Zwei Personen schreiten die Front ab
© BMVg/Steve Eibe
KategorieSicherheitspolitik

Deutschland und Großbritannien: Fortschritt bei bilateralen Schlüsselprojekten

Verteidigungsminister Boris Pistorius und sein britischer Amtskollege Wes Streeting haben sich am 2. November 2026 zum deutsch-britischen Defence Ministerial Council in Berlin getroffen. Gesprächsthemen waren die Weiterentwicklung der bilateralen Projekte, Europa in der NATO sowie die Unterstützung der Ukraine. Das Format stellt die oberste Ebene des Austauschs im Rahmen der Trinity-House-Vereinbarung dar.

Zu Beginn des Treffens in Berlin untermauerte Verteidigungsminister Pistorius den Stellenwert Großbritanniens als strategischen Partner Deutschlands: Beide Länder stimmten sich in allen zentralen Fragen der europäischen Sicherheit und Verteidigung eng miteinander ab. Gemeinsam übernehme man Verantwortung und arbeite kraftvoll auf ein stärkeres Europa in einer stärkeren NATO hin, so Pistorius. In einer Zeit, in der das Sicherheitsumfeld in Europa immer herausfordernder werde, seien Zusammenarbeit, gegenseitiges Vertrauen, gemeinsames Engagement und gemeinsame Werte wichtiger denn je.

Boris Pistorius spricht in zwei Mikrofone
Das deutsch-britische Verhältnis ist so gut wie nie zuvor. Wir sind in den vergangenen Jahren noch enger zusammengewachsen. Wir stehen Seite an Seite als Führungsnationen im Bündnis.
Verteidigungsminister Boris Pistorius Bundeswehr/Tom Twardy

„Die Beziehung, die wir mit Deutschland pflegen, ist eine der stärksten, engsten und verlässlichsten Freundschaften, die wir haben“, betonte auch Großbritanniens Verteidigungsminister Wes Streeting. Anlässlich seines ersten Besuches im Bendlerblock wurde Streeting mit militärischen Ehren begrüßt. Seit dem 20. Juli 2026 steht er an der Spitze des britischen Verteidigungsressorts.

Strategische Partner: Gemeinsam für ein sicheres Europa

Zentraler Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Großbritannien ist die Trinity-House-Vereinbarung vom Oktober 2024. Das Verteidigungsabkommen umfasst wegweisende Projekte in den Bereichen Land, Luft, See, Weltraum, Cyber- und Informationsraum sowie konkrete Vorhaben zu weitreichenden Präzisionswaffen, unbemannten Systemen und dem Schutz kritischer Unterwasserinfrastruktur. Es soll die Streitkräfte enger miteinander vernetzen und die europäische Säule innerhalb der NATO stärken. Dafür sieht das Abkommen auch die regelmäßigen Treffen auf Ministerebene vor, die vorrangig der Koordination dienen. Im Fokus stehen dabei die Fortschritte der Schlüsselprojekte aus dem Abkommen – aber auch Weichenstellungen für die künftige Zusammenarbeit sowie die Identifizierung neuer Kooperationsfelder sollen in dem Format stattfinden.

Zwei Jahre nach Inkrafttreten der Trinity-House-Vereinbarung seien die Ergebnisse der deutsch-britischen Zusammenarbeit greifbar, betonte Pistorius im Anschluss an das Treffen: „Diese Vereinbarung hat unsere bilaterale Zusammenarbeit noch einmal nachdrücklich und massiv gestärkt. Wir stimmen uns nicht nur ab, wir machen nicht nur Pläne, sondern wir setzen die Pläne ganz konkret um.“

So sieht‘s aus: Sachstand der Trinity-House-Schlüsselprojekte

Bei den in der Trinity-House-Vereinbarung vorgesehenen regelmäßigen Treffen auf Ministerebene geht es vor allem um die Fortschritte bei den Schlüsselprojekten aus dem Abkommen. Gleichzeitig sollen Umsetzung und Weiterentwicklung der Projekte vorangetrieben und neue Initiativen gefördert werden.

Es war das zweite Mal, dass der Defence Ministerial Council zusammenkam – das erste Treffen hatte am 15. Mai 2025 stattgefunden. In der Zwischenzeit tagten verschiedene Arbeitsformate: die Ministerial Group on Equipment and Capability Cooperation, das Military Steering Committee und der Defence Policy Dialogue. Zudem fanden Stabsgespräche der Teilstreitkräfte statt.

Verantwortung übernehmen: Für die Ukraine – und für Europa

Neben der bilateralen Kooperation und der engen Zusammenarbeit in der Group of Five, übernehmen Deutschland und Großbritannien auch gemeinsam Verantwortung in der NATO. Beide Länder tragen einen hohen Anteil zur Sicherung der NATO-Ostflanke im Baltikum bei – Deutschland unter anderem mit der Brigade 45 in Litauen. Darüber hinaus haben Deutschland und Großbritannien auch die gemeinsame Führung der Ukraine Kontaktgruppe (UDCG) inne und leisten umfangreiche finanzielle und militärische Hilfe, um die ukrainische Verteidigungsfähigkeit zu unterstützen. Am 17. November 2026 werden Wes Streeting und Boris Pistorius das Format zur Koordinierung der Ukraine-Unterstützung zum ersten Mal gemeinsam leiten. „Wir halten zusammen, wenn es darum geht, die Ukraine weiter zu unterstützen“, so Minister Pistorius.

> Hier geht es zum gemeinsamen Statement der Verteidigungsminister Deutschlands und Großbritanniens

von Lara Finke

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