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Ehrenkreuze für Tapferkeit und Einsatzmedaillen Gefecht verliehen

Berlin, 29.11.2010.
Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg hat am 29. November in Berlin verdiente Soldaten ausgezeichnet. Im Afghanistan-Einsatz Gefallene wurden posthum geehrt. Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie verlieh er das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold, das Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit und die neu gestiftete Einsatzmedaille Gefecht der Bundeswehr.

Gruppenbild: Minister zu Guttenberg mit Philipp Oliver Pordzik, Mario Kunert, Ralf Rönckendorf und Maik Mutschke

Minister zu Guttenberg und die ausgezeichneten Soldaten (Quelle: Bundeswehr/Bienert)Größere Abbildung anzeigen

Im ausgehenden Jahr haben wir gerade in Afghanistan wieder auf leidvolle Weise erfahren müssen, dass der Schutz von Frieden und Freiheit den höchsten, ja den allerhöchsten Preis fordern kann“, sagte zu Guttenberg in seiner Ansprache.

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„Dienen“ und „Tapferkeit“ sind keine abstrakten Begriffe

Er sprach den Angehörigen der posthum geehrten Gefallenen sein Mitgefühl aus und dankte ihnen für ihr Kommen: „Sie alle haben einen geliebten Menschen verloren. In diesem Moment wird Ihnen der unermessliche Verlust wieder schmerzlich vor Augen geführt, den Sie erleiden mussten“, so der Minister weiter.

Gleichzeitig erinnerte er daran, dass der Eid des Soldaten, „der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“, in letzter Konsequenz auch die Bereitschaft einschließe, „mit dem eigenen Leben dafür einzustehen“.

Gerade in den Einsätzen – und besonders in Afghanistan – seien „Dienen“ und „Tapfer verteidigen“ für die Soldaten jedoch keine abstrakten Begriffe, „sondern eine täglich abverlangte, gefahrvolle und doch so wichtige Pflicht“. Die Soldaten setzen täglich ihr Leben „für uns, für unsere Sicherheit ein“. „Dafür haben unsere Soldaten Anerkennung verdient, noch mehr, als sie sie bislang erfahren haben: von der Gesellschaft, von den Menschen unseres Landes, von der Politik – eigentlich von jedem Einzelnen von uns“, so zu Guttenberg.

Sichtbares Zeichen dieser Anerkennung seien Auszeichnungen, wie das Ehrenkreuz der Bundeswehr und die neu gestiftete Einsatzmedaille Gefecht. So zeichnete der Minister auch Soldaten aus, „die mit außergewöhnlichem Mut und unter Inkaufnahme höchster Risiken für ihr eigenes Leben herausragend tapfer gehandelt haben“.

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Auszeichnungen für Tapferkeit und außergewöhnliche Leistungen

Zu Guttenberg händigt das Ehrenkreuz und die Einsatzmedaille an Kunert aus

Für besonders tapferes Verhalten ausgezeichnet (Quelle: Bundeswehr/Bienert)Größere Abbildung anzeigen

Der Minister zeichnete die Hauptfeldwebel Mario Kunert, Philipp Oliver Pordzik und Ralf Rönckendorf sowie den Stabsgefreiten Maik Mutschke für ihr besonders tapferes Verhalten bei außergewöhnlicher Gefährdung von Leib und Leben mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit aus. Gleichzeitig verlieh er ihnen für die Teilnahme an einem Gefecht während des ISAF-Einsatzes in Afghanistan die Einsatzmedaille Gefecht der Bundeswehr. Die geehrten Soldaten haben sich in dem schweren Gefecht am Karfreitag dieses Jahres in Isa Khel bei Kundus durch herausragende Tapferkeit und außergewöhnliche Leistungen ausgezeichnet.

Sie haben angesichts Ihrer überragenden Leistungen heute das Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit verliehen bekommen. Sie haben soldatische Tugenden im besten Sinne gezeigt. Sie waren mutig, selbstlos und tapfer. Ihnen gebührt unsere Dankbarkeit und unsere Anerkennung. Sie dürfen zu Recht stolz darauf sein, und wir alle können stolz und dankbar für das sein, was Sie im Einsatz geleistet haben“, so der Minister.

Darüber hinaus hat Minister zu Guttenberg die am Karfreitag gefallenen Soldaten Stabsgefreiter Robert Hartert und Hauptgefreiter Martin Kadir Augustyniak posthum mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit ausgezeichnet und ihnen die Einsatzmedaille Gefecht verliehen. Der an diesem Tag ebenfalls gefallene Hauptfeldwebel Nils Bruns wurde posthum mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold für eine hervorragende Einzeltat soldatischer Pflichterfüllung unter Gefahr für Leib und Leben ausgezeichnet. Auch ihm wurde die Einsatzmedaille Gefecht verliehen.

Weiterhin wurden dem Hauptgefreiten Martin Brunn, gefallen am 23. Juni 2009 bei Kundus, Hauptfeldwebel Marius Dubnicki, gefallen am 15. April 2010 bei Baghlan, dem Hauptgefreiten Oleg Meiling, gefallen am 23. Juni 2009 bei Kundus, Oberfeldwebel Florian Pauli, gefallen am 7. Oktober 2010 bei Pol-i Khomri, dem Hauptgefreiten Alexander Schleiernick, gefallen am 23. Juni 2009 bei Kundus und Major Jörn Radloff, gefallen am 15. April 2010 bei Baghlan, die Einsatzmedaille Gefecht verliehen. Die Auszeichnungen nahmen Familienangehörige der Gefallenen entgegen.

Auch Oberstabsarzt Dr. Thomas Broer und Stabsunteroffizier Josef Kronawitter, beide gefallen am 15. April 2010 bei Baghlan, sind posthum die Einsatzmedaillen Gefecht verliehen worden. Die Aushändigung der Ehrenzeichen an die Familienangehörigen erfolgt durch den zuständigen Kommandeur.

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Minister zu Guttenberg: „Wir verneigen uns dankbar vor den Gefallenen

Die Auszeichnung mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit, dem Ehrenkreuz in Gold und der Einsatzmedaille Gefecht erinnert uns an den Eid unserer Soldatinnen und Soldaten“, so zu Guttenberg. Das bedeute für sie in letzter Konsequenz, „sich auch lebensbedrohlichen Situationen zu stellen, ohne ihnen ausweichen zu können“.

Dies unterscheide den Beruf des Soldaten von den meisten anderen Berufen und mache deutlich, dass „wir auf leidevolle Weise haben erfahren müssen, dass der Schutz von Frieden und Freiheit den höchsten Preis, das eigene Leben fordern kann“. Minister zu Guttenberg: „Wir verneigen uns dankbar vor den Gefallenen.

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Hauptfeldwebel Rönckendorf: „Es ist schon eine Besonderheit, ausgezeichnet zu werden

Zu Guttenberg händigte das Ehrenkreuz an Rönckendorf aus

Hauptfeldwebel Rönckendorf ist seit seinem Einsatz blind (Quelle: Bundeswehr/Bienert)Größere Abbildung anzeigen

Für mich ist es schon eine Besonderheit, ausgezeichnet zu werden für Leistungen, die wir im Gefecht gezeigt haben“, sagte Hauptfeldwebel Ralf Rönckendorf im Anschluss an die Zeremonie. Es sei eben doch ein Unterschied, ob man seinen Dienst im Auslandseinsatz innerhalb oder außerhalb eines Feldlagers verrichte. „Es ist weitaus schwieriger, sich Tag für Tag der Gefahr dort draußen auszusetzen“, so der Hauptfeldwebel, der seit seiner Verwundung in Afghanistan blind ist. Weiter sagt er: „Ich empfinde es als eine Besonderheit, das noch einmal zu differenzieren: die Einsatzmedaille gegenüber der Einsatzmedaille Gefecht.

Für ihn sei diese Auszeichnung vom Minister „sehr, sehr wichtig“, erklärte Hauptfeldwebel Mario Kuhnert gegenüber der Presse. Aber: „Nicht nur für mich, weil ich die Auszeichnung nur stellvertretend für meinen Zug, für meine Kompanie entgegengenommen habe, die mit mir zusammen dort unten gekämpft und diese schwierige Situation bestanden hat.“ Er hoffe sehr, dass diese Auszeichnungen dazu beitragen können, in der Gesellschaft ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was die Soldaten in Afghanistan leisten würden.

Dennoch habe er lange Zeit überlegt, ob er diese Ehrung annehmen solle. Weil er das Gefecht – anders als einige seiner Kameraden – überlebt hat, sei die Auszeichnung für ihn mit „einem gewissen Beigeschmack“ verbunden. Über Wochen habe er mit Freunden, Verwandten und Kameraden über dieses Thema gesprochen. „Und alle haben eigentlich ausnahmslos gesagt, dass ich die Auszeichnung entgegennehmen soll. Wenn ich ein Zeichen setzen will, dann geht das nur so.

Bereits am 25. November 2010 hatte der Minister in einer persönlichen Veranstaltung den Angehörigen des am 29. April 2009 in Afghanistan gefallenen Hauptgefreiten Sergej Motz die erste Einsatzmedaille Gefecht überreicht. Der 21-Jährige war in der Nähe von Kundus gefallen. Das Gefecht in dem er fiel, markierte eine bis dahin nicht gekannte Intensität des Afghanistaneinsatzes für deutsche Soldaten.

Minister zu Guttenberg stiftete die Einsatzmedaille Gefecht, um den Einsatz der Soldaten unter hoher persönlicher Gefährdung bis hin zu Verwundung oder Tod zu würdigen. Der Bundespräsident genehmigte am 12. November 2010 die Stiftung dieser Medaille. Mit ihr können Soldaten ausgezeichnet werden, die aktiv an Gefechten teilgenommen oder terroristische oder militärische Gewalt unter hoher persönlicher Gefährdung erlitten haben.

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: Burkhard Schmidtke/Jan Rippl


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