Ehrenmal
© Bundeswehr/Susanne Hähnel
KategorieFriedenssicherung

Mali: Denkmal für die verunglückten Piloten

Am 26. Juli 2017 werden zwei Piloten des gemischten Heeresfliegereinsatzverbandes im MINUSMAMission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali-Einsatz durch einen tragischen Flugunfall jäh aus dem Leben gerissen. Stabshauptmann Thomas Müller und Major Jan Färber stürzen bei einem Einsatzflug mit ihrem Hubschrauber Tiger in Mali ab. Am 12. November ist nun ein Denkmal zu Ehren der beiden verunglückten Piloten feierlich im Camp Castor enthüllt worden.

Tiefer Einschnitt für das Einsatzkontingent

Blick auf Ehrenmal und Hubschrauber

Denkmal zu Ehren der beiden verunglückten Piloten im Camp Castor.

© Bundeswehr/Susanne Hähnel

Es dämmert bereits, als Oberstleutnant Ronny R. an diesem Sonntag vor seinen angetretenen Heeresfliegerverband und Gästen des Deutschen Einsatzkontingents MINUSMAMission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali tritt und die Ereignisse vom 26. Juli des Jahres noch einmal Revue passieren lässt.

Er sei damals noch in Deutschland gewesen und habe eigentlich seinen Vorgänger im Amt erreichen wollen, um sich mit ihm für die bevorstehende Übergabe abzusprechen. Doch konnte er niemanden in Gao erreichen. Kurze Zeit später erfuhr er den Grund aus den Nachrichten.

Für das Einsatzkontingent bedeutete dieser Tag einen tiefen Einschnitt. Denn an diesem Tag wurde einmal mehr klar, dass der Einsatz von Soldaten im äußersten Fall auch mit dem Leben bezahlt wird.

Sie fehlen

Soldaten neben Ehrenmal und Hubschrauber mit Fackeln in den Händen

Bewegende Worte während des feierlichen Zeremoniell.

© Bundeswehr/Susanne Hähnel

Bewegende Worte fand Major Roland S., aktuell im Einsatz der Einsatzstabsoffizer der Tiger und zuhause am Heimatstandort Fritzlar mit den beiden verunglückten Offizieren seit langer Zeit vertraut. Thomas Müller sei einer der herausragenden Offiziere des Kampfhubschrauberregiments 36 gewesen.

Nicht nur seine profunden Kenntnisse über das Waffensystem zeichneten ihn aus, sondern auch ein militärisches Verständnis und Handeln, dass man in den Reihen der Heeresflieger nur selten fände, so erinnerte sich Major S. Der Stabshauptmann sei in der Lage gewesen, stets das Letzte aus den Soldaten und aus der Leistungsfähigkeit des Verbandes zu holen, egal ob am Heimatstandort oder auf Übungen.

Erinnerungen an zwei gute Kameraden

„Ich werde mich an Thomas erinnern, als jemand der mir als Vorbild dient, mit dem ich manchmal herzhaft und gerne gestritten, diskutiert und gerungen habe, als jemand, dessen Wissen über das Waffensystem Tiger für mich beispielhaft war“, unterstrich Major S. die Werte seines Kameraden.

Auch für Major Jan Färber gelte dies uneingeschränkt, so der Einsatzstabsoffizer. Nach dessen Tiger-Ausbildung in Frankreich seien Thomas und Jan zu einem echten Fliegervater-Sohn-Gespann herangewachsen, „dass ich so noch nicht erlebt habe“. Das Motto ihres Schwarms, „Brothers in Arms“, sei in diesem Team lebendig geworden.

„Brothers in Arms“

Angetretene Soldaten

„Brothers in Arms“ ist das Motto des gemischten Heeresfliegereinsatzverbandes.

© Bundeswehr/Susanne Hähnel

„Brothers in Arms“ ist auch das Motto des gemischten Heeresfliegereinsatzverbandes. Denn Soldaten aus den fliegenden Verbänden des Heeres in Fritzlar, Niederstetten und Faßberg dienen gemeinsam im MINUSMAMission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali-Einsatz. So war es auch selbstverständlich, dass das gleichnamige Lied der britischen Rocklegenden von Dire Straits an diesem Abend auf der Heeresfliegerplatte in Gao ertönte. Militärpfarrer Thomas H. segnete das Denkmal anschließend.

Die Gedenktafel

Soldaten mit Fackeln

Tief bewegt gedenken die Soldaten ihren verunglückten Kameraden.

© Bundeswehr/Susanne Hähnel

Die Gedenktafel zu Ehren der beiden Verstorbenen wurde in den vergangenen Monaten in Deutschland gefertigt. Sie besteht aus massivem Stahl in der Form Malis, mit dem Niger als markantem Wasserlauf. Die Städte Bamako, Timbuktu, Gao und Kidal sind durch Ausfräsungen dargestellt. Mit einem Stern wurde die Stelle des Absturzes gekennzeichnet, zwei weitere Sterne tragen die Initialen von Thomas Müller und Jan Färber.

Aus der Mitte der Tafel ragt ein Teil des Heckrotorblatts der verunglückten Maschine heraus. Dort sind die genauen Koordinaten des Absturzortes, das Rufzeichen der Maschine “GISMO 01“ sowie das Motto „Brothers in Arms“ eingefräst. In Kürze wird die Gedenktafel noch beleuchtet, damit sie auch bei Nacht sichtbar ist. Nach dem Ende des Einsatzes der Tiger in Gao soll die Gedenktafel einen dauerhaften Platz in der Fritzlarer Heimat des Kampfhubschrauberregimentes finden.

  

Im Camp Castor steht die Gedenktafel Seite an Seite mit einem Denkmal der niederländischen Kameraden: Die Piloten Hauptmann Réne Zeetsen und Oberleutnant Ernst Mollinger waren im März 2015 mit einem Apache-Hubschrauber in Mali abgestürzt.

von Torsten Sandfuchs-Hartwig

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