenzüberschreitende Verlegung von Land- und Luftlandekräften durch Ungarn hindurch zu optimieren.
Wir, das Bundesverteidigungsministerium und die Bundeswehr, wollen auch in Zukunft verlässlicher Partner für die ungarischen Streitkräfte sein.
Die beiden Minister haben Logistik, rüstungsindustrielle Kooperation, Ausbildung und gemeinsame Übungen als Bereiche für weitere Kooperationen identifiziert. „Wir wollen alle diese Möglichkeiten ausloten, aber vor allen Dingen auch ausschöpfen“, sagte Pistorius nach dem Gespräch mit Ruszin-Szendi. Die Bundeswehr bleibe ein verlässlicher Partner der ungarischen Streitkräfte. Bei den deutschen Waffensystemen, die bereits eingeführt wurden, findet schon ein Erfahrungsaustausch statt - wie beispielsweise bei der Panzerhaubitze 2000 oder dem Kampfpanzers Leopard 2. Deutschland werde Ungarn bei der Modernisierung seiner Streitkräfte unterstützen. Die Zusammenarbeit stärke die Verteidigungsfähigkeiten der NATO, was angesichts der Bedrohung durch Russland nötig sei. Auch Ruszin-Szendi kündigte die Fortsetzung der gemeinsamen Programme an und äußerte den Wunsch weitere Kooperationen mit Deutschland einzugehen, zum Beispiel in der Dimension Weltraum.
Bereits bei seiner Ankunft in Budapest wurde Pistorius von Ruszin-Szendi auf dem Heldenplatz empfangen und legte dort einen Kranz am Ehrenmal nieder. Nach dem Gespräch mit seinem Amtskollegen legte Minister Pistorius auch an der Großen Synagoge in Budapest einen Kranz nieder - im Gedenken an die jüdischen Opfer der deutschen Besatzungszeit.
Empfang mit militärischen Ehren auf dem Heldenplatz in Budapest
Im Delegationsgespräch ging es vor allem um die Möglichkeiten zur Intensivierung der deutsch-ungarischen Militärkooperation
Am jüdischen Gedenkort in der Dohánystraße legte Minister Pistorius einen Kranz nieder und ...
… besuchte im Anschluss die Große Synagoge
von Florian Manthey