Das Engagement im Indo-Pazifik
Die Bundesregierung weitet ihr sicherheitspolitisches Engagement im Indo-Pazifik aus.
Verteidigungsminister Boris Pistorius besucht vom 20. bis 28. März 2026 die Indo-Pazifik-Region, um die sicherheitspolitischen Beziehungen zu befreundeten Nationen zu vertiefen. Stationen der Reise sind Tokyo, Singapur, Brisbane und Canberra. Die Botschaft ist klar: Europas Sicherheit ist untrennbar mit der Sicherheit im Indo-Pazifik verbunden.
Deshalb steht die Vertiefung der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit zwischen Europa und Wertepartnern in der Indo-Pazifik-Region im Zentrum der militärpolitischen Reise des Ministers. Dazu gehören auch Rüstungskooperationen. In jedem der Länder wird Pistorius mit hochrangigen Regierungsvertreterinnen und -vertretern über die weitere Zusammenarbeit sprechen und auch Industriepartner treffen, um sich ein Bild über die zukunftsgerichteten Projekte zu machen.
Japan, Singapur, Australien: Verteidigungsminister Boris Pistorius besucht Wertepartner in der Indo-Pazifik-Region. Seine Reise führt ihn nach Tokyo, Singapur, Canberra und Brisbane.
Deutschland versteht sich als verlässlicher Sicherheitspartner in der Region. Auf Grundlage der Indo-Pazifik-Leitlinien von 2020 will Deutschland seine sicherheitspolitische Präsenz in der Region ausbauen. Ziel ist es, Stabilität, die regelbasierte Ordnung und freie Seewege gemeinsam mit anderen nachhaltig zu sichern.
In Japans Hauptstadt Tokyo steht Stärkung der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit zwischen Japan und Europa im Mittelpunkt der Gespräche. Verteidigungsminister Pistorius trifft die japanische Premierministerin Sanae Takaichi sowie seinen japanischen Amtskollegen Shinjiro Koizumi. Konkret geht es um den Ausbau der Interoperabilität zwischen Bundeswehr und japanischen Selbstverteidigungsstreitkräften sowie um eine intensivere Kooperation zwischen europäischen und japanischen Rüstungsunternehmen gehen.
Angesichts der angespannten Lage in der Indo-Pazifik-Region, insbesondere mit Blick auf Chinas Drohungen gegen Taiwan, wollen sich Deutschland und Japan eng abstimmen, um die internationale Ordnung zu sichern. Beide Länder haben durch die Neuausrichtung ihrer nationalen Sicherheitsstrategien begonnen, mehr Verantwortung in der internationalen Sicherheitspolitik zu übernehmen.
Eine weitere Station ist Singapur. Dort stehen Gespräche mit dem singapurischen Verteidigungsminister Chan Chun Sing im Mittelpunkt. Deutschland und Singapur verbindet eine enge und vertrauensvolle sicherheitspolitische Partnerschaft. Deutschland sieht Singapur als zentralen Partner für regelbasierten, globalen Handel und Stabilität in der Indo-Pazifik-Region. Vor dem Hintergrund wachsender geopolitischer Spannungen dort wollen beide Seiten die Beziehungen weiter vertiefen, insbesondere in den Bereichen Sicherheit und Handel.
In Australien trifft Pistorius in Brisbane und Canberra ebenfalls hochrangige Vertreter der Regierung. Australien ist einer der wichtigsten sicherheits- und verteidigungspolitischen Partner Deutschlands in der Indo-Pazifik-Region. Im Fokus der Gespräche steht der Ausbau gemeinsamer Übungen und der Interoperabilität beider Streitkräfte, insbesondere während des Indo-Pacific Deployment und der Teilnahme deutscher Soldatinnen und Soldaten an der Übung Pitch Black 2026. Weiterhin sieht Deutschland großes Potenzial für den Ausbau der Zusammenarbeit im Rüstungsbereich.
Die Zusammenarbeit mit den Partnern in der Indo-Pazifik-Region ist ein fester Übungsbestandteil der Bundeswehr. 2024 waren die Fregatte „Baden-Württemberg“ und der Einsatzgruppenversorger „Frankfurt am Main“ mehr als 200 Tage für Kooperationen und Übungen mit Partnern im Indo-Pazifik unterwegs. Dabei nahm Deutschland erstmals aktiv an der US-amerikanischen Übung Rim of the Pacific (RIMPAC) teil. Es handelt sich um das weltweit größte internationale Marinemanöver, das alle zwei Jahre bei Hawaii stattfindet.
Im Februar 2026 folgte die erstmalige Teilnahme an einer internationalen Übung mit der neu eingeführten P-8A Poseidon der Marine im Rahmen der Übung Milan in Indien.
Nicht nur zur See unterstützt Deutschland seine Partner in der Region: Mehr als 30 Luftfahrzeuge der Luftwaffe nahmen an Pacific Skies teil. Diese Übung trainierte das schnelle Verlegen der Luftwaffenkräfte über weitere Strecken. Frankreich und Spanien beteiligten sich ebenfalls. Die deutsche Luftwaffe etablierte einen neuen Langstreckenrekord für einen Flug mit dem Eurofighter: 8.600 Kilometer von Japan nach Hawaii in 10,5 Stunden.
Für Juli 2026 geht es für Pitch Black erneut in die Indo-Pazifik-Region, nämlich nach Australien. Mehrere Eurofighter und A330 MRRT Luftbetankungsflugzeuge der Bundeswehr sollen dabei sein. Zudem steht noch die Übung Tarang Shakti in Indien auf dem Plan.
Auch das Heer trainiert regelmäßig in der Indo-Pazifik-Region. Mit der Übung Grand Pacific stellte das Heer den Hauptanteil der militärischen Übungskooperation. Der Fokus lag auf der Beteiligung einer verstärkten Fallschirmjägerkompanie an der australischen Übung Talisman Sabre.
Zudem ist noch die Übung Keen Sword in Japan geplant, an der die Sanitätskräfte der Bundeswehr teilnehmen sollen.